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Home Sonderthemen Jüterbog & Luckenwalde Recyclingbeton bisher selten
16:37 03.03.2020

FOTO: PIXABAY/PATRICK GANTZ

Von Ulrich Nettelstroth 

Die Menschheit pustet viel zu viel Kohlendioxid in die Atmosphäre und die Bauwirtschaft hat an einen großen Anteil daran. Dafür sind vor allem der Baustoff Beton und sein Bestandteil Zement verantwortlich, zu dessen Herstellung große Mengen an Energie benötigt werden. Schätzungen zufolge verursacht die Baubranche insgesamt ein Viertel der globalen CO2-Emissionen, die Zementherstellung allein acht Prozent. Für die Zementproduktion müssen Kalkstein und weitere Rohstoffe im Steinbruch gewonnen und in Brecheranlagen zu Schotter zerkleinert werden. Nach weiteren Zwischenschritten wird das Material bei 1450 Grad zu Zementklinker gebrannt, der danach mit Stoffen wie Gips und Anhydrit versetzt wird. Vor allem der Brennvorgang ist energieintensiv. Und die Betonbestandteile Sand und Kies werden zunehmend knapp.

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Deshalb wird in der Bauwirtschaft schon seit einiger Zeit über das Recycling von Baustoffen diskutiert, ohne dass es allerdings zu einem Rückgang des Rohstoffverbrauchs gekommen wäre. „Das Problem ist, dass nicht Recycling, sondern Downcycling stattfindet“, klagt Michael Schwaiger von der Schwaiger Group. Das Material werde überwiegend nicht für höherwertige Anwendungen verwendet, sondern lediglich etwa im Tiefbau als Auffüllmaterial. Offiziell gilt Recycling-Beton als hochwertiger Baustoff. Experten gehen davon aus, dass bei Beimischungen von bis zu 50 Prozent Recyclingmaterial, sogenanntem Mischgranulat, keine Qualitätseinbußen zu erwarten sind. In der Praxis wird der sogenannte R-Beton allerdings kaum genutzt. In der ebenfalls baufreudigen Schweiz liegt die Quote schon bei etwa 15 Prozent, in Deutschland ist sie noch kaum messbar.

Es gibt Alternativen zum ressourcenfressenden Beton. Der Klassiker, der Tonziegel, wird ebenfalls bei hohen Temperaturen gebrannt, aber es gibt auch etwa Holz. Bei der Bundesgartenschau im vergangenen Jahr in Heilbronn (Baden-Württemberg) wurde mit 34 Metern Höhe und zehn Stockwerken das höchste Holzgebäude in Deutschland präsentiert. Holz wird nachgesagt, schnell zu altern und leicht zu brennen. Tatsächlich zeigen Tests, dass vor Feuchtigkeit geschütztes Holz sehr lange hält und massives Material auch einem Feuer lange standhalten kann. Ein wichtiger Vorteil von Holz ist, dass es kurze Bauzeiten zulässt. Stammt der Rohstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft, kann Holz als klimafreundlicher Rohstoff gelten.


Brandschutz: An Rollläden denken

Brandschutz ist lebenswichtig, deshalb ist er auch im privaten Ein- oder Zweifamilienhaus vorgeschrieben. Sträflich vernachlässigt wird nach Erfahrung des Verbands Private Bauherren (VPB) aber oft der zweite Rettungsweg. Das sind in der Regel Fenster, Terrassen- und Balkontüren, durch die Bewohner ins Freie flüchten können, wenn Treppenhaus und Eingang durch Feuer und Qualm unpassierbar geworden sind. Viele Hausbesitzer schneiden sich ihren zweiten Rettungsweg unbewusst selbst ab: Sie lassen sich elektronische Rollladenheber installieren und zwar ohne Gurtroller, mit Motoren direkt an der Rolle. Das sieht schicker aus, kann aber fatal enden, denn sobald es brennt, fällt der Strom im Haus aus. Damit sind geschlossene Rollläden blockiert, die Fenster fallen als Rettungsweg aus. Erschwerend kommt hinzu: Durch geschlossene Rollladenpanzer können die Retter gar nicht sehen, wo sich die Eingeschlossenen befinden und wo sie die Axt ansetzen müssen. Der VPB rät deshalb: Wer elektrische Rollladenheber einbaut, muss darauf achten, mindestens so viele Rollläden mit Gurten zu versehen, die im Notfall ohne Strom geöffnet werden können, wie der Brandschutz vorschreibt. Zusätzlich sollte immer eine Feuerwehraxt in Greifweite liegen.


Gartenmöbel oft nicht versichert

Gartenbesitzer geben oft nicht wenig Geld für Gartenmöbel aus, um im Sommer Gemütlichkeit und Behaglichkeit auch an der frischen Luft zu erleben. Was ist aber, wenn das Gartenmobiliar entwendet oder beschädigt wird? Hier empfiehlt sich laut Experten der Arag-Versicherung ein Blick in die Bedingungen der Hausratversicherung. Diese decken zwar meist Sturm- und Hagelschäden oder Einbruch ab. Doch dies gilt oft nur für Hab und Gut, das sich innerhalb des Gebäudes befindet. Für den Diebstahl von der Terrasse oder aus dem Garten kommen längst nicht alle Versicherer auf.

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