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08:46 04.12.2021
Marcel Steller (r.) begrüßte die Gäste zur Weihnachtsausstellung „Weihnachtsessen – Winterküche”. Auf Tafeln ist vieles zu Themen rund ums Winteressen nachzulesen. Unter einem Zeitstrahl hängen Originalrezepte aus 2000 Jahren Ernährungskultur. fotos: Jens Wegner, adobe stock/jfunk

Wittenberge. Der Winter ist kalt und karg. Draußen wächst so gut wie nichts. Die Tafel ist dennoch reich gedeckt. Diesem scheinbaren Widerspruch geht die neue Weihnachtsausstellung „Weihnachtsessen – Winterküche” im Wittenberger Stadtmuseum „Alte Burg” auf den Grund. 
     

„Die jüngsten Entscheidungen der Politik bedürfen der Diskussion. Diese wollen wir aber heute nicht führen. Danke, dass Sie gekommen sind!”, begrüßte Museumsleiter Marcel Steller die Gäste vor ein paar Tagen bei der Eröffnung. Dies sei ein ganz wichtiger Puzzlestein der Zivilgesellschaft. Es zeige, dass die Menschen den Drang haben, Kultur zu erleben. „Wir sind ein wichtiger und integraler Baustein der Gesellschaft.” Er habe Städte erlebt, die viel größer seien als Wittenberge. Doch das Interesse an der Geschichte der Heimatstadt sei hier besonders groß, stellte er fest. Dafür bedankt er sich. „Sie sind großartig”, lobte er die Gäste. 
    


„Entdecken Sie die spannende Welt unserer Ernährung mit all Ihren Sinnen”, lud Marcel Steller die Gäste ein und nahm sie mit auf eine Reise durch die Geschichte der Küchenkunst, der Ernährungskultur und der Konservierung.

Am Anfang der Ausstellung steht eine Tafel, auf der jeder Besucher drei Speisen mit einem Punkt markieren kann, die ihm beim Thema Weihnachten und Winter in den Sinn kommen.

Unter einem Zeitstrahl hängen Originalrezepte aus 2000 Jahren Ernährungskultur. „Vieles davon ist importiert worden. Fast alle Rezepte davon habe ich selbst nachgekocht”, so Steller. Es sind Gerichte dabei wie Eiercreme aus dem antiken Rom, Mustacei aus der Spätantike oder eine Kartoffeltorte nach einem Rezept aus dem Jahr 1940. Auf kleinen Täfelchen erfahren die Besucher Geschichtliches, beispielsweise, dass sich die Römer überwiegend vegetarisch ernährten, weil das Jagen im Wald als unkultiviert galt. Die „Barbaren” nördlich der Alpen hingegen lebten zum Großteil von Fleisch, weil der Pflanzenanbau oft nicht ausgereift war.


"Weihnachten und Winter ist mehr als das Festessen. Es ist Besinnlichkeit."

Marcel Steller, Museumsleiter


Ein anderes Thema der Ausstellung ist das wichtige Bevorraten im Winter. Verschiedene Zusatzstoffe, die nötig sind, um das Essen haltbar zu machen, sind auf einer Tafel abgebildet.

„Wir müssen auch konservieren. Es gibt viele Möglichkeiten dazu”, erläuterte der Museumsleiter. „Wir denken oft an teure Dinge aus Gold, wenn etwas Wertvolles im Museum in einer Vitrine unter Glas liegt. Wertvoll für uns ist, dass wir keinen Hunger leiden müssen. Wir sehen hier beispielsweise eine Dose Sauerkraut”, so Steller. Die Dose stammt von Kaufland. Das Unternehmen habe viele Sachen für die Ausstellung gespendet. „Das ist das, was wir brauchen. Zivilgesellschaftliches Engagement entsteht dann, wenn auch etwas gespendet wird”, lobte Marcel Steller. 
     


Auf einer Tafel wird auf die Herkunft und die Bedeutung des Gepäcks eingegangen.

„Weihnachten und Winter ist mehr als das Festessen. Es ist Besinnlichkeit”, so Steller weiter. Wie gut sich die Gäste auf ihren Geruchssinn und ihren Tastsinn verlassen können, können sie an zwei Stationen mit entsprechenden Proben testen. Zum Testen des Geschmackssinns gibt es ein Begleitprogramm zur Ausstellung. Darin werden alle Sinne aktiv genutzt. Es gibt viel Spannendes zu Weihnachten und Essen herauszufinden. Am Ende kann jeder eine selbst verzierte Süßigkeit mit nach Hause nehmen. Termine dazu können individuell für Gruppen ab vier Personen unter der Telefonnummer des Museums (03877/40 52 66) oder per E-Mail an steller@kfh-wbge.de gebucht werden.

Alle Rezepte und viel Spannendes rund um die Geschichte der Ernährung können Interessierte im Begleitheft zur Ausstellung nachlesen, das am Besucherservice des Museums erhältlich ist.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Stadtmuseums bis zum 31. Januar 2022 besucht werden. Jens Wegner