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Home Sonderthemen Rathenow Der Mond gibt den Takt für Ostern
12:21 20.04.2019
Der Mond geht hinter Silhouetten der Beatles-Statuen in Liverpool auf. FOTO: PETER BYRNE/PA WIRE/DPA

Von Ulrich Nettelstroth 

Ostern hat im Unterschied zu Weihnachten kein festes Datum im Kalender. Manchmal findet das Fest schon im März statt, manchmal erst im April. So spät wie in diesem Jahr, am 21. April, wird der Tag der Auferstehung von Jesus Christus jedoch nur selten begangen.

In der christlichen Überlieferung heißt es, dass Jesus am Vorabend des jüdischen Pessach- Festes gekreuzigt wurde und am ersten Tag der darauffolgenden Woche auferstand. Als daher die Bischöfe auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 über einen Termin für das Osterfest beratschlagten, orientierten sie sich an eben diesem Fest, mit dem der Auszug aus Ägypten gefeiert wird. Und da die Monate des jüdischen Kalenders an den Mondphasen ausgerichtet sind, spielt der Mond auch für das Osterdatum eine Rolle. In Nicäa wurde festgelegt, Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern.

Der Frühlingsanfang ist für einen Astronomen ganz exakt definiert. Es ist die Tag-und- Nacht-Gleiche oder – noch genauer – der Zeitpunkt, in dem sich die Sonne im Frühlingspunkt befindet, erklärt Simon Plate, Leiter des Urania-Planetariums in Potsdam. Das ist der Punkt, an dem sich die Umlaufebene von Sonne und Erde und die dazu leicht geneigte Rotationsebene der Erde schneiden. Das war in diesem Jahr am 20. März exakt um 22.58 Uhr der Fall. Einen Tag später, am 21. März, war Vollmond, so dass eigentlich der Ostersonntag auf den 24. März gefallen wäre.

Doch es ist etwas komplizierter. „Schon im Mittelalter war es üblich, die Vollmonddaten lange im Voraus nach einem Zyklus zu bestimmen“, sagt Simon Plate. Dieser 19 Jahre währende, sogenannte Meton-Zyklus geht auf die Antike zurück und harmonisiert Sonnen- und Mondkalender.

Die nach dem Zyklus berechneten Daten weichen allerdings leicht von der Realität ab, so dass der nach dem Zyklus berechnete März-Vollmond in diesem Jahr auf den 20. März fiel und damit als Wintervollmond galt. Und genau das führte schließlich zur Verschiebung des Ostertermins um nahezu einen ganzen Monat.

Unter den verschiedenen Astronomen gab es immer wieder auch Gegner der Vollmondberechnung nach diesem alten Muster, berichtet der Leiter des Potsdamer Planetariums. Bei der Kalenderreform unter Papst Gregor gegen Ende des 16. Jahrhundert wurde darüber heftig gestritten.

Aber an der alten Methode wurde festgehalten, bis heute. „Wahrscheinlich, weil es eine so alte Tradition ist“, vermutet Plate.



Im Urania-Planetarium spielt Ostern und die Berechnung des Ostertermins keine Rolle. Aber die Jahreszeiten stehen regelmäßig auf dem Programm, zum Beispiel am 26. April um 19.30 Uhr beim Vortrag „Die schönsten Sternbilder des Frühlings“. Auch die anderen Shows sind immer gut bei allen Bevölkerungsgruppen nachgefragt, sagt Simon Plate, der seit 2016 Leiter des Potsdamer Planetariums ist.

Info
Nähere Informationen über das gesamte Programm gibt es unter www.urania-planetarium.de.


FOTOS: LEOPOLD STOCKER VERLAG, IRINA_K_CH/ STOCK.ADOBE.COM
FOTOS: LEOPOLD STOCKER VERLAG, IRINA_K_CH/ STOCK.ADOBE.COM

Während Häkelmode ihr Comeback feiert, ist das Umhäkeln von Ostereiern eine alte Tradition, die in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Es klingt einfach: Ein ausgeblasenes Hühnerei oder Acrylei wird mit Garn umhäkelt. Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, zeigt das Buch „Ostereier & Osterdekoration häkeln“.

Karin Eder, die seit 30 Jahren Handarbeitsvorlagen entwirft, stellt sowohl bunte Ostereier, wie sie vom Osterbaum bekannt sind, als auch weiß umhäkelte Werkstücke, wie sie zu Großmutters Zeiten beliebt waren, sowie Eier mit besonderem Etwas vor. Häkeln mit Perlen oder seltene Häkeltechniken wie Schlingen- und Gabelhäkelei sowie Brüggeler Häkelei werden ebenfalls gezeigt. Warum eine Häkelgabel oder Holzstäbchen hilfreich sind und wie Dekorationen für Osterstrauch und -tisch aussehen können – bei Eder kommen selbst Ostererfahrene bestimmt auf neue Ideen. Der Häkelhase ist ebenfalls ihrem Buch entnommen.

Karin Eder: „Ostereier & Osterdekoration häkeln. Mehr als 40 Projekte mit Häkelschrift“, 60 Seiten, Leopold Stocker Verlag GmbH, 9,95 Euro

Für das Häkelteil in Braun:
7 Luftmaschen (Lm), mit 1 Kettmasche (Km) zur Runde schließen,
in der 1. Runde 20 Stäbchen (Stb),
in der 2. Runde auf jedes Stb 2 Stb = 40 Stb,
in der 3. Runde jedes 2. Stb verdoppeln = 60 Stb.
Weitere 8 Runden ohne Zunahme häkeln.
Abschluss: 1 feste Masche (fM), 3 Lm, 1 Stb überspringen.

Einen Fertig-Hasenkopf (erhältlich in jedem Bastelladen) mit einer kleinen Drahtschlinge montieren oder mit einer dickeren Nadel aufstecken.

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