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Home Sonderthemen Wittstock Wildwechsel-Warnung ernst nehmen
09:51 10.11.2020
Die Zahl der Wildunfälle nimmt jetzt zu. Foto: Susann Prautsch/dpa

Im Herbst müssen Autofahrer mit erhöhter Gefahr durch Wildwechsel rechnen, warnen Unfallforscher der Prüfgesellschaft Dekra. Nach den Zahlen der Versicherungswirtschaft passiert im Schnitt alle zwei Minuten in Deutschland ein Wildunfall – 270 000 pro Jahr. Laut Angaben der brandenburgischen Polizeidirektion Nord gab es in den Landkreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz im vergangenen Jahr insgesamt 3805 Wildunfälle, davon 36 mit Personenschaden. Elf Menschen wurden schwer verletzt. Über die Anzahl der Tieropfer ist nichts bekannt.

„Auf gefährdeten Strecken heißt es jetzt: gut aufpassen und Fuß vom Gas“, sagt Dekra-Unfallforscherin Stefanie Ritter. Im Herbst steige die Gefahr – begünstigt durch viel Berufsverkehr in der Morgen- und Abenddämmerung und schlechte Sichtverhältnisse. Welche Gefahr droht, macht Ritter mit einer Beispielrechnung deutlich: „Vielen Fahrern ist nicht bewusst, dass ein 80 Kilo schweres Wildschwein auf ein fahrendes Auto bei 50 km/h mit einer Wucht von zwei Tonnen prallt.“

Der Appell ist deshalb klar: Die Warnungen vor Wildwechsel unbedingt ernst nehmen. Wenn das entsprechende Verkehrszeichen am Straßenrand steht, gilt die Strecke als Unfallschwerpunkt und ist nicht durch Wildschutzzäune gesichert. Autofahrer sollten sich aber auf allen Straßen in der Nähe von Waldgebieten, Hecken, Gebüschen und Feldern auf Wildwechsel einstellen. „Sie müssen hier reaktionsbereit sein, das Tempo verringern und die Fahrbahnränder gut im Auge behalten“, so Ritter. Es empfehle sich, nicht schneller als 70 bis 80 km/h zu fahren und auf Überholmanöver zu verzichten. Wenn Wild auftaucht, heißt es, Fernlicht abblenden, kontrolliert bremsen und hupen, dabei jedoch auf den nachfolgenden Verkehr achten. Autofahrer müssen jederzeit mit Nachzüglern oder panischen Tieren rechnen, die überraschend auf die Straße springen. Deshalb, auch wenn das Wild vorbei ist, langsam weiterfahren und den Straßenrand beobachten.

Ist eine Kollision unvermeidbar, empfiehlt die Dekra-Expertin: So stark wie möglich abbremsen und das Fahrzeug in der Spur halten. „Ausweichmanöver sind riskant, können zu schwereren Kollisionen als mit einem Wildtier führen“, warnt Ritter. gd


Reifendruck am kalten Pneu messen

Wer den Luftdruck seiner Reifen kontrollieren will, checkt diesen am besten bei einer Gelegenheit möglichst schnell nach dem Losfahren. Die Angaben der Auto- und Reifenhersteller dazu, etwa im Bordbuch oder in der Tankklappe, beziehen sich immer auf kalte, sprich nicht warmgefahrene Reifen. Am besten prüft man den Druck bei etwa jedem zweiten Tanken oder mindestens einmal im Monat, rät Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). „So sind Viel- und Wenigfahrer gleichermaßen auf der sicheren Seite.“ Das bleibt auch dann ratsam, wenn ein automatisches Reifendruckkontrollsystem (RDKS) an Bord ist.
  

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