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Home Sonderthemen Rathenow Wechselzeit im Blumenbeet schafft Platz für Frühblüher
15:20 12.10.2020
Dahlienknollen trocknen bei der Lagerung schnell aus. Ein wenig belassener Schmutz und Sand können helfen.

Die Dahlie ist hierzulande ohne Zweifel die beliebteste Sommerblüherin. Mit ihrer Vielzahl an imposanten Blütenköpfen, den intensiven Farben und besonders der langen Blütezeit überzeugt sie Blumenliebhaber Jahr für Jahr aufs Neue. Noch steht sie derzeit hier und da auf stolzen Stielen und zeigt ihre Pracht, doch schon bald müssen ihre empfindlichen Knollen aus dem Boden geholt werden.

„Dahlien sind nicht winterhart – deshalb sollte man sie vor dem ersten Frost ausgraben“, erklärt der Blumenzwiebel-Experte Carlos van der Veek. Wann genau es soweit ist, variiere aber natürlich von Jahr zu Jahr und auch von Region zu Region. „Daher rate ich Gartenbesitzern, sich am Laub der Dahlie zu orientieren: Wird es gelb, welk und trocken, kann zur Schaufel gegriffen werden“, so der Fachmann.

Selbst in Gegenden, in denen der Winter letztlich kaum Frost bringt, empfiehlt er, die Knollen unbedingt auszugraben. Denn auch auf Nässe reagiert die Dahlie empfindlich.

Vor dem Winter ist die Dahlienknolle häufig erheblich größer und dicker als noch bei der Pflanzung im Frühjahr. Daher ist es wichtig, die Spatengabel beim Ausgraben nicht zu dicht an die vorhandenen Pflanzenstiele anzusetzen, sondern eher großzügig Platz zu lassen. Ansonsten läuft man Gefahr, die Knolle zu verletzen und so auch anfälliger zu machen für Fäulnis und Austrocknung.


"Die Löcher können auch als Pflanzlöcher für Zwiebeln von im Frühjahr blühenden Blumen dienen."

Carlos van der Veek
Blumenzwiebel-Experte


Nach dem Ausgraben schneidet man die Stiele der Pflanze einige Zentimeter oberhalb der Knolle ab. „Viele Gartenbesitzer reinigen die Knollen vor der Lagerung gründlich mit Wasser. Ich kann davon aber nur abraten“, betont van der Veek. „Zu saubere Knollen trocknen im Vergleich zu etwas erdigeren während der Lagerung schneller aus.“ Außerdem reize man die Dahlienhaut unnötig stark.

Schmutz und Sand bildeten dagegen einen zusätzlichen Schutz vor dem Austrocknen. Der Blumenzwiebel-Experte: „Daher mein Rat: Lassen Sie ruhig etwas Erde auf der Knolle und zwischen den Wurzeln!“

Anschließend werden die fingerähnlichen Kraftpakete in eine Kiste mit Holzspänen gelegt und an einen frost- und zugfreien Ort gebracht. Man kann die Knollen auch in Zeitungspapier wickeln und in einer Plastiktüte lagern – bei dieser Variante sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Dahlien in der Tüte noch ausreichend Luft bekommen.

Tulpen sind Frühblüher und können im Frühjahr den Platz der Dahlien einnehmen. fotos: Fluwel (2)/dpa-tmn
Tulpen sind Frühblüher und können im Frühjahr den Platz der Dahlien einnehmen. fotos: Fluwel (2)/dpa-tmn

Bis Ende April/Anfang Mai werden die Sommerblüher auf diese Weise gelagert. Dann beginnt die Pflanzzeit und die Knollen können zurück in den Boden.

Der späte Herbst ist aber nicht nur die richtige Zeit zum Ausgraben der Dahlienknollen, sondern auch zum Setzen von frühblühenden Blumenzwiebeln für das Frühjahr. Beide Gartenarbeiten könnten gut miteinander verknüpft werden, so der Experte van der Veek.

„Sind die Dahlienknollen ausgegraben, stehen Gartenbesitzer zwangsläufig vor großen Löchern im Beet. Diese können nun natürlich mit Erde gefüllt werden, aber sie können auch gleich als Pflanzlöcher für Zwiebeln von im Frühjahr blühenden Blumen dienen“, erklärt der Niederländer. Perfekt geeignet dafür seien einjährige, große Gewächse mit ähnlichen Ansprüchen an den Boden und die gegebenen Lichtverhältnisse.

Schön machen sich zum Beispiel hochwachsende Tulpen wie die gefüllt blühende „Drumline“, die gefederte „Flaming Parrot“, die sonnengelbe „Akebono“ oder die geflammte „Marilyn“. „Aber auch frühe Allium sind eindrucksvolle Platzhalter und erfreuen im nächsten Jahr passenderweise noch vor der Pflanzzeit der Dahlienknollen“, weiß van der Veek.

Zwar würden die meisten Gartenbesitzer die Pflanzzeit der frühblühenden Blumenzwiebeln etwas eher im Herbst verorten, tatsächlich könnten die meisten gebräuchlichen Arten jedoch bis weit in den November in den Boden gebracht werden. „Gerade Tulpen mögen es eher kälter und belohnen eine späte Pflanzung mit einer gesunden, eindrucksvollen Blüte“, betont van der Veek. Von Ulrich Nettelstroth
   

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