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Home Sonderthemen Potsdam Ein Symbol für das Familienpicknick
15:21 15.04.2019
So sieht eine leckere Torta Pasqualina aus. FOTOS: STOCKS ADOBE/ARATM, SEBASTIAN KAHNERT/DPA, EPD

Von Ulrich Nettelstroth 

In Italien ist Ostern ein Fest mit großer Bedeutung. Am Ostersonntag kommen die Familien zusammen und natürlich spielt dabei das Essen eine große Rolle. Ein typisches Rezept aus der Region Ligurien ist die Torta Pasqualina, eine herzhafte Ostertorte, die mit Spinat, Mangold oder Artischocken, Frischkäse und Eiern gefüllt ist. Auch anderswo in Italien ist sie heute ein traditioneller Teil des Ostermenüs. Sie kann sowohl warm als auch kalt gegessen werden und eignet sich daher gut für das Picknick im Grünen, das viele italienische Familien traditionell am Ostermontag machen.

Die Ursprünge der Ostertorte reichen wahrscheinlich ins Mittelalter zurück – mindestens aber bis ins 16. Jahrhundert, als sie erstmals in einem Buch erwähnt wurde. Das Gebäck ist voll von symbolischen Anspielungen, die sich sowohl auf das Christentum als auch auf vorchristliche Frühlingsrituale beziehen. So sollte der Blätterteig der Legende zufolge aus 33 einzeln ausgerollten Teigstücken zubereitet werden, für jedes Lebensjahr Christi eines. Wichtigste symbolische Zutat aber sind die Eier, das klassische Symbol der Fruchtbarkeit.

Etwas vereinfacht kann die Torte auch mit fertigem Blätterteig zubereitet werden. Wer es traditionell möchte, bereitet aus 500 Gramm Weizenmehl, sechs Esslöffeln Olivenöl, 250 Milliliter Wasser und etwas Salz einen glatten Teig. In zwölf gleich große Portionen teilen und mit einem feuchten Tuch bedeckt eine Stunde ruhen lassen. In einem Topf die Füllung aus einem Kilo Blattspinat, 500 Gramm Ricotta (italienischer Frischkäse), zwei gehackten Knoblauchzehen, 50 Gramm Parmesan, etwas Salz, Pfeffer, Muskat und Kerbel zubereiten. Dann sechs Teigkugeln zu sehr dünnen Fladen ausrollen, dünn mit Öl bepinseln und übereinander in eine Springform legen. Die Füllung in der Form verstreichen. Mit einem Löffel sechs Mulden in die Füllung drücken und in jede Mulde ein rohes, aufgeschlagenes Ei gleiten lassen. 25 Gramm geriebenen Parmesan darüber streuen. Dann die restlichen sechs Teigkugeln als Fladen ausrollen, mit Öl bepinseln und übereinander als Deckel auflegen. Bei 180 Grad etwa 90 Minuten backen.


In Trechwitz werden mit die imposantesten Osterfeuer entfacht. Vergangenes Jahr brannte das Kolosseum. FOTO: JULIAN STÄHLE
In Trechwitz werden mit die imposantesten Osterfeuer entfacht. Vergangenes Jahr brannte das Kolosseum. FOTO: JULIAN STÄHLE

Von Gerald Dietz 

Am Karsamstag werden in Brandenburg wieder Hunderte von aufgetürmten Holzstößen in Flammen aufgehen. Zurück gehen die Osterfeuer noch auf den Brauch so die Geister des Winters vertreiben zu wollen. Gerade in der Mark ist die Tradition verbreitet, weithin sichtbar auf Feldern einen Brand vor Ostern zu entfachen. Oft sind schon Wettstreite darum ausgefochten worden, welches Feuer denn am höchsten lodert. Es gibt wenig ähnliche Gelegenheiten, zu denen Bewohner von Gemeinden so zahlreich aufgeschlossen und gesellig zusammenkommen.

In Trechwitz (Potsdam-Mittelmark) beispielsweise, einem der Plätze mit den imposantesten Osterfeuern im Land, wird es dieses Jahr gar politisch aktuell. Die Veranstalter des Freizeit- und Jugendvereins wollen wie jedes Jahr nicht nur einen Haufen Holz abfackeln, sondern ein zuvor mit viel Mühe zusammengefügtes Bauwerk. Das wohl berühmteste Wahrzeichen Londons, die Tower-Bridge, wird um den „Brexit zu veranschaulichen“, wie Organisator Sebastian Geidecka meint, in Flammen aufgehen. Die Trechwitzer haben schon viel abgefackelt. Vergangenen Jahr ging ein wochenlang aufgeschichtetes Kolosseum in Flammen auf.

Doch die Feuer rufen auch Kritik hervor. Die Diskussion um die ökologischen Folgen reicht weit über Brandenburg hinaus. So haben kürzlich die Grünen in der Stadtvertretung Norderstedt bei Hamburg ein Ende für einen Großteil privater Osterfeuer gefordert. Sie stellen die Luft belastenden Emissionen von Kohlendioxid, Feinstaub und anderen Giftstoffen ins Zentrum ihrer Kritik. Gewarnt wird auch immer wieder davor, dass in den zuweilen Tage vor dem Feuer aufgestapelten Holzstapeln Vögel und andere Kleintiere Rückzugsorte gefunden haben. Aktuell wird auch der Flammentod für unzählige Insekten gebrandmarkt.

Gleichwohl wollen die Grünen in Brandenburg „die Kirche im Dorf lassen“, wie der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Benjamin Raschke sagt. Feuer zu Ostern zu entzünden, sei eine „wirklich schöne Tradition“, bei der man aber unterscheiden müsse zwischen von Gemeinden entfachten und privaten. Er sieht „keinen Regelungsbedarf auf Landesebene“. Selbst der Bund für Umwelt- und Naturschutz ist in Brandenburg „nicht prinzipiell dagegen“, sagt Referent Axel Heinzel-Berndt. Für viele Dörfer sei das Osterfeuer „ein echter Höhepunkt“. Das Landesamt für Umwelt verweist auf die „zehn goldenden Regeln“, mit denen ein Ostfeuer entfacht werden könne. Die reichen von der Beantragung über die Berücksichtigung des Wetters und Entfachungsmethoden bis hin zum Tierschutz. Demnach sollte das Feuerholz erst kurz vor dem Anzünden zusammengetragen oder vor dem Anzünden noch einmal komplett umgeschichtet werden, um Lebewesen vor dem Feuertod zu bewahren.


Wer zum Osterfrühstück das feine Tafelsilber deckt, riskiert dabei unappetitliche Begleiterscheinungen. Das gilt zumindest, wenn Ostereier auf dem Tisch liegen. Gerät das Eiweiß mit Silber in Kontakt, beginnt das Ei zu stinken und nach Metall zu schmecken, warnt die Zeitschrift „Baby und Familie“ (Ausgabe 4/2019). Außerdem laufe das Silber dann schwarz an. Grund ist eine chemische Reaktion zwischen dem Silber und dem Eiweiß, bei der Silbersulfid entsteht. Für die Ostereier eignen sich daher besser Plastik- oder auch Edelstahllöffel. go

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