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Home Sonderthemen Fläming Seit 25 Jahren wird an Sabinchens Schicksal erinnert
17:00 11.06.2019
Am traditionellen Festumzug der Sabinchen-Festspiele in Treuenbrietzen beteiligen sich viele Vereine und Organisationen der Stadt. FOTOS (3): THOMAS WACHS

Von Ulrich Hansbuer 

Treuenbrietzen. Dieses Jubiläum wird besonders gefeiert: Mit märkischem Charme erwarten das legendäre Sabinchen und ihr Schuster alle Gäste zur rauschenden 25. Volksfestwoche ab dem kommenden Freitag in Treuenbrietzen. „Zu unserer Jubiläumswoche haben wir uns besonders viel einfallen lassen“, kündigte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) an: Lasershow mit Feuerwerk zur Eröffnung, buntes Marktreiben mit vielen Live-Bands, großer Festumzug und ein Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker sind nur einige Highlights aus dem kommenden Wochenend-Programm.

Gefeiert und gedacht wird dabei an das Schicksal von Sabine, wie sie im Original von 1849 in der Lieder-Sammlung „Musenklänge aus Deutschlands Leierkasten“ noch hieß, oder wie sie später dann 1984 in der Mundorgel als Sabinchen beschrieben wurde. Die junge Frau stahl als Dienstmagd für ihren trinksüchtigen Freund, einem Schuster aus Treuenbrietzen, einen silbernen Blechlöffel. Daraufhin wurde sie vom Hof gejagt und wollte sich von dem alkoholsüchtigen Freund trennen. Der schnitt daraufhin Sabinchen die Kehle durch – er wurde gefasst und verurteilt.

Eine Beziehungstat, die damals als Ballade auf den Marktplätzen Brandenburgs und Berlins erzählt wurde. Und wie es typisch für solch eine Art von Erzählungen ist, endete auch diese mit einer berühmten moralischen Belehrung: „Der Krug geht solange zum Brunnen, bis dass der Henkel abbricht!“

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Bürgermeister Michael Knape ist heute froh und glücklich, dass seinerzeit Treuenbrietzen als Wohnort des Mörders Erwähnung fand, denn mit der Erinnerungswoche an Sabinchen und ihren Schuster hat Treuenbrietzen in den vergangenen 25 Jahren eines der schönsten Volksfeste Brandenburgs bekommen.

Die meisten Einwohner der Sabinchenstadt sind auf den Beinen und gestalten die Festwoche selbst mit, gut bürgerliche Nachbarschaft kann aus der Nähe beobachtet werden, die Vereine Treuenbrietzens sind fast alle mit von der Partie, vor allem beim großen und längsten Jubiläums-Festumzug am Sonntag ab 11 Uhr: Eine Stadt gedenkt einer Geschichte.

„Ideengeber, Organisatoren, Mitwirkende, Gäste und besonders den 25 Sabinchen-Paaren, die mit viel Herzblut und Engagement unsere Stadt auch in der Welt bekannt gemacht haben“, so das Stadt-Oberhaupt Knape in seinem Grußwort, „gilt mein Dank.“ Matthias Weichmann von der Firma „Visual Phi Events“ und die Klangholz-Crew mit über 15 DJs aus der Region werden wieder mit viel Licht- und Sound-Technik und Videoprojektionen für großartige Stimmung am Wochenende sorgen. Und im Skatepark wird wieder der Skateboard-Cup mit gut 20 Akteuren über die Rampen und Hindernisse gehen. „Der Termin ist schon ein fester Treff für Skateboarder aus der Region sowie unsere Freunde aus Berlin und auch Dessau“, erzählt der gebürtige Treuenbrietzener Chris Steindorf vom Organisationsteam. Mit über 170 Läufern und Nordic-Walkern vermeldeten der Veranstalter des 17. Sabinchen-Laufes, der MTV Treuenbrietzen, und der SV Bardenitz eine neue Rekordteilnehmerzahl.

Die Wetteraussichten am kommenden Wochenende für die Sabinchen-Festspiele zeigen neben sonnigen Abschnitten auch Wolken und Gewitter an, allerdings bei Temperaturen zwischen 31 Grad am Freitag und 28 Grad am Sonntag.

Opernstar singt in der Marienkirche

Sänger und Entertainer Gunther Emmerlich. FOTO: PROMO/MDR/ JEHNICHEN.DE
Sänger und Entertainer Gunther Emmerlich. FOTO: PROMO/MDR/ JEHNICHEN.DE

Treuenbrietzen. Lange war es ruhig um Gunther Emmerlich. Gesundheitliche Probleme und zwei Bypass-Operationen zwangen den 74 Jahre alten gebürtigen Thüringer vor ein paar Jahren, kürzer zu treten, einen Gang runterzuschalten – doch jetzt ist er wieder da. Zum Abschluss-Wochenende der Sabinchen-Festspiele in Treuenbrietzen tritt der bekannte TV-Star, Schriftsteller und Opernsänger in der Marienkirche am 22. Juni um 19:30 Uhr auf und gibt damit dem Jubiläumsfest einen würdigen Abschluss.

„Mir fällt oftmals das Wort ‚Nein’ nicht ein“, gestand Emmerlich in einem Interview im letzten Jahr augenzwinkernd. Vor allem, wenn so reizvolle Offerten bei ihm eintrudeln wie im Fall von Treuenbrietzen. Der achtfache Großvater liebt es immer noch, auf der Bühne zu stehen und sein Publikum zu begeistern.

Der in Thüringen geborene Emmerlich machte zunächst in Erfurt einen Abschluss als Betonbauer, wandte sich dann der Musik zu und studierte von 1967 bis 1972 an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar Operngesang. Von 1972 bis 1992 gehörte er zum Ensemble der Dresdner Oper. Eine seiner Paraderollen war der Osmin in „Die Entführung aus dem Serail.“ Im Fernsehen der DDR wurde er als Gastgeber der Sendung Showkolade (1987 bis 1990) bekannt.

Seit 2006 moderiert er den Semper-Opernball in der Semperoper in Dresden und seit 2004 die TV-Gala Krone der Volksmusik. Er ist Mitglied der Semper-House-Band, die überwiegend aus Musikern der Staatskapelle Dresden besteht und sich dem Jazz widmet. 2007 veröffentlichte er sein Buch „Ich wollte mich mal ausreden lassen“, dem 2010 ein zweites mit dem Titel „Zugabe“ folgte. Emmerlich lebt in der Villa Maria in Dresden – Weißer Hirsch, ist mit der Schauspielerin Anne-Kathrein Emmerlich verheiratet und hat drei Kinder. UH

Info Konzert Gunther Emmerlich und Ensemble (Eintritt Vorverkauf 18 Euro, Abendkasse 20 Euro), 19:30 Uhr Marienkirche am 22. Juni im Rahmen der 25. Sabinchen-Festspiele

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