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Home Sonderthemen Potsdam Überall soll Friede sein
06:54 27.12.2019
FOTOS: JEANETTE DIETL/ STOCK.ADOBE.COM, PRIVAT

Von Maria Kröhnke 

Die Herkunft der schönsten deutschen Weihnachtslieder birgt so manche Überraschung. Weil die meisten so eingängig und natürlich sind, glauben wir, es seien Volkslieder aus einer Vorzeit, in der es nur mündliche Überlieferung gab.

Tatsächlich aber sind für die allermeisten Volkslieder sowohl der Autor als auch der Komponist nachweisbar. Etliche der bekanntesten Festlieder stammen aus dem 19. Jahrhundert – dem Jahrhundert, das unsere heutige Vorstellung von Weihnachten und die Art, das Fest zu feiern, am meisten geprägt hat. Manche aber sind noch viel jünger. „Sind die Lichter angezündet“ zum Beispiel ist in der DDR geboren worden – von einer Brandenburgerin. 

Sind die Lichter angezündet

Erika Engel (wie sonst!) heißt die Frau, der die DDR eines ihrer schönsten und populärsten Weihnachtslieder zu verdanken hat. „Weihnachtsfreude“ hat Engel ihre Zeilen, entstanden um 1950, überschrieben. Die größte Weihnachtsfreude ist für die, die den Zweiten Weltkrieg erlebt haben, der Frieden. So heißt es in der dritten und letzten Strophe: „Weihnachtsfriede wird verkündet, zieht hinaus in alle Welt. Leuchte, Licht, mit hellem Schein, überall, überall soll Friede sein.“ Das Gedicht wurde vom späteren Musikreferenten des Mitteldeutschen Rundfunks und Leiters des Rundfunk-Kinderchores in Leipzig, Hans Sandig, vertont. 1957 erschien es erstmals auf einer Eterna-Schallplatte des VEB Deutsche Schallplatten. Die Kinderbuchautorin, Lyrikerin und Illustratorin Erika Engel ist am 21. September 1911 in Berlin geboren worden. 1945 siedelte sie nach Bergholz-Rehbrücke (Potsdam-Mittelmark) über, 1952 nach Potsdam. Der Stadt blieb sie bis zu ihrem Tode am 6. Juli 2004 treu. Auch „Vorfreude, schönste Freude“ stammt aus der Feder von Engel-Wojahn, wie sie seit ihrer Heirat hieß. Der Komponist, Chorleiter und Musikerzieher Hans Naumilkat hat das Gedicht vertont.

So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit

Ebenfalls aus den 1950er Jahren stammt „So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit“, verfasst und komponiert von der Musikpädagogin Lotte Schuffenhauer (gestorben 1981). Im Jahr 1970 wurde der Song in der Version des Rundfunk-Kinderchores Berlin auf der beliebten Weihnachts-LP „Bald nun ist Weihnachtszeit“ des DDR-Labels Eterna mit 23 weiteren Weihnachtsliedern veröffentlicht. Außerdem wurde es schon im Kindergarten gesungen, im Musikunterricht gelehrt und fand auch auf diese Weise weite Verbreitung.
  

Tausend Sterne sind ein Dom

„Tausend Sterne sind ein Dom“ ist ebenfalls ein Lied, das in keinem Weihnachtsprogramm in der DDR fehlen durfte. Es ist 1946 von Siegfried Köhler auf einen eigenen Text komponiert worden. Wie in „Sind die Lichter angezündet“ geht es auch hier um Frieden, wenn Köhler ein „Leuchten“ ersehnt, das „durch die Herzen geht“, und wenn „alles Dunkel“ hinweg sinkt. 1951 hat Köhler das Lied als weltliche Weihnachtskantate für Chor und Instrumente und damit in einer größeren Form gesetzt. Noch heute erfreut sich „Tausend Sterne sind ein Dom“ wegen seiner Poesie und Erhabenheit großer Beliebtheit. Auch wenn in all den Liedern das Weihnachtsfest aus seinem christlichen Kontext genommen ist, so leuchtet doch umso mehr die universelle Kernvision hervor, die allem menschlichen Sehnen innewohnt: Liebe und Frieden. 
 

Sind die Lichter angezündet, Freude zieht in jeden Raum; Weihnachtsfreude wird verkündet unter jedem Lichterbaum. Leuchte, Licht, mit hellem Schein, überall, überall soll Freude sein.

Süße Dinge, schöne Gaben gehen nun von Hand zu Hand. Jedes Kind soll Freude haben, jedes Kind in jedem Land.

Sind die Lichter angezündet, rings ist jeder Raum erhellt; Weihnachtsfriede wird verkündet, zieht hinaus in alle Welt. Leuchte, Licht, mit hellem Schein, überall, überall soll Friede sein.

Wer auf Weihnachtsmärkten Geschenke kauft, sollte sich eine Quittung und die Kontaktdaten des Verkäufers geben lassen, rät die Verbraucherzentrale Brandenburg. FOTO:PIXABAY
Wer auf Weihnachtsmärkten Geschenke kauft, sollte sich eine Quittung und die Kontaktdaten des Verkäufers geben lassen, rät die Verbraucherzentrale Brandenburg. FOTO:PIXABAY

Potsdams „Blauer Lichterglanz“ ist einer der wenigen Weihnachtsmärkte, der beinahe bis zum neuen Jahr einlädt. Nur Heiligabend pausiert er, danach hat er noch bis zum Sonntag, 29. Dezember, immer ab 11 Uhr geöffnet. So manches Geschenk wird dort gekauft. Doch was ist, wenn eine Gabe nicht passt, gefällt oder sich als mangelhaft herausstellt? Da die Händler auch noch nach Weihnachten vor Ort sind, ist ein Umtausch theoretisch möglich. Was Verbraucher beachten sollten, die ihren Einkauf umtauschen wollen, darüber klärt die Verbraucherzentrale Brandenburg auf.

Kann ich auf dem Weihnachtsmarkt gekaufte Waren umtauschen?

Man muss unterscheiden zwischen Waren, die einem nicht gefallen, und solchen, die einen echten Mangel haben. Wenn etwas nicht gefällt, ist man für einen Umtausch auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen. Wenn die Ware hingegen einen Mangel aufweist, haben Käufer ein zweijähriges Gewährleistungsrecht gegenüber dem Verkäufer.

Gilt das auch für auf dem Weihnachtsmarkt gekaufte Dinge?

Ja, das gilt auch dort. Es ist egal, ob man im stationären Handel, im Internet oder auf dem Weihnachtsmarkt einen Einkauf tätigt. Auf dem Weihnachtsmarkt besteht natürlich die Besonderheit, dass die Stände irgendwann wieder abgebaut werden. Wenn man dann nicht mehr weiß, wer der Händler war, wird es schwierig mit der Reklamation. Übrigens ist Reklamieren in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf besonders einfach. Denn dann darf der Händler den Käufer nicht einfach zurückweisen mit der Unterstellung, er habe den Mangel selbst verursacht.

Was sollte ich denn beachten, wenn ich Geschenke auf dem Weihnachtsmarkt einkaufe?

Marktbesucher sollten sich auf jeden Fall einen Kaufbeleg und die Anschrift des Händlers geben lassen, so dass man ihn im Nachhinein kontaktieren kann.

Was ist, wenn der Händler keinen Beleg ausstellen will?

Dann wird es später schwer, Ansprüche durchzusetzen. Ist der Händler weder bereit, einen Kaufbeleg auszustellen noch seine Adresse anzugeben, sollte man besser nichts dort kaufen und die Marktleitung informieren.

Und wenn man nicht daran gedacht hat, sich einen Beleg ausstellen zu lassen?

Nachdem der Weihnachtsmarkt abgebaut worden ist, wird es schwierig, den Händler zu ermitteln. Eine Nachfrage bei der Marktleitung oder dem Hersteller der Ware kann manchmal weiterhelfen.
 

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