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13:54 01.02.2021
Nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit konnten die Mitarbeiter von Remondis Ost nun Mitte Januar das neue dreigeschossige Verwaltungsgebäude in Prützke beziehen. Fotos: Jessica Kliem

Prützke. Es riecht noch ein wenig nach frischer Farbe, in manchen Räumen fehlen einzelne Büromöbelstücke und die Schreibtische sind zumeist blitzeblank aufgeräumt. Gerade erst haben die Mitarbeiter der Ost-Niederlassung des Entsorgungs- und Recyclingunternehmens Remondis ihre Büros im neu errichteten Verwaltungsgebäude am Standort Prützke bezogen. Das dreistöckige Klinkergebäude mit einer Gesamtgeschossfläche von rund 1400 Quadratmetern umfasst insgesamt 32 Büros. Hinzu kommen zwei Besprechungsräume sowie Mitarbeiterküchen, Technikräume und sanitäre Einrichtungen. Über 140 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt. In dem Kloster-Lehniner Ortsteil werden sämtliche kaufmännischen und verwaltungstechnischen Aufgaben der Niederlassungen und Beteiligungsgesellschaften des Unternehmens in der Region Ost erledigt – und damit für 60 Standorte in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern mit insgesamt rund 2800 Mitarbeitern. Mit dem Neubau will sich das Unternehmen nun für weiteres Wachstum rüsten, wie Remondis-Prokurist Christian Umbach sagt. Und sich fest zum Standort Prützke bekennen.

Remondis ist ein international tätiges Familienunternehmen mit über 800 Standorten in mehr als 30 verschiedenen Ländern. Insgesamt sind über 30 000 Mitarbeiter bei dem Dienstleister für Recycling, Service und Wasser beschäftigt. Seit 1993 ist das Unternehmen mit seiner Niederlassung für die Region Ost in Prützke ansässig. In Brandenburg an der Havel ist Remondis an der Mebra beteiligt, die Recyclingfirmen TSR (Metall) und Remine (Kunststoffe) sind Unternehmenstöchter. Auch an der Stadtentsorgung Potsdam hält Remondis Anteile. Erst kürzlich hat die Region Ost der Remondis GmbH & Co. KG rückwirkend zum 1. Januar 2020 alle Geschäftsanteile zweier weiterer Brandenburger Gesellschaften übernommen, der Aqua-Tool Entsorgung & Recycling GmbH und Aqua-Tool Industrial Control & Cleaning GmbH. Die Mitarbeiter sollen übernommen werden. Kein Wunder also, dass es im bestehenden Bürogebäude in Prützke langsam eng wurde. Das niedrigstöckige Haus auf dem Gelände, das ebenfalls renoviert und in den Innenbereichen neu ausgestattet werden soll, sei einfach zu klein geworden, wie Christian Umbach sagt. „Wir sind stark gewachsen und an der absoluten Kapazitätsgrenze angelangt.“

Nach dreijähriger Bau- und Planungsphase freue er sich nun über die Fertigstellung des modernen Verwaltungsgebäudes auf dem Firmengelände an der Pernitzer Straße, das insgesamt Platz für 64 Mitarbeiter bieten soll. Noch sind nicht alle Räume voll ausgelastet. Gerade hat das Unternehmen in Prützke mehrere freie Stellen ausgeschrieben. Gesucht werden unter anderem Mitarbeiter in der Debitorenbuchhaltung und im Bereich Anlagenbuchhaltung. Das Unternehmen bildet zudem regelmäßig aus. Aktuell sind zehn Auszubildende in Prützke beschäftigt.

Mit dem Neubau konnte die Belegung der Büros entzerrt werden. Gerade auch in Zeiten von Corona wichtig für das Unternehmen, so Christian Umbach. Die meisten Remondis-Verwaltungsmitarbeiter in Prützke haben derzeit ein Büro für sich allein – mit Blickkontakt. In dem Neubau wurden zwischen den einzelnen Räumen große Glasfronten eingerichtet. „Kommunikationsfenster“, nennt Remondis-Qualitätsmanager Guido Suppra das freundlich wirkende Extra. Er hat die Bauabwicklung am Standort mitverantwortet.

„Als wir vor drei Jahren angefangen hatten, war das ja eine grundsätzliche Entscheidung“, so Prokurist Christian Umbach. Am Standort Prützke habe man dabei unbedingt festhalten wollen, auch wegen der zum Teil langjährigen Mitarbeiter aus der Region. Zudem habe man das bestehende, zuvor nur angemietete Bürogebäude sowie Flotten- und Werkstattgebäude von der Mebra gekauft. Diese hatte vor einigen Jahren ihren Firmensitz von Prützke nach Brandenburg an der Havel verlegt, betreibt im Kloster-Lehniner Ortsteil aktuell nur noch eine Wertstoff-Sortieranlage. Insgesamt hat Remondis mit dem Neubau rund fünf Millionen Euro in den Prützker Standort investiert.

Das neue Gebäude verfügt über eine moderne Ausstattung. Eine von Dachsensoren gesteuerte Raffstoreanlage sorgt für an die jeweiligen Witterungsbedingungen angepasste Lichtverhältnisse in den Innenräumen. Die Fenster sind mit einer Schallschutzverglasung ausgestattet.

Und höhenverstellbare Schreibtische sollen den Mitarbeitern ein an die eigenen Bedürfnisse ausgerichtetes Arbeiten ermöglichen, zum Beispiel auch im Stehen. Christian Umbach und Guido Suppra berichten, dass sie davon regelmäßig Gebrauch machten.

Das Corporate Design des Unternehmens wurde vor allem bei der Farbgestaltung aufgegriffen. Fensterrahmen, Fassadenelemente, Treppenaufgänge, sie alle enthalten das typische Remondis-Blau, so Guido Suppra. Die Farbe mit der RAL-Farbkennzeichnung 5011-Stahlblau finde sich in allen Remondis-Bauten wieder, von Köln bis nach München. Auf regionale Besonderheiten habe man besonders bei Feinheiten geachtet, wie etwa der Auswahl der verwendeten rotbraunen Klinker. „Wir haben geguckt, wie wir das hier in der Region ein bisschen anpassen können.“

Geplant habe das Gebäude ein Architekturbüro aus Selm im Münsterland, das regelmäßig für Remondis arbeite. Aber auch Unternehmen aus der Region waren beteiligt. Die Sanitärarbeiten wurden etwa ebenso wie der Brandschutz und die Vermessungsarbeiten von Brandenburger Firmen erledigt. Auch eine archäologische Begleitung vor Beginn der Baumaßnahmen war notwendig. In einem angrenzenden Bereich des Baugrunds, auf dem zuvor ein kleineres, eingeschossiges Apartmentgebäude stand, sei in öffentlichen Plänen ein Bodendenkmal verzeichnet, so Remondis-Prokurist Umbach. Gefunden wurde bei der archäologischen Prüfung, die die pmp Projekt GmbH aus Brandenburg an der Havel übernahm, allerdings nichts. Eine leichte Verzögerung des Bauvorhabens sei vielmehr pandemiebedingt gewesen. Die Bauteile für die äußere Fluchttreppe seien hierdurch später als vorgesehen geliefert worden, der Einzug somit erst am 11. Januar und damit rund vier Wochen später als geplant möglich gewesen.

Derzeit werden noch die Außenanlagen rund um den Neubau fertiggestellt. Neben knapp 40 Parkplätzen soll hier auch eine kleine, parkähnliche Grünfläche entstehen. In den Innenräumen müssen aktuell nur noch wenige Anpassungen ausgeführt werden. „Aber das sind Kleinigkeiten. Alle Abnahmen sind erfolgt. Wir können hier ganz normal arbeiten“, so Christian Umbach. „Alles in allem sind wir absolut zufrieden.“ Die komplette Fertigstellung des Areals ist bis Mitte Februar geplant. Von Jessica Kliem