Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Oberhavel Wenn der Akku hält und hält und hält
15:33 20.03.2020
Hier sprintet er beim Schlittenhunderennen hinter seinen Huskys her.
FOTO: PRIVAT

Leegebruch/Hennigsdorf. Ein Firmen-Mitarbeiter fragte unlängst, ob Familie Kupka einen Handel mit Pokalen betreibe. Im Wohnzimmer des Hauses reiht sich Pokal an Pokal; auf der Schrankwand, auf Regalen und wo sonst noch Platz war. „Nein“, antwortete Raimund Kupka. „Das ist ein Teil der Pokale, die ich im Laufe meiner 48 aktiven Jahre gewonnen habe.“ Die Trophäensammlung von Raimund Kupka – dem Mann, der seit Jahrzehnten auf den Lauf-, Triathlon- und Duathlonstrecken des Landes Brandenburg zu Hause ist. Der schnelle Beine hat und nach den Wettbewerben ganz oft auf das Siegerpodest eingeladen wird. Weil er wieder einmal alle oder das Gros der Konkurrenz hinter sich gelassen hat. Mit seiner Präsenz auf den Laufstrecken des Landes hat er sich zum Botschafter des Laufsportes, zum Botschafter des SV Stahl Hennigsdorf gemacht. Der 61-Jährige wurde wegen seiner Verdienste gerade zum Ehrenmitglied des größten Vereins des Kreises Oberhavel ernannt, auf Vorschlag der Triathlon-Gruppe.

AWU Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH

„Ich war schon allein deshalb überrascht, weil ich vorgeschlagen wurde“, gibt der Leegebrucher zu. Allerdings weiß er, dass er zu den Triathlon-Pionieren des SV Stahl gehört. „Ich habe die Gruppe mit aufgebaut.“ Nach der Gründung 1984 brachte Raimund Kupka seit 1988 neuen Schwung in die Gruppe. Er übernahm sofort die Leitung und gab sie erst 2012 ab. Im Anschluss kümmerte er sich um die Finanzen. In den Jahren 1988 bis 1992 wurden eigene Wettbewerbe ausgerichtet, wobei 1992 die Brandenburger Landesmeisterschaften am Lehnitzsee stattfanden. Raimund Kupka stand sowohl bei der Ausrichtung als auch als Athlet in vorderster Reihe. 1990 nahm er als einziger Sportler des SV Stahl Hennigsdorf an den ersten und einzigen DDR-Meisterschaften im Triathlon teil. „Zu DDR-Zeiten hieß diese Sportart noch Ausdauerdreikampf“, erinnert sich Raimund Kupka.

Der Vollblutsportler hatte sich in jungen Jahren ausschließlich dem Laufen gewidmet. „Das wurde mir zu langweilig, deshalb habe ich den Triathlon für mich entdeckt“, erklärt er seine Neuorientierung. Er blieb dabei. Auch Duathlon wurde eine echte Option. Das Hundeschlittenrennen mit seinen drei Huskys auch. Und im Seniorenalter kam der Fußball hinzu. Der 61-Jährige ist nach wie vor auf den Laufstrecken des Landes unterwegs. EMB-Cup (Lauf-Wettbewerb in der Region) oder Brandenburg-Cup (Lau sind für ihn ein Muss. Meisterschaften natürlich auch. Etwa 15 Laufveranstaltungen hat er auf dem Zettel, an denen er im Jahr teilnimmt. Dazu kommen vier, fünf Triathlons (der Liepnitzsee-Triathlon ist sein Favorit). Außerdem: zwei, drei Duathlons und die Schlittenhunderennen, die in diesem Winter alle ausfielen. An manchen Wochenenden steht er bei zwei Veranstaltungen in der Anmeldeliste. „Er ist bekannt wie ein bunter Hund“, hieß es in der Laudatio zur Ernennung zum Stahl-Ehrenmitglied.

Und dann ist ja da noch das regelmäßige Training. Raimund Kupka macht sich all das nicht zur lästigen Pflicht. „Ich trainiere zweimal in der Woche, etwa acht bis zwölf Kilometer in der Leegebrucher Umgebung. Da kann ich wunderbar abschalten.“

Trainingspläne kennt Raimund Kupka nicht: „Hab ich noch nie gehabt. Ich laufe dann, wenn mir danach ist.“ Dass er dennoch eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt, beweist sein Motto: „Im Training bluten, Freude im Wettkampf.“ Trotz aller Freude ist sein Ehrgeiz jedes Mal, wenn er an der Startlinie steht, gekitzelt. „Ich möchte schon so weit wie möglich vorn landen. Die Platzierung ist mir dann wichtiger als die Zeit. Ich versuche immer, das Letzte aus mir herauszuholen. Wenn ich erschöpft bin, bin ich glücklich.“ Zurückhalten konnten ihn auch eine Leisten-Nabel-Operation oder eine Schulterverletzung nicht. Auch nicht der lange zurückliegende Riss eines Muskels im Oberschenkel. Ärzte attestierten ihm deshalb sogar das sportliche Aus, nur nicht der anerkannte Dr. Schneider. Der sagte ihm, wie es weitergeht. Und es ging weiter. Der Akku wird bei ihm offenbar nicht alle.

In all den Jahrzehnten blieb der SV Stahl Hennigdorf immer die Heimat des aus Weinböhla (Sachsen) stammenden Raimund Kupka. Auch, als er von Hennigsdorf gen Oranienburg und schließlich nach Leegebruch zog. Bei Stahl versuchte er sich ein Jahr lang sogar im Ringen. „Um meine Frau zu kriegen.“ Was übrigens auch geklappt hat. Die drei Kinder der Kupkas müssen das Sportler-Gen geerbt haben, sie alle treiben auch aktiv Sport. Und nur sie können offenbar die sportliche Laufbahn ihres Papas beenden. „Ich habe immer gesagt, wenn meine Kinder mal schneller sind als ich, höre ich auf. Dazu zähle ich jetzt auch schon die Enkelkinder“, sagt der Vielseitigkeitssportler schmunzelnd. Wenn das nicht passiert, weiß er, dass es ja auch noch eine Altersklasse 90 gibt.

Von Stefan Blumberg


Raimund Kupka läuft, schwimmt, fährt Rad und Rennen mit Schlittenhunden – jetzt ist er Ehrenmitglied bei Stahl Hennigsdorf

Mitglieder der DLRG Hennigsdorf.
Mitglieder der DLRG Hennigsdorf.
FOTO: ROBERT ROESKE

Hennigsdorf. Die Ortsgruppe Hennigsdorf e.V. der deutschen Lebensrettungsgesellschaft wird am Montag, 30. März, 30 Jahre alt. Die Geschichte der Ortsgruppe beginnt mit der Gründung des Stadtverbandes Hennigsdorf, der im August 1992 zum Kreisverband Oberhavel wurde. Vier weitere Jahre sollten vergehen, bis die Ortsgruppe im Jahre 1996 durch die Absplitterung der Ortsgruppe Oranienburg und die Gründung des Bezirkes Oberhavel ihren aktuellen Namen erhielt.

Seit der Gründung bildet die DLRG Ortsgruppe Hennigsdorf e.V. Schwimmer und Rettungsschwimmer aus und engagiert sich aktiv im Wasserrettungsdienst. Die Ortsgruppe hat zur Zeit rund 300 Mitglieder, davon über 75 Prozent im Kinder- und Jugendbereich.

Das Gros der Mitglieder nimmt die Ausbildungsangebote wahr. Kinder können ihre Seepferdchen machen. Im Jugendbereich legen in jedem Jahr im Durchschnitt 90 Kinder die Prüfungen zum Jugendschwimmabzeichen ab. Im Rettungsschwimmbereich liegt die Anzahl pro Jahr im Schnitt bei 60.

Die Schwimmausbildung ist eines der wichtigsten Anliegen der DLRG, denn sie ist die Grundlage einer wirkungsvollen Bekämpfung des Ertrinkungstodes. Auch wenn die Schwimmkurse derzeit nicht angeboten werden können, sind bei der DLRG Hennigsdorf Anmeldungen für diese Kurse möglich: Anfängerschwimmen (Seepferdchen), Delfin (zum Festigen der Fertigkeiten aus dem Seepferdchenkurs), Jugendschwimmabzeichen. Die Aufnahme in die Kurse erfolgt anhand von Wartelisten. sb

Info Ausbildungsort: Aqua Stadtbad Hennigsdorf; montags ab 17 Uhr, Kursgebühr: 150 Euro, Anmeldung: ausschließlich über die Website https://hennigsdorf.dlrg.de; Ansprechpartner: kinderschwimmen@hennigsdorf.dlrg.de

2
/
3
Datenschutz