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Home Sonderthemen Kyritz Erinnerungen an alte Zeiten
12:41 22.12.2018
Gäste der Tagespflege Humaniter in Kyritz erinnern sich beim Plätzchenbacken an die alten Zeiten. FOTOS: SANDRA BELS

Von Sandra Bels 

Kyritz. Das Plätzchenbacken weckt die Erinnerungen. Herbert Seidlitz weiß noch ganz genau, wie bitter die Plätzchen waren, die seine Mutter immer zu Weihnachten aus Hafermehl gebacken hat. „Aber wir sind trotzdem alle satt geworden und es hat geschmeckt“, sagt der Senior. „Wir waren sieben Kinder“, so Seidlitz. Da mussten sich die Eltern etwas einfallen lassen. Geschenke wurden jedes Jahr weiter gegeben, weil das Geld fehlte. „Es gab viel Selbstgemachtes und wir haben uns trotzdem gefreut“, sagt Seidlitz.

Neben ihm sitzt Christin Zander. „Ich weiß noch ganz genau, wie ich mich gefreut habe, als ich meine erste Puppenstube und den Kaufmannsladen bekam“, erzählt sie. Das war 1951. Ein paar Jahre später, nämlich 1967, nahm ihr Herbert Seidlitz die Mopedprüfung ab. Er war damals Abschnittsbevollmächtigter. Heute treffen sie sich regelmäßig in der Humaniter-Tagespflege in Kyritz und schwelgen in Erinnerungen.


Unsere Mutter hat verwendet, was da war.

Hannelore Langmann
Besucherin der TagespflegeUnsere Mutter hat verwendet, was da war. 

Hannelore Langmann 
Besucherin der Tagespflege


Mit in der Runde sitzt auch Hannelore Langmann. Sie kommt aus Brüsenhagen in die Tagespflege. Sie lebt seit 1945 in dem kleinen Ort, wurde 1942 in Polen geboren. „Bei uns wurde immer gebacken. Unsere Mutter hat verwendet, was da war“, erzählt sie. Jedes der Kinder bekam auch ein Geschenk an Heiligabend. Und dann wurde Mohn mit Weißbrot und Milch zum Abendbrot gegessen, erinnert sich Hannelore Langmann. Wer Enten hatte, stellte eine auf den Tisch. Heute gibt es Von Sandra Bels Forelle oder Kartoffelsalat und Wiener Würstchen bei ihr zu Weihnachten.

Ein bisschen üppiger war das Weihnachtsmahl von Angela Geschwendner. Die 85-Jährige erblickte das Licht der Welt in Rumänien, in der Bukowina. Zu Heiligabend gab es dort immer sieben Gänge als Abendmahl. Angela Geschwendner erinnert sich nicht mehr an alle, aber Fischsuppe, Krupfen, eine Art Pfannkuchen, Mais mit Mohn und Zucker und Semmeln kann sie noch aufzählen.

Der Plätzchenduft aus dem Ofen sorgt bei den Besuchern der Tagespflege für positive Gefühle.
Der Plätzchenduft aus dem Ofen sorgt bei den Besuchern der Tagespflege für positive Gefühle.

„Das Christkind kam zu uns und führte ein richtiges Theaterstück auf“, erzählt die Brüsenhagenerin. Dann singt sie ein altes Rumänisches Lied, dass in ihrer Kindheit immer gesungen wurde an Heiligabend. „Das war wunderschön“, sagt Angela Geschwendner. Und sie fügt an: „Ich würde so gern einmal noch in meine Heimat zurückkehren.“ Das kann sie jedoch nicht, weil sie reisekrank ist.

Angela Geschwendner musste als Siebenjährige mit Ihrer Familie aus Rumänien flüchten. Der Weg führte die Familie erst nach Polen und dann nach Deutschland. Als Angela Geschwendner elf Jahre alt war, kam sie in Rambow in der Prignitz an. Dort lebte sie, bis sie ihren Mann kennen lernte. Mit ihm zog sie 1953 nach Brüsenhagen. Ihren Mann hatte sie bei der Hochzeit seines Bruders kennen gelernt.

An die Weihnachtsfeste in Rumänien, leider waren es nur zwei, erinnert sie sich heute immer noch gern zurück. Auch an die Feste in Deutschland. Sie weiß noch, dass ihr Vater einmal ein Schaukelpferd gebaut hatte, dass von Kind zu Kind weitergegeben wurde.


Die Kinder der Kita "Kunterbunt" in Kyritz bekamen Besuch von Kyritzer Gymnasiasten. FOTO: SANDRA BELS
Die Kinder der Kita "Kunterbunt" in Kyritz bekamen Besuch von Kyritzer Gymnasiasten. FOTO: SANDRA BELS

Kyritz. Einen zauberhaften Weihnachtstag bescherten Wichtel und Elfen aus der 11. Klasse des Kyritzer Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums den Vorschülern der Kita „Kunterbunt“. Die Gymnasiasten hatten sich ihre Mützen aufgesetzt und gingen mit vollen Basteltüten, Backförmchen, Musikinstrumenten und kleinen Geschenken in die Kita zu den Vorschülern.

Lea, Kim und Vivien bastelten mit den Kindern an einem Wunschzettel. Der Weihnachtsmann sollte ihn natürlich noch vor dem Fest bekommen. Die Schülerinnen schickten ihn deshalb noch am gleichen Tag auf die Reise nach Himmelpfort.

Emily, Charlotte, Joleen und Anna-Lena halfen beim Plätzchen backen. Kaum mit Schokolade und Streuseln verziert, wanderten sie auch schon in die Münder der kleinen Bäcker. Marnie, Emma und Ben sangen mit den Kindern Weihnachtslieder und ließen so diesen vorweihnachtlichen Tag in der Kita ausklingen. Sie gingen natürlich nicht, ohne kleine Geschenke von ihrem Chef, dem Weihnachtsmann, übergeben zu haben.

Kitaleiterin Carola Waap war begeistert von der Aktion der Elftklässler als Elfen und Wichtel. „Sie können gerne im nächsten Jahr zu Weihnachten wieder zu uns kommen“, so Carola Waap.

Emily Zunke, sie hatte die Aktion organisiert, war stolz auf ihre Wichtel und Elfen, die im Auftrag des Weihnachtsmannes der Sparkasse unterwegs waren. Die Klasse feiert im Jahr 2020 ihren Abiball, der berauschend für alle Gymnasiasten, Eltern und Freunde werden soll. „Dafür benötigen wir auch finanzielle Mittel“, sagt Emily Zunke. Das Engagement der Schüler war der Sparkasse eine Belohnung wer. Sie beteiligt sich an der Finanzierung des Abiballs mit einer Spende von 500 Euro.

Info: Wer die Schüler bei der Umsetzung ihres Abiballs unterstützen möchte, der kann sich bei Emily Zunke telefonisch unter 0157 57 94 11 66 melden.

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