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Home Sonderthemen Oberhavel Reifen ohne Kompromisse
13:29 15.10.2019
Auch „situativ“ geben Winterreifen mit gutem Profil bei Glätte mehr Halt. FOTOS: INA FASSBENDER/DPA

Wer auch im Winter jederzeit und überall sicher ans Ziel kommen will, sollte bei den Reifen keine Kompromisse machen“, erklärt Christian Koch, Reifensachverständiger bei der Prüfgesellschaft Dekra, zur laufenden Wechselsaison. „Die Reifen sind die einzige Verbindung des Fahrzeugs zur Straße“, so Koch. Wintertaugliche Reifen seien in der kalten Jahreszeit daher unverzichtbar.

Selbst wenn die Temperaturen im Zuge des Klimawandels ansteigen: Schnee, Glatteis oder Reifglätte können laut Dekra jederzeit und überraschend auftreten, wie in der vergangenen Wintersaison zu beobachten war. „Für Einsätze auf winterlichen Straßen gibt es zu Winterreifen keine Alternative“, betont Koch.

Ein spezielles Profil mit mehr Profilrillen und Lamellen in den Profilblöcken verleiht Fahrzeugen mit Winterreifen demnach eine bessere Traktion und kürzere Bremswege auf herbst- und winterlich glatten Straßen als mit Sommerpneus. Kälteflexible Gummimischungen sorgen zudem für guten Grip, auch bei niedrigen Temperaturen.

„Ein Reifen kann seine Leistungsfähigkeit aber nur dann ausspielen, wenn er eine ausreichende Profiltiefe aufweist“, betont der Reifensachverständige. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe in Deutschland beträgt 1,6 Millimeter. Die Dekra empfiehlt jedoch, eine Profiltiefe von mindestens 4,0 Millimetern bei Winterreifen nicht zu unterschreiten. Koch: „Insbesondere die Leistungsfähigkeit bei Aquaplaning und Schneegriff lässt bei geringer Profiltiefe zu wünschen übrig.“ Auch der beste Reifen greift mit 1,6 Millimetern schlechter als mit vier.

Winterurlauber sollten besonders in Österreich achtsam sein: Hier erfüllt ein Winterreifen mit weniger als vier Millimetern Profil nicht die Bereifungspflicht. Verstöße können Bußgelder nach sich ziehen. In Deutschland gilt eine „situative Winterreifenpflicht“. Das bedeutet: Bei winterlichen Straßenbedingungen müssen Fahrzeuge mit wintertauglicher Bereifung ausgestattet sein. Das gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Einen festen Zeitraum der situativen Pflicht gibt es indes nicht. Empfohlen wird aber von Fachleuten nach wie vor die sogenannte O-bis-O-Regel – will heißen von Oktober bis Ostern. Hersteller empfehlen den Wechsel, wenn die Außentemperaturen auf unter sieben Grad Celsius sinken.

Als wintertauglich gelten seit Jahresbeginn nur noch Reifen, die das Piktogramm „Berg mit Schneeflocke“ tragen. Es löste das M+S-Zeichen ab und wird nur nach Bestehen eines Vergleichstests vergeben. Die M+S-Reifen dürfen aber nach einer Übergangsregelung noch bis zum 30. 9. 2024 gefahren werden, sofern sie bis Ende 2017 hergestellt wurden. Bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Auch der Halter des Wagens wird laut Mitteilung der Arag-Versicherung neuerdings zur Kasse gebeten. gd

Seit 2012 muss laut EU jeden Reifen, der seither produziert wurde, ein Label zieren, das über das Reifenverhalten Auskunft gibt.

Hier nur auf den Rollwiderstand zu achten, ist nicht empfehlenswert.

Der wichtigste Wert zur Verkehrssicherheit ist die Nasshaftung. Hier kann die Brems-Differenz zwischen gutem Aund schlechterem FReifen bei mehreren Metern liegen.

Auch die Prüfgesellschaft Dekra bietet im Oktober Beleuchtungstests an. FOTO: DEKRA
Auch die Prüfgesellschaft Dekra bietet im Oktober Beleuchtungstests an. FOTO: DEKRA

Je früher es dunkel wird, desto wichtiger sind funktionierende Leuchten am Auto. Beim Licht-Test können Halter sie checken lassen – kostenlos nachjustiert werden sie aber nur bei älteren Autos. Kfz-Meisterbetriebe und Prüforganisationen bieten den Licht-Test den ganzen Oktober über an, erklärt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Wie wichtig diese Tests sind, zeigt ein Blick in die aktuelle amtliche Unfallstatistik. Demnach passierte 2018 rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Deutschland (32 Prozent) bei Dämmerung oder Dunkelheit. Innerorts und auf Autobahnen war der Anteil mit 34 und 36 Prozent noch etwas höher. Bei Hauptuntersuchungen von Prüforganisationen hatte zum Teil fast jedes dritte Fahrzeug Mängel an den lichttechnischen Einrichtungen.

Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, die Fahrzeugbeleuchtung zu überprüfen und, wenn nötig, zu reparieren. Schließlich findet in den Herbst- und Wintermonaten ein deutlich größerer Teil des Verkehrs bei Dämmerung und Dunkelheit statt.

Konkret schauen die Fachleute beim Test, ob alle Leuchten funktionieren und auch korrekt eingestellt sind. Analoge Scheinwerfer werden wenn nötig kostenfrei justiert. Bei moderneren Systemen ist eine Überprüfung über die reine Sichtkontrolle hinaus aber oft aufwendiger. Sie müsste daher gegebenenfalls bezahlt werden, heißt es seitens des ZDK.


Man sollte nur Auto fahren, wenn man fit ist. Trotzdem gibt jeder zweite Autofahrer in Deutschland an, dass er schon einmal fast beim Fahren eingeschlafen ist. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Fahrdienstes Clever-Shuttle.

51 Prozent der autofahrenden Männer in Deutschland sagen demnach, dass sie schon einmal hinterm Steuer ihres Wagens wegen Übermüdung fast weggenickt wären. Zum Vergleich: Nur jede vierte Autofahrerin ist bereits übermüdet gefahren.

Bei den Gründen, warum viele sich trotzdem ans Steuer setzen, rangiert der Mangel an anderen Fahrern an erster Stelle. Zudem wurden Zeitnot und Stress genannt. Nicht zuletzt gibt es demnach auch ein mangelndes Bewusstsein für die eigene Fahruntüchtigkeit.

„Insgesamt sind das erschreckend hohe Zahlen“, sagt der Mitgründer des alternativen Fahrdienstes Clever-Shuttle, Bruno Ginnuth. Das Unternehmen bringt Menschen in einigen Großstädten mit ähnlichem Ziel zu Fahrgemeinschaften zusammen.


Blätter und Gestrüpp sollten Autofahrer im Herbst besser regelmäßig von ihrem Fahrzeug entfernen. Ansonsten kann es offenbar zu Schäden am Auto kommen. Darüber berichtet die Clubzeitschrift des Auto Club Europa (ACE) „ACE Lenkrad“ (Ausgabe 10/2019).

Zum einen können Wasserabläufe verstopft werden, wenn es in Ritzen der Karosserie eindringt. Zum anderen besteht die Möglichkeit, dass die Blätter auf Dauer Lack und Blech angreifen. Denn das Laub speichert Feuchtigkeit und kann zudem Gerbsäure absondern. Am besten entfernen Autobesitzer das Laub einfach in regelmäßigen Abständen per Hand.

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