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Home Sonderthemen Oberhavel Steuerstundung gegen Virus
05:45 07.05.2020
Tickt im Corona-Modus: Die Schuldenuhr läuft im Zuge der Beihilfen kräftig im Plus. 
FOTOS: ZINKEN/DPA

Bei der Vielzahl staatlicher Hilfen gegen die drohenden Pleitewellen im Zuge der Corona-Pandemie wird eine Unterstützung, die Belastungen zumindest hinausschiebt, wenig beachtet. Die Finanzämter sind gehalten, Kleinunternehmern und Freiberuflern in Liquiditätsschwierigkeiten unter die Arme zu greifen. Das Bundesfinanzministerium hat dazu mit den Landesfinanzbehörden eine Reihe konkreter steuerlicher Erleichterungen abgestimmt. 

Der Fiskus soll mit Steuerleichterungen helfen – etwa in Form der Stundung fälliger Forderungen sowie Senkung und dem vorläufigen Verzicht auf Vorauszahlungen. Bereits für das Jahr 2020 geleistete Abschläge auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer können zudem auf Antrag erstattet werden. Auch auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge wird bis Jahresende verzichtet.

Eine vereinfachte Stundungsregelung gilt zunächst für die Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer. Entsprechende Anträge können beim Finanzamt bis zum Jahresende gestellt werden. Darauf machen auch Fachleute der Arag-Rechtsschutzversicherung aufmerksam.

Da die Ämter angehalten sind, großzügig zu handeln, reiche eine E-Mail mit dem Hinweis auf die aktuelle Corona-Krise. Die meisten Finanzämter bieten zudem auf ihren Internetseiten Vordrucke zum Herunterladen an. Auch für die Aussetzung der Steuervorauszahlung gibt es im Netz entsprechende Formulare.

Unternehmen müssen zwar darlegen, dass sie unmittelbar betroffen sind. Den Wert entstandener Schäden aber im Einzelnen zu belegen, sind sie nicht angehalten.

Damit Unternehmen auch in der Krise liquide bleiben, dürfen bereits absehbare Verluste durch den Corona-Stillstand mit bereits gezahlten Steuervorauszahlungen für 2019 verrechnet werden, um so früher Geld vom Finanzamt zurückzubekommen. Weil die Höhe der Corona-bedingten Verluste noch nicht feststeht, sollen die Finanzämter zunächst mit Pauschalen rechnen. Dabei wird der Gewinn aus dem vergangenen Jahr um 15 Prozent verringert – entsprechend sinkt auch die Vorauszahlung. Der zuviel gezahlte Betrag soll direkt erstattet werden.

Sollte sich später herausstellen, dass das Unternehmen in diesem Jahr doch Gewinn gemacht hat, muss es nachzahlen. Wirtschaftsverbände sprechen von einem wichtigen Schritt hin zu mehr finanziellem Puffer für Firmen.

Wird glaubhaft dargestellt, einen finanziellen Schaden durch die Pandemie erlitten zu haben, können laut Arag auch Sozialversicherungsbeiträge gestundet werden. Dies gilt zunächst für die Monate März bis Mai 2020. Bei einer bewilligten Stundung werden die entsprechenden Zinsen nicht berechnet und es bedarf keiner Sicherheitsleistung. Auch von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren soll laut Arag abgesehen werden. Von Gerald Dietz

Um die Liquidität kleiner Firmen und Selbstständiger zu stützen, soll auch eine Stundung der Kraftfahrzeugsteuer von für den geschäftlichen Betrieb genutzten Fahrzeugen möglich sein.

Hierzu sollen bis zum 31. Dezember 2020 entsprechende Stundungsanträge beim zuständigen Hauptzollamt gestellt werden.

Zu ähnlichen Maßnahmen wurde die Zollverwaltung auch bei der Energiesteuer aufgerufen.

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