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Home Sonderthemen Neuruppin Bücher auf dem Gabentisch
15:23 06.12.2019
Alexander Fries und Jana Kolar-Voigt von der Fontane-Buchhandlung Neuruppin präsentieren Bücher, die sich als Weihnachtsgeschenke eignen. FOTOS: DAGMAR SIMONS, ADOBE.STOCK/STEPHAN KOSCHECK

Von Dagmar Simons 

Neuruppin. Weihnachten. Damit stellt sich die Frage, womit man seinen Lieben eine Freude machen kann. Eine Antwort hat die Fontane-Buchhandlung in Neuruppin. Chefin Jana Kolar-Voigt, ihre Mitarbeiter und eine, wie sie selbst von sich sagt, „extrem viel lesende“ Kundin, Annette Koegst, stellten ihre Lieblingsbücher einem interessierten Publikum vor. Jeder sollte fünf Titel aussuchen. „Das ist dem ein oder anderen mehr oder weniger gut gelungen“, sagte Jana Kolar-Voigt.

Mitarbeiterin Maria Sasse stellte sechs Titel vor. Ihr hat es der „Wintersoldat“ von Daniel Mason angetan, ein Kriegsroman. Obwohl sie dieses Genre eigentlich nicht mag, aber „das ist ein richtig schöner Schmöker“. Zu dem zweiten Buch „Drei“ von Dror Mishani wollte sie nicht zu viel verraten. „Ich nehme sonst zu viel vorneweg.“ Nur so viel sei gesagt: „Es ist ein literarischer Spannungsroman.“
  

Zu den Büchern, die sie den 50 Gästen in der Buchhandlung näher bringen wollte, gehört auch „Nacht in Caracas“ von Karina Sainz Borgo. Darin geht es um eine Mutter-Tochter-Beziehung. „Das macht ein gutes Buch aus, das man es im Gedächtnis behält“, so sei es bei diesem Titel. Zwei weitere Bücher standen auf ihrer Liste, die für Kinder ab zehn und Jugendliche ab 15 Jahren geeignet sind: „Haus ohne Spiegel“ von Marten Sanden und „Alles okay“ von Nina La-Cour. Das Buch „Auf Erden sind wir kurz grandios“ von Ocean Vuong haben, wie Maria Sasse erzählt, drei Kollegen gelesen, die alle einen unterschiedlichen Lesegeschmack haben, sich aber bei diesem Werk einig sind. „Es gab ganz viele Bücher in diesem Jahr, die sich mit Herkunft beschäftigen. Dieses ist eins der stärksten. Lesen Sie es“, empfahl Sasses Kollege Alexander Fries. Er präsentierte ebenfalls sechs Bücher, darunter eines der Büchner-Preisträgerin Thereza Mora: „Auf dem Seil“. Sie sei eine große Autorin, das Buch tolle Literatur, die sich prima lese, schwärmte er.
  

Das Buch von Stig Saeterbakken „Durch die Nacht“ hat ihn, wie er sagt, sehr beschäftigt. Als erschütternd beschreibt er die Geschichte eines Familienvaters, der mit einer Affäre seine Familie zerstört und dessen Schmerz so glaubhaft herüberkomme. „Warum sollte man so etwas lesen?“, fragte Fries und hatte die Antwort schon parat. Nicht nur das Schöne, sondern auch die Abgründe des menschlichen Lebens sollen in Büchern behandelt werden.
  


Neben Lesestoff stellte er noch ein Kinderhörbuch von Henning Venske, einen Fotobildband über Ost-Berlin und ein Buch über die von den Sowjets verlassenen Militärgelände vor. Er kenne noch mehr tolle Bücher, doch dafür reiche die Zeit nicht, verabschiedete sich Fries und übergab an Stammkundin Annette Koegst. Auch sie hatte sechs Titel auf ihrer Liste. Nicht fehlen durfte ihr Lieblingsautor Martin Suter, dessen Buch „Allmen und der Koi“ sie vorstellte. „Man fühlt sich bestens unterhalten.“ Fesselnd fand sie Stephen Kings „Das Internat“. Sie habe 40 Jahre lang die Finger von diesem Autor gelassen, verriet sie. Doch ein Buchhändler habe sie davon überzeugt, dass man diesen Schriftsteller nicht einfach übergehen dürfe. Sie hat sich davon überzeugen lassen und ihre Meinung geändert.

Buchhändlerin Kerstin Laux kann sich für „Wie ein Maultier, das der Sonne Eis bringt“ von Sarah Lapido Manyika begeistern. Ein Buch über das Älterwerden, auf charmante und zauberhafte Art und Weise geschrieben. Daneben hatte sie einen spannenden norwegischen Krimi im Gepäck: „Todesmörder“ von Gunnar Staalesen.

Dann war Chefin Jana Kolar-Voigt an der Reihe. „Ein Buch fürs Herz, ohne kitschig zu sein“, mit diesen Worten empfahl sie „Wohin wir gehen“ von Fontane-Preisträgerin Peggy Mädler. Eine tolle Geschichte, die einen in den Bann ziehen würde, sei der Roman von Delia Owens „Der Gesang der Flusskrebse“, auch wenn das Buch manchmal am Kitsch vorbei schrammen würde. Davon konnte bei ihrem nächsten Titel nicht die Rede sein: „Sehr berührend und sehr erschütternd“, beschreibt sie die „Nickel Boys“ von Colson Whitehead. Es behandelt den immer noch bestehenden Rassismus in Amerika und das Trauma, das dieses Land noch über Jahrzehnte beschäftigen werde.

Info In der Adventszeit gelten veränderte Öffnungszeiten: Sonnabend 9 bis 18 Uhr; dritter Adventssonntag 13 bis 17 Uhr.


Rheinsberg/Lindow. Drei Tage lang wird sich in Rheinsberg auf das Weihnachtsfest eingestimmt. Der „bezaubernde Weihnachtsmarkt“ wird am heutigen Freitag, 6. Dezember, 16 Uhr, eröffnet. Kinder der Kita Märchenland singen Winterlieder, der Auftritt einer Kindertanzgruppe und ein Familienprogramm folgen. Musikalisch beginnt der Tag um 17.30 Uhr mit der „Jazzigen Weihnacht“ (Kellerkombo der St. Laurentiuskirche), Liedern des Arbeitergesangsvereins „Vorwärts“ und Livemusik mit dem Potsdamer Gernot-von-Gissmer-Trio (ab 19 Uhr). Am morgigen Sonnabend haben die Gäste länger Zeit, sich dem Fest auf dem Kirchplatz zu widmen. Um 12 Uhr werden die Pforten geöffnet. Im Laufe des Tages erleben die Besucher ein Bühnenprogramm mit Show, Tanz und Gesang (bis 23.30 Uhr). Es treten unter anderem auf: Posaunenchor Rheinsberg, Kinderchor der Grundschule Rheinsberg und die Pankow Voices (19 Uhr). Bereits um 18 Uhr werden die schönsten Hütten prämiert. Am Sonntag läuft der Basar im Gemeindehaus bis 17 Uhr. Das Feuerwehr-Blasorchester aus Gransee spielt (13 Uhr), Uwe Schock singt (15 Uhr). Gegen 18 Uhr ist der Markt beendet. Kinderkarussell, Losbude, Kuscheltiergreifer, Süßigkeiten, Kutschfahrten, Weihnachtsmannsprechstunde (Samstag, Sonntag), Lieder zum Mitsingen und Tanzen – die Besucher müssen auf nichts verzichten.

In Lindow wird der Weihnachtsmarkt am Sonnabend, 7. Dezember, veranstaltet. Beginn ist um 14 Uhr an der an der Stadtkirche. Eine halbe Stunde später führt der Ponyhof Stapel ein Märchen auf. Flott hintereinander weg geht das Programm – um 15 Uhr tritt TomTom in Erscheinung mit Geschichten und Zauberei. Um 16.15 Uhr kommt der Weihnachtsmann. Musikalisch geht es weiter: Um 17 Uhr sind die Turmbläser an der Reihe, ab 18.30 Uhr steigt ein Konzert in der Stadtkirche mit dem Märkischen Jugendchor. Nach dem Konzert wird es Glühwein und Grill vor dem Kircheneck geben. sb
  

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