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07:57 27.10.2021
Fotos: adobe stock/www.elektronik-zeit.de, fotohansel

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Das geht aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) hervor. Ihnen zufolge wurden im vergangenen September 33 655 Elektro-Pkw neu zugelassen. Ein Rekordwert, mit dem in Deutschland der Anteil der neu zugelassenen E-Autos erstmals vor dem der Dieselfahrzeuge liegt. Mit der steigenden Beliebtheit von Elektroautos müssen sich aber auch immer mehr Autobesitzer mit der Frage beschäftigen, wie sie ihr E-Auto möglichst effektiv, kostengünstig und umweltfreundlich aufladen können. In der Havelstadt bieten die Stadtwerke Brandenburg (StWB) dafür verschiedene Lösungen für Zuhause und Unterwegs an. Und haben auch zwei neue Autostrom-Tarife für E-Autobesitzer im Angebot.

Theoretisch ist es möglich: Das Laden des Elektroautos an einer haushaltsüblichen Steckdose. Experten sehen dies allerdings eher als Notlösung. Schutzkontaktsteckdosen sind für den Hausgebrauch ausgelegt und nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom belastbar. Die Ladeleistung ist also begrenzt, die Ladedauer lang. Und das Laden an der normalen Steckdose kann auch gefährlich werden. Beim mehrstündigen Laden von Elektrofahrzeugen kann etwa durch Alterungsprozesse der Kontakte ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Die Folge: Brandgefahr. Heide Traemann, Sprecherin der Stadtwerke Brandenburg, empfiehlt E-Autobesitzern deshalb die Installation einer speziellen Ladestation für Elektroautos, der sogenannten Wallbox. Die Wandladestation könne in der heimischen Garage, im Carport oder an Außenstellplätzen angebracht werden. Bei einer Ladeleistung von 11 Kilowatt ist ein Akku mit 41 Kilowatt, wie er etwa in vielen Kleinwagen verbaut ist, in weniger als vier Stunden aufgeladen. An der Steckdose müsste man 21 Stunden einplanen.

Die StWB bieten dann auch für alle, die auf Elektromobilität setzen wollen, den Einbau einer 11-Kilowatt-Wallbox im sogenannten Rundum-Sorglos-Paket mit Installation und Inbetriebnahme an. „Bei der Installation einer Wallbox sollten Sie einem Elektriker mit spezifischen Fachkenntnissen vertrauen, der die aktuellen Normen und Gesetze kennt und genau weiß, welche Sicherungsbauteile er zusätzlich zur Ladestation installieren muss, damit der Strom sicher vom Hausanschluss ins Elektroauto fließt“, so Heide Traemann. Zusätzlich haben die StWB auch zwei neue Autostrom-Tarife in ihr Angebot aufgenommen: Autostrom Zuhause und Autostrom Plus. „Der Tarif Autostrom Zuhause vereint den klassischen Haushaltsstrom mit dem Ladestrom und rechnet sich insbesondere für Kurzstreckenfahrer“, erklärt Heide Traemann. „Für Vielfahrer, die mehr als 10 000 Kilometer im Jahre zurücklegen, ist besonders unser Tarif Autostrom Plus lohnend. Hier wird mit einem zweiten Zähler und einem separaten Tarif fürs E-Auto gearbeitet.“ Wer eine Wallbox für Zuhause anschaffen möchte, profitiert derzeit auch von einer großzügigen Förderung durch den Bund. Mitte des Jahres wurde das KfW-Förderprogramm für private Ladestationen um 300 Millionen Euro aufgestockt. Eigentümer, Mieter und Vermieter können damit einen Zuschuss in Höhe von 900 Euro für die Anschaffung und Installation ihrer Wallbox beantragen. Unabhängig davon, ob sie bereits im Besitz eines E-Autos sind oder nicht. „Damit lohnt sich die Investition in die eigene Wallbox zum jetzigen Zeitpunkt in jedem Fall, auch wenn der Umstieg auf ein E-Auto erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant ist“, so Heide Traemann.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass für die Ladestation ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwendet wird. Wer seinen Strom von den Stadtwerken Brandenburg bezieht, erfüllt diese Voraussetzung automatisch. Die StWB setzen bereits seit 2018 vollständig auf Öko-Strom. „Aus unserer Sicht rechnet sich Elektromobilität erst dann, wenn der Öko-Strom auch vor Ort produziert und nicht über lange Trassen zu uns geschafft wird. Deshalb bestehen unsere Autostrom-Produkte zu 100 Prozent aus grünem Regionalstrom und stärken zusätzlich die Wertschöpfung in unserer Region“, so Heide Traemann.

Wer sein E-Auto unterwegs, etwa beim Parken in der Havelstadt aufladen will, findet im ganzen Stadtgebiet verteilt aktuell 34 Ladepunkte der StWB, beispielsweise am Neustädtischen Markt, am Hauptbahnhof, am Wiesenweg oder an der Werner-Seelenbinder-Straße. Jede der öffentlichen Ladepunkte wartet mit einer Ladeleistung von 22 Kilowatt auf. „Je nach Fähigkeit des eigenen Fahrzeugs können die Akkus damit innerhalb von zwei bis drei Stunden wieder vollständig geladen werden“, sagt StWB-Sprecherin Traemann.

Geladen werden kann bargeldlos per StWB-Ladekarte. Wie beim bargeldlosen Bezahlen wird die Karte einfach an die Ladestation gehalten, anschließend kann das Kabel dann mit der Station und dem Auto verbunden und der Ladevorgang gestartet werden. Bestellt werden kann die Karte online, gültig ist sie auch an mehr als 2000 Ladesäulen entlang der europäischen Autobahnen.

Weitere Informationen zu den Ladelösungen der Stadtwerke Brandenburg finden sich auch im Internet unter https://emobil-stwb.de. jk
  


Regionalstrom für klimafreundliche E-Mobilität

Elektroautos sind so sauber wie der Strom, mit dem sie fahren

Elektromobilität gilt als Schlüssel für klimafreundliche Mobilität. Damit E-Autos aber wirklich emissionsfrei unterwegs sind, ist die Frage wichtig, mit welchem Strom ihre Batterie aufgeladen wird. Von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen wird zwar auf der Straße kein CO2 ausgestoßen. Doch nur wenn Elektrofahrzeuge ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen fahren, kommt ihre ganze Energiebilanz im Verkehr ohne CO2 aus. Die Stadtwerke Brandenburg als zentraler Anbieter von Ladestationen für E-Autos in der Havelstadt setzen daher bei allen öffentlichen Ladesäulen auf hundert Prozent regional erzeugten Ökostrom – unabhängig davon, über welchen Anbieter die Stromladung abgerechnet wird.

Das erste Ökokraftwerk der StWB war eine Solaranlage in Kirchmöser. 2011 ging sie ans Netz. Nur wenig später haben die StWB komplett auf Ökostrom umgestellt. Der sogenannte Regionalstrom stammt vollständig aus erneuerbaren Quellen im Umkreis von 50 Kilometern um Brandenburg/ Havel. Neben der Photovoltaikanlage in Kirchmöser werden zwei Biogasanlagen für die Stromerzeugung eingesetzt, eine in Rhinow und eine in Meinsdorf. „Unser Biogas ist CO2-neutral, denn das Kohlendioxid, das bei der BiogasVerbrennung freigesetzt wird, wurde zuvor in den organischen Stoffen gebunden, die zu seiner Produktion vergoren wurden“, so StWB-Sprecherin Heide Traemann. „Wir investieren damit in die Energiewende. Und zwar nicht einen Pauschalbetrag und nicht irgendwo, sondern alles hier vor Ort, in Brandenburg an der Havel und der Region.“ Wird ein E-Auto vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, liegt dessen CO2-Bilanz bei der Stilllegung um bis zu 81 Prozent unter der eines kleinen Benzinautos, wie eine Analyse der Non-Profit-Organisation International Council on Clean Transportation ergeben hat.

Übrigens: Die beiden neuen Autostrom-Tarife der StWB für das Laden zuhause versorgen das E-Auto ebenfalls mit grünem Regionalstrom.