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Home Sonderthemen Fläming Zwischen Kühen und Traktoren
11:47 13.06.2019
Die Brandenburger Landpartie bietet für Stadtkinder die Gelegenheit, sich einmal einen Kuhstall von innen anzuschauen. FOTOS: PATRICK PLEUL/DPA, DPA

Von Ulrich Nettelstroth  

Führungen durch den Stall, Hofverkauf und Kremserfahrten über die Felder – am kommenden Wochenende können die Städter das Landleben erkunden. Zum 25. Mal steht die Brandenburger Landpartie auf dem Programm. Etwa 250 Betriebe öffnen ihre Tore, davon 15 zum ersten Mal. Über 100 000 Besucher werden erwartet. „Die Landpartie hat damit eine herausragende Bedeutung für den ländlichen Raum“, sagt Dennis Kummer vom Verband Pro Agro, der die Landpartie organisiert.

Schon die allererste Landpartie 1994 war mit 145 teilnehmenden Betrieben und 40 000 Gästen ein großer Erfolg. Seither präsentiert sich die grüne Branche jährlich. Nur 2001 fiel das Ereignis wegen der Rinderseuche BSE aus. „Ein Großteil der Besucher kommt aus dem näheren Umfeld“, berichtet Dennis Kummer.
              

Es gibt aber auch die Berliner oder Potsdamer, die größere Touren unternehmen, um regionale Produzenten kennenzulernen. Wer länger bleiben will, findet bei vielen Höfen Zimmer oder Ferienwohnungen. Jetzt in der Vorsaison sind diese meist noch nicht ausgebucht, so Dennis Kummer von Pro Agro.


Die zentrale Eröffnungsveranstaltung der Brandenburger Landpartie findet am 15. Juni ab 20 Uhr auf dem Reha-Gut Kemlitz (Teltow-Fläming) statt. Vielerorts werden Hoffeste veranstaltet, zum Beispiel auf dem Gut Schmerwitz (Potsdam-Mittelmark). Im Bauernmuseum „Bellawie“ in Brück (Potsdam-Mittelmark) sind Oldtimer und alte Landtechnik ausgestellt.

Für junge Menschen kann die Landpartie auch eine berufliche Perspektive zeigen. 39 000 Beschäftigte arbeiten in der Brandenburger Landwirtschaft. Eine Ausbildung ist möglich etwa zum Landwirt, Gärtner, Tierwirt oder Pflanzentechnologen. Betriebe, die ausbilden, sind im Programm der Landpartie speziell gekennzeichnet.

Rund 250 Betriebe beteiligen sich an der Brandenburger Landpartie am 15. und 16. Juni, darunter unter anderem Reiterhöfe, Imkereien, Förstereien, Obstbau-Betriebe, Keltereien, Straußenfarmen, Käsereien und Teichwirtschaften.

Das Programm ist abrufbar unter www.brandenburger-landpartie.de. Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel finden Verbindungen unter www.vbb.de.

Während der Landpartie können Kinder und Erwachsene den Ökohof Kuhhorst erleben. FOTO: KATJA STEIN/MOSAIK
Während der Landpartie können Kinder und Erwachsene den Ökohof Kuhhorst erleben. FOTO: KATJA STEIN/MOSAIK

Die Landpartie bietet auch besonders auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Betrieben die Möglichkeit, ihre Arbeitsweise einem größeren Publikum vorzustellen. „Hier können wir Verbrauchern Einblick geben, was alles nötig ist, um entsprechende Erzeugnisse zu produzieren“, sagt etwa Hannes-Peter Dietrich, Betriebsleiter des Ökohofs Kuhhorst (Fehrbellin/Ostprignitz-Ruppin).

Der Ökohof mit seiner integrierten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen ist schon seit Beginn der Besuchertage vor 25 Jahren mit von der Partie. Rund 600 Interessierte ließen sich allein im vergangenen Jahr bei Kremser-Rundfahrten mit dem Trecker und Touren über den Hofbetrieb die Produktionsabläufe des Tierwirtschafts- und Anbaubetriebs nach ökologischen Demeter-Richtlinien zeigen. Die zu den Berliner Mosaik-Werkstätten gehörende Einrichtung bietet rund 120 Menschen einen Arbeitsplatz, davon 90 mit Beeinträchtigungen. Neben 400 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche für den Weizen-, Kartoffel- oder Maisanbau gibt es Weide-und Stallplätze für mehrere Tausend Tiere von Schweinen über Geflügel bis zum Esel. Auf dem Hof werden auch weiterverarbeitete Produkte von Wurst und Suppen bis hin zu Nudeln hergestellt und verkauft.

Zum 2. Mal bei der Landpartie dabei ist die Weidelandfarm am Riebener See in Beelitz (Potsdam-Mittelmark). In Hofführungen und Kremserfahrten werden Weiden und der Hof für die rund 160 in artgerechter Haltung und meist im Freiland beheimateten Tiere gezeigt. „Das ist eine wunderbare Gelegenheit darzustellen, wie wir arbeiten“, freut sich Doreen Engelhardt, die die Weidelandfarm mit ihrem Mann Ralf betreibt. Rund 1500 Besucher ließen sich im vergangenen Jahr die Farm zeigen, die voll auf extensive Tierhaltung setzt und Fleisch- und Wurstpakete nach Bestellung verkauft. Der Hof betreibt außerdem eine artgerechte Mutterkuhhaltung. gd

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