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Home Sonderthemen Fläming Steuerfrei unterwegs mit Bus und Bahn
14:52 26.09.2019
Beschäftigte, die mit Bus und Bahn fahren, können steuerfrei Tickets bekommen. FOTOS: A. HEINL/DPA

Von Gerald Dietz

Gehaltserhöhungen zahlen sich in vielen Fällen bedingt durch Steuern und Sozialabgaben weniger aus als zunächst erhofft. In nicht wenigen Fällen werden sie auf rund die Hälfte gemindert. Doch es gibt Alternativen in Form von steuer- und sozialabgabenfreien Gehaltsbestandteilen. Dazu zählen etwa Fahrtickets für öffentliche Verkehrsmittel. Auch vergünstigte Jobtickets, die manche Verkehrsbetriebe anbieten, fallen darunter, genauso wie Zeit- und Ermäßigungskarten für Fernzüge.

Seit Beginn dieses Jahres haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland dafür für viele Beschäftigte deutlich verbessert. So ist der monatliche Wert dieser sogenannten Sachbezüge nicht mehr wie früher auf eine bestimmte Summe begrenzt. Details der neuen Steuerbefreiungsvorschrift hat kürzlich auch das Bundesfinanzministerium noch einmal erläutert und damit aufgekommene Zweifel ausgeräumt.

Unternehmen können Beschäftigten demnach Fahrtickets für Bus und Bahn zur Verfügung stellen, ohne dass zusätzliche Steuern abgeführt werden müssen. Voraussetzung ist nach Angaben des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL) lediglich, dass diese Leistung zusätzlich zum Lohn erbracht und darüber hinaus nicht aus einer Gehaltsumwandlung finanziert wird.
  

Die Höhe ist demnach nicht länger auf die bisherige Grenze für Sachbezüge von 44 Euro pro Monat begrenzt. Dieser Freibetrag steht jedoch weiterhin parallel für andere Sachbezüge wie beispielsweise Warengutscheine zur Verfügung.

Die Steuerfreistellung kann für alle Angebote des öffentlichen Personenverkehrs genutzt werden. Nur Fahrpreise für Charterbusse, beispielsweise für spezielle Ausflugsfahrten, für Flugreisen und für die individuelle Nutzung von Taxis bleiben außen vor.
   


„Die Tickets bleiben auch dann steuerfrei, wenn sie ausschließlich privat genutzt werden.“

Uwe Rauhöft
BVL-Geschäftsführer


Ebenso für Fahrten mit Fernzügen wie ICE, IC oder auch Fernbusverbindungen gibt es einzelne Einschränkungen: zur Verfügung gestellte Tickets sind hier nur dann steuerfrei, wenn sie ausschließlich für die Fahrstrecke zur ersten Tätigkeitsstätte, für Familienheimfahrten oder bei Auswärtstätigkeiten gelten.

„Die übrigen Tickets im Personennahverkehr bleiben auch dann steuerfrei, wenn sie zusätzlich oder sogar ausschließlich privat genutzt werden können“, hebt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine hervor. Das gilt demnach auch bei Fahrten mit Bussen oder auch Regionalbahnen.

Der Arbeitgeber kann also Monats- oder Jahrestickets für den Regionalverkehr ohne Abgabenbelastung zur Verfügung stellen. Dies gilt selbst dann, wenn die Tickets übertragbar sind oder für Mitfahrer gelten. „Der geldwerte Vorteil bleibt zwar steuerfrei, für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte wird er aber auf die Entfernungspauschale angerechnet“, gibt Rauhöft zu bedenken. Das gilt auch, wenn im Einzelfall das Fahrticket für diese Fahrten gar nicht verwendet werden kann. Wird das Ticket voraussichtlich wenig genutzt, sollten Beschäftigte daher zuvor prüfen, ob sie besser auf den zusätzlichen Lohnbonus verzichten sollten, um den Steuervorteil der Entfernungspauschale nicht zu mindern.

Die Regelungen gelten nach Angaben des Bundesfinanzministeriums auch für Zuschüsse zu Fahrkarten, die Mitarbeiter selbst kaufen, und für Ermäßigungskarten wie beispielsweise die Bahncard 25. In einem Schreiben erklärt das Ministerium anhand von Beispielen, was bei schwierigeren Fällen wie Fernverkehr- Tickets und Reisekostenerstattungen für Dienstreisen gilt.

Info www.bundesfinanzministerium.de
   


Die Zahl der Ruheständler, die einer geregelten Arbeit nachgehen, steigt. Laut Daten des Bundesarbeitsministeriums hatten 2018 bald 1,5 Millionen Rentner einen Job. Entscheidend für die Höhe des monatlichen Gesamteinkommens aus Rente und Zuverdienst sind die gesetzlichen Hinzuverdienstgrenzen. Je höher sie sind, desto mehr Geld kann dem Rentner am Ende zur Verfügung stehen. Darauf verweisen Experten der Arag-Versicherung.

Dürfen Rentner einen Nebenjob haben?
Ja. Ist die Regelaltersgrenze aber noch nicht erreicht, muss die Beschäftigung dem Rentenversicherungsträger gemeldet werden. Unabhängig vom Alter müssen die Einnahmen versteuert werden, wenn es sich nicht um einen Minijob handelt und die Einnahmen zusammen mit der Rente über dem Grundfreibetrag liegen.

Hat es in der jüngeren Vergangenheit Änderungen gegeben?
Seit dem 1. Juli 2017 ist der Hinzuverdienst zur Rente deutlich flexibler geregelt, als dies bislang der Fall war. Mit Einführung der „Flexi-Rente“ sind feste Hinzuverdienstgrenzen entfallen. Stattdessen können Rentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze 6300 Euro pro Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Vom Verdienst darüber werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Das gilt auch für Erwerbsminderungsrenten. Starre Teilrentenstufen und Verdienstgrenzen sind entfallen.

Was sind die Alternativen zur Verdienstgrenzenberechnung?
Alternativ gibt es nach der Neuregelung die Möglichkeit, die Höhe der sich aus dem jeweiligen Hinzuverdienst ergebenden Teilrente auch selbst festzulegen. Sie muss mindestens zehn Prozent der Vollrente betragen. Daraus ergibt sich gleichzeitig die individuelle Hinzuverdienstgrenze. Auskunft über die Gestaltungsmöglichkeiten gibt der Rentenversicherungsträger.

Müssen für den Hinzuverdienst Steuern gezahlt werden?
Wird mehr als 450 Euro im Monat hinzuverdient, tritt die Sozialversicherungspflicht ein und Zusatzeinnahmen müssen versteuert werden – vorausgesetzt, Rente und Verdienst liegen insgesamt über dem Grundfreibetrag.

Gibt es Hinzuverdienstgrenzen bei der Regelaltersrente?
Bei der Regelarbeitsrente – also der Rente mit Erreichen der Regelaltersgrenze – darf unbegrenzt zur Rente hinzuverdient werden. Die Rentenzahlung wird nicht beeinflusst.
  


Ein enteigneter Grundstücksbesitzer muss dem Finanzamt nicht auch noch Einkommensteuer für die Entschädigung bezahlen. Das hat der Bundesfinanzhof in letzter Instanz klargestellt.

Den Richtern lag der Fall eines Grundstückbesitzers vor, der von einer Stadt enteignet wurde und 600 000 Euro Entschädigung erhielt. Der Fiskus wollte von ihm daraufhin Steuern für einen „Veräußerungsgewinn“ von 218 744 Euro kassieren. Dagegen klagte er und bekam vor dem Finanzgericht Münster Recht.

Wie der Finanzhof mitteilte, scheiterte der Fiskus mit seiner Forderung auch vor dem obersten Steuergericht, denn der Eigentumsverlust durch Enteignung sei keine Veräußerung. Eine Enteignung sei nicht „Ausdruck einer wirtschaftlichen Betätigung“. Der Verlust des Eigentums finde ohne maßgeblichen Einfluss des Steuerpflichtigen statt.
  


Auch in der Ausbildung: Kindergeld. FOTO: A. WARNECKE/DPA
Auch in der Ausbildung: Kindergeld. FOTO: A. WARNECKE/DPA

Für fast eine halbe Million Schulabgänger starten in diesen Tagen in Ausbildung und Berufsleben. Ein neuer Lebensabschnitt, der auch steuerliche Fragen mit sich bringt. Wie geht es weiter mit dem Kindergeld und was gilt für die Lohnsteuer?

Wer nach dem Schulabschluss eine duale Berufsausbildung beginnt, zählt steuerlich bereits als Arbeitnehmer, sagt Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Für den Lohnsteuerabzug benötigt der Arbeitgeber die Steuer-Identifikationsnummer und das Geburtsdatum des Auszubildenden. Die elfstellige Identifikationsnummer findet sich in der Regel bei den Steuerunterlagen der Eltern, da sie auch für das Kindergeld benötigt wird.

Außerdem muss der Azubi angeben, ob es sich um das einzige oder bei mehreren um das erste Arbeitsverhältnis handelt. Das zweite und jedes weitere Arbeitsverhältnis (etwa Nebenjobs) werden nach der Steuerklasse VI besteuert. Ebenso wie anderen Arbeitnehmern steht Auszubildenden ein Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000 Euro im Jahr zu. Wer höhere berufliche Aufwendungen hat, kann diese als Werbungskosten geltend machen. Übersteigen die Ausbildungskosten die Einnahmen, ergibt sich ein steuerlicher Verlust. Eltern erhalten Kindergeld für Azubis. Handelt es sich um die erste Ausbildung, gilt dies unabhängig von Nebentätigkeiten.

Für Kinder, die weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, wird ebenso Kindergeld gezahlt.


   

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