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Home Sonderthemen Oberhavel Teilweise muss nachgeputzt werden
12:24 11.02.2020
Bisher kaum im Haushalt anzutreffen: humanoide Roboter. FOTOS: AXEL HEIMKEN/DPA, FOTOLIA

Von Ulrich Nettelstroth   

Roboter im Haushalt sollen die Bewohner in erster Linie von lästigen Arbeiten entlasten. Staubsaugen und wischen, Fenster putzen, später vielleicht auch einmal Klos säubern, Wäsche bügeln oder das Essen servieren – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, Haushaltsroboter zu erwerben oder nutzen sie bereits. 2018 äußerten bei einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom noch acht Prozent den Wunsch, sich einen solchen elektronisch-mechanischen Helfer anzuschaffen, inzwischen sind es dem Verband zufolge 15 Prozent.
     

Allerdings erledigt nicht jedes Gerät seine Aufgaben zur Zufriedenheit. Die Stiftung Warentest hat aktuell acht Staubsauger-Roboter geprüft, außerdem zwei reine Wischroboter sowie fünf kombinierte Saug-Wischroboter. Ein Gut haben in dem Test nur zwei Saugroboter erhalten. Untersucht wurden Saug- und Putzqualität, Akkuleistung, Stromverbrauch und Geräuschentwicklung.

Im Saugtest mussten die Geräte Mineralstaub, feine Fasern und pastillengroße Hutmuttern entfernen. Dabei konnten selbst die beiden besten Geräte mit der Saugleistung und Filterwirkung eines guten Staubsaugers nicht mithalten. Bei einer Testfahrt im Dunkeln fanden zwei Geräte den Weg zurück zur Ladestation nicht mehr und blieben stehen.
   

Saugroboter mit Wischfunktion führen zur Nassreinigung Wasser mit sich, allerdings nur eine kleine Menge. Nicht einmal ein halber Liter passt in ihren Tank, so dass sie nicht wirklich nass, sondern eher feucht wischen. Im Test konnten die Wischroboter Kaffeeflecken in der Regel gut entfernen, Fettschmutz etwas schlechter. An angetrocknetem Senf versagten viele Modelle. Insgesamt erhielten die Modelle höchstens ein Befriedigend. Alle von der Stiftung Warentest untersuchten Geräte bieten auch Funktionen zur Steuerung per App. Dabei können auch verschlüsselte Videobilder in Echtzeit aufs Handy gesendet werden, so dass die Haushaltshelfer auch in Abwesenheit gesteuert werden können. Diese Funktionen wurden bei der Bewertung nicht in den Fokus genommen.

Zukunftsmusik sind bisher noch humanoide Roboter, die den Menschen auf Anweisung verschiedene Arbeiten abnehmen können. Als Prototyp wurde von einem französischen und einem japanischen Unternehmen der Roboter Pepper entwickelt, der in der Lage ist, die Mimik und Gestik von Menschen zu analysieren und langfristig als persönlicher Helfer zum Einsatz kommen soll.

Pepper kann bereits in Englisch, Französisch, Japanisch und Spanisch kommunizieren und verfügt über ein großes Repertoire an Gesten und Körperhaltungen. Die Waschmaschine füllen, Kleidung zum Trocknen aufhängen oder bügeln kann er allerdings bisher noch nicht.
    

Im Störungsfall ist es wichtig, dass Hilfe alarmiert werden kann. FOTO: LUKAS SCHULZE/DPA
Im Störungsfall ist es wichtig, dass Hilfe alarmiert werden kann. FOTO: LUKAS SCHULZE/DPA

In Deutschland gibt es insgesamt rund 750 000 Aufzugsanlagen, von denen 640 000 zur Personenbeförderung geeignet sind. Alle diese Anlagen unterliegen einer strengen Aufsicht. Ab 1. Januar 2021 muss in allen Aufzügen ein Notrufsystem oder ein sogenanntes Zwei-Wege-Kommunikationssystem vorhanden sein. Darauf weist der Tüv Süd hin.

Ein solches System stellt sicher, dass in einem Aufzug eingeschlossene Personen direkt Kontakt mit einem Notdienst aufnehmen können. Viele ältere Anlagen verfügen dagegen nur über einen Alarmknopf, der in der Regel ein Notsignal in unmittelbarer Nähe des Fahrstuhls auslöst. Bis Ende 2020 müssen solche Anlagen nachgerüstet werden.

Bisher ist dies nach Einschätzung des Tüv Süd erst bei einem geringen Teil der Bestandsanlagen geschehen, obwohl die gesetzlichen Vorgaben seit über vier Jahren bekannt sind. „Bei unseren Prüfungen können wir feststellen, dass rund 30 Prozent der Bestandsanlagen immer noch über kein Zwei-Wege-Kommunikationssystem oder ein Notrufleitsystem verfügen“, erklärt Dieter Roas vom Tüv Süd.

Insgesamt sind die Prüfer des Tüv mit den Aufzügen in Deutschland überwiegend zufrieden. Von den 590 000 geprüften Anlagen wurden 2018 rund 3100 wegen gefährlicher Mängel stillgelegt. Der Anteil sank gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent der untersuchten Anlagen.

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