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Home Sonderthemen Jüterbog & Luckenwalde Ende und neuer Anfang
10:28 16.11.2018
Symbole wie der Engel auf dem Friedhof Stahnsdorf helfen beim Umgang mit dem Tod FOTOS: DPA

Von Ulrich Nettelstroth 

Wenn es einen Monat gibt, der sinnbildlich für das Ende des Lebens und den Abschied steht, dann ist es der November. Im November verlieren die Bäume ihre Blätter, die meisten Herbstblumen verblühen, die Sonne macht sich rar. Das Kirchenjahr kommt an sein Ende, um mit dem ersten Adventssonntag neu zu beginnen. In diese Zeit haben nicht nur die christlichen Kirchen das Gedenken an die Toten gestellt. Auch Menschen ohne konfessionelle Bindung, die in Brandenburg ja die Mehrheit stellen, denken in den dunklen Wochen in besonderem Maße an ihre Verstorbenen. So hat sich beispielsweise der ursprünglich katholische Brauch, im November Grablichter auf den Friedhöfen aufzustellen, inzwischen auch hier verbreitet.

Schon mit dem Beginn des Monats haben die katholischen Erinnerungstage Allerheiligen und Allerseelen die Reihe der Gedenktage eröffnet. Die evangelische Kirche begeht ihren eigenen Tag zur Erinnerung an die Verstorbenen, den Toten- oder Ewigkeitssonntag, immer eine Woche vor dem 1. Advent. Im Jahr 2018 fällt der Totensonntag auf den 25. November. Der preußische König Friedrich Wilhem III. hatte den Gedenktag im Jahr 1816 festgelegt. Zum einen ging es darum, an die Toten der Befreiungskriege gegen Napoleon zu erinnern, die ein Jahr zuvor mit der Schlacht von Waterloo ihr Ende fanden. Zum anderen stand der Monarch ganz persönlich unter dem Zeichen der Trauer um seine Gattin, die auch im Volk beliebte Königin Luise.

Die Feiertagsgesetze der Bundesländer bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als sogenannten stillen Tag, für den besondere Einschränkungen gelten, etwa für laute Musikveranstaltungen oder auch Tanzvergnügen. Außerdem werben die Kirchen dafür, mit Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmärkten erst am Montag nach dem Totensonntag zu beginnen.

Eine Woche vor Totensonntag steht mit dem Volkstrauertag ein staatlicher Gedenktag. In diesem Jahr fällt er auf den 17. November und steht unter dem Zeichen des Zeichen des Ersten Weltkriegs, dessen Ende sich zum 100. Mal jährt. Im Land Brandenburg findet die zentrale Veranstaltung in Brandenburg/Havel statt. Fast zehn Millionen Soldaten, vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland, waren von 1914 bis 1918 in den Schützengräben des Stellungskriegs gestorben. Unter dem Eindruck dieses unfasslichen Leids wurde ab den 1920er Jahren mit dem Volkstrauertag an die Toten erinnert. In der NS-Zeit zum Heldengedenktag umgedeutet, wird der Volkstrauertag nach dem Zweiten Weltkrieg den Opfern der Gewaltherrschaft gewidmet.


Grabmale mit Vorsicht pflegen

Grabmale benötigen in der Regel nur wenig Pflege. Über die Jahre wird das Material aber von Abgasen und Staub, Vogelkot, Moosen und Flechten angegriffen. Gelegentlich ist daher eine Reinigung sinnvoll, die teilweise von Steinmetzbetrieben angeboten wird.

Wer die Reinigung selbst vornehmen will, sollte auf jeden Fall auf säure- und tensidehaltige Reinigungsmittel verzichten. Meist reicht es, den Stein zu befeuchten und vorsichtig mit einer Wurzelbürste zu bearbeiten. Für hartnäckige Flecken gibt es im Fachhandel Spezialreiniger für Natursteine.

Friedhof im Herbst: Der Kranz ist ein Symbol für das ewige Leben und die Unendlichkeit. FOTO: BDF
Friedhof im Herbst: Der Kranz ist ein Symbol für das ewige Leben und die Unendlichkeit. FOTO: BDF

Auch im Herbst ist mit ein wenig Mühe eine ansprechende Gestaltung der Grabstätte möglich. Solange der Boden noch warm ist, wird das Grab möglichst noch nicht mit Moos und immergrünen Zweigen zugedeckt. In diesen Tagen bieten Astern, Chrysanthemen, Herbst-Anemonen, Strauchveronika, Heidekraut, Alpenveilchen und winterharte Fetthennen attraktive Blüten.

Immer schön, aber insbesondere im Herbst geeignet sind Pflanzen mit schmückenden Blättern, zum Beispiel das Purpurglöckchen. Als herbstliche Trendpflanze für 2018 hat die Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner den Enzian ausgerufen. „Der Enzian symbolisiert Liebe und Treue“, erklärt die Vorsitzende Birgit Ehlers- Ascherfeld. „Die meist blauen, aber auch weißen Blüten zeigen sich im Herbst bis zum Frost.“ Christrosen schließlich setzen auf dem Grab Akzente und blühen während der gesamten Advents- und Weihnachtszeit.

Gärtner nutzen auf dem Friedhof gerne Arrangements von Pflanzen mit starkem Symbolcharakter. „Egal, ob als Bepflanzung oder in Form von Gestecken, Kränzen oder Sträußen – sie alle sind ein sichtbares Zeichen des Gedenkens, der Dankbarkeit und der Verbundenheit“, erklärt Ehlers-Ascherfeld. Beliebt sind vor allem zwei Symbole, das Herz für die Liebe und das Kreuz für Glauben. Auch der Kranz gilt nicht nur direkt für die Trauerfeier als beliebtes Zeichen. Er spiegelt den Kreislauf des Lebens wider und ist zugleich ein Zeichen für Hoffnung, das ewige Leben und die Unendlichkeit – ohne Anfang und ohne Ende.

Wenn es im Verlauf von Spätherbst und Winter kälter wird, kann die Bepflanzung auf dem Grab wie auch im Garten mit immergrünen Zweigen abgedeckt werden. Diese lassen sich einfach auflegen oder auch dekorativ in die Erde stecken, da die Winterbedeckung vor allem dem Schmuck der Fläche dient. Aber: Empfindliche Stauden oder Bodendecker können so durchaus vor strengem Frost geschützt werden.

Es bieten sich Zweige der Nordmanntanne oder der Blaufichte an, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Strukturen und Färbungen der Nadeln auch noch schöne Akzente setzen. Rein zum Winterschutz der Pflanzen eignet sich aber auch beispielsweise die Rotfichte.

Ein Tipp: Wer die Zweige dafür nicht kauft, sondern im eigenen Garten selbst abschneidet, sollten diesen zuvor etwas Zeit in der Kälte geben, dann verlieren sie nicht schon nach kurzer Zeit ihre Nadeln. Zwei oder drei Nächte mit frostigen Temperaturen können schon helfen, um den grünen Grabschmuck beständiger zu machen. net


Bestatter setzen in ihrer Branche in besonderem Maße auf Aus- und Fortbildung, so der Bundesverband Deutscher Bestatter. Im aktuellen Ausbildungsjahr haben zum ersten Mal über 200 junge Männer und Frauen die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft begonnen. Anders als in anderen Branchen gebe es für Bestattungsunternehmer keine Probleme, Auszubildende zu finden, so Verbandschef Stephan Neuser. Im Rahmen der dreijährigen Ausbildung lernen sie einen oder mehrere Bestattungsunternehmen als Ausbildungsbetrieb kennen, besuchen die entsprechenden Fachklassen einer Berufsschule und werden schließlich auch im Bundesausbildungszentrum der deutschen Bestatter unterrichtet. Wer den Bestatterberuf anstrebt, bringt neben handwerklichem Geschick möglichst auch menschliche und trauerpsychologische Kompetenz mit. Auch Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen gehören dazu. Auch nach Erreichen der Berufsqualifikation werde durch berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungen sichergestellt, dass die Qualität im Bestattungsgewerbe gesichert sei, betont Verbandschef Neuser.

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