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Home Sonderthemen Neuruppin Neuruppin: Nette Stunden in der Werkstatt
11:16 18.12.2020
In der Werkstatt der Stephanus-Stiftung Neuruppin musste die Weihnachtsfeier nicht ausfallen. Sozialarbeiterin Heike Lüdke zeigt einige Geschenke. FOTOS: P. LENZ

Wenn es ums Feiern geht, sind die Mitarbeiter der Stephanus-Stiftung Neuruppin, einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung, immer schon wochenlang vorher aufgeregt und voller Erwartung. Da wird normalerweise mit der hauseigenen Band geprobt oder das eine oder andere kleine Theaterstück einstudiert, um es zum Fasching oder zu Weihnachten aufzuführen.

Nicht so in diesem Jahr, in dem diese großen Feste der Pandemie zum Opfer fielen. Silvio Pohl, Leiter der Einrichtung: „Wir setzten uns im Team zusammen und suchten nach Alternativen zu den ausgefallenen Veranstaltungen. Wir wollten wenigstens den Mitarbeitern eine kleine Weihnachtsfeier im Rahmen der bestehenden Eindämmungsverordnungen ermöglichen und gleichzeitig die Arbeit des vergangenen Jahres würdigen.“

Das Ergebnis: Das Zusammentreffen fand in den einzelnen Gruppenräumen innerhalb der Werkstatt statt, am Tag des internationalen Tages der Menschen mit Behinderung. Es wurde nicht nur Rückschau gehalten auf das vergangene Jahr. Die Mitarbeiter erhielten für ihre geleistete Arbeit Prämien und Geschenke.

An dieser Tradition sollte unbedingt festgehalten werden. So gab es neben einem kleinen Präsent in Form eines hochwertigen Schreibsets und einer Taschenlampe auch noch einen Gutschein für ausgewählte Märkte Neuruppins in Höhe zwischen 30 und 40 Euro für jeden Mitarbeiter als Weihnachtsgeschenk.

In allen Räumen saßen kleine Gruppen an ihren Arbeitsplätzen zusammen, um miteinander zu reden, zu essen (Frühstück und Mittag/ Gänsebraten), Neuigkeiten auszutauschen oder die Seele baumeln zu lassen. Da, wo sonst eifrig produziert wird, gab es an diesem Tag Weihnachtsgebäck und festliche Lieder. In manchen Gruppenräumen, wie beispielsweise bei Betreuerin Gabi Erfurth und ihren Beschäftigten, standen große Fernseher, wo im Hintergrund Märchen- und Weihnachtsfilme liefen.

Eine der Beschäftigten, die 30 Jahre alte Peggy Bänke, genoss die Feier richtig. Für sie ist diese Zusammenkunft sehr wichtig. Wie sie sagte, hatte sie sich sehr auf Weihnachten und die Feier im Stadtgarten mit DJ und Tanz gefreut. „Aber ich verstehe, dass es in diesem Jahr anders ist. Ich hoffe, das Corona bald vorbei ist und wir wieder mit den anderen zusammen sein können. Ich fühle mich wie auf einer Insel, weiß aber, dass es im Moment so sein muss.“ Für Gabi Erfurth und alle anderen der 25 Betreuer und Angestellten hat sich längst abgezeichnet, dass die etwa 190 Beschäftigten der Werkstatt bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen sehr diszipliniert seien. Aber sie sehnten sich auch alle nach Gemeinsamkeit und der gewohnten Nähe. Eine Weihnachtsfeier voller Sehnsucht und Emotionen, geprägt von Hoffnung und Verständnis.

Von Peter Lenz