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09:37 12.04.2021
In der neuen Kräuterpyramide sollen Liebstöckel, Salbei und Bohnenkraut wachsen. Fotos: Jessica Kliem

Rathenow. Blau, rot, lila und gelb leuchten die Stiefmütterchen direkt hinter dem Haupteingang des Optikparks aus einer halb mit Erde bedeckten Schubkarre. Ein erster Vorgeschmack auf das, was Besucher in der neuen Parksaison auf dem ehemaligen Gartenschaugelände erwarten dürfte. Knapp 17 000 Stiefmütterchen haben die Mitarbeiter der Einrichtung in einer großen Pflanzaktion Mitte März auf der Rathenower Schwedendamminsel in den Boden gebracht, wie Katja Brunow erzählt, die beim Optikpark für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Ob Buchhaltung oder Sekretariat, da haben alle mitgeholfen.“

Die vielen frisch gepflanzten Frühlingsboten erblühen vor allem auf den Strahlenbeeten des Optikparks – langgezogene Beete, die zwischen bunten Farbpyramiden in den Spektralfarben leuchten sollen. Und auch die im Herbst gesteckten Tulpenzwiebeln, insgesamt 24 000 Stück, die zum Teil von sogenannten Tulpen-Paten spendiert wurden, erwachen derzeit zu frühlingshaftem Leben. Am 17. April soll die neue Parksaison eingeleitet werden. Und das über acht Hektar große Parkgelände mit seinen vielen Aufstellern mit optischen Täuschungsbildern, Klettergerüsten in Form von Diamanten und dem großen Karpfenteich Von Jessica Kliem mit Steganlage in Form des Sonnensystemmodels der Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz wieder für Besucher öffnen.

Obwohl noch unklar ist, wie genau die Modalitäten für den Saisonstart aussehen – Corona und die damit verbundenen Regelungen sorgen auch beim Optikparkteam für allerlei Unwägbarkeiten – laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Streichen, Schilder und Müllcontainer aufstellen, der Optikpark wird gerade aus dem Winterschlaf geholt. Eine Menge Kleinstarbeit für die zehn Gartenmitarbeiter und fünf Hausmeister, die sich derzeit um die Parkanlage kümmern. „Es wird jeden Tag geharkt“, sagt Brunow. „Manche Bäume verlieren ja im Frühling erst die Blätter.“ Sie zeigt auf eine orangene Stoffbahn, die schief von einem der klingenden Farbräume herunterhängt, den bunten, begehbaren Formen im Park, in denen nach Saisoneröffnung wieder Musik aus Lautsprechern erschallen soll. Sie muss noch vor der geplanten Eröffnung ausgebessert werden. Die Uferränder wurden bereits von Unkraut und wuchernden Pflanzen befreit, der Karpfenteich mit neuen Seerosen bestückt. Die dortige Steganlage musste ebenfalls teilweise ausgebessert werden. Eine Arbeit, die durchgeführt wurde, als der Teich gerade zugefroren war, wie Brunow berichtet.

Gewerkelt wird im Optikpark aber ohnehin beinahe das ganze Jahr über. Auch ein ganz neues Kunstwerk entstand in den Wintermonaten. Optikpark-Mitarbeiter Aleksandr Dergunov schnitzte während der besucherfreien Zeit ein bärtiges Gesicht in den dicken Stamm einer mit Efeu überwucherten Linde. Und verwandelte den alten, knorrigen Baum in einen etwas mürrisch dreinblickenden Troll. Ein hübscher Blickfänger in der verwinkelten Parkanlage, in der bereits weitere Schnitzarbeiten zu bestaunen sind. Besonders das hölzerne Krokodil in Ufernähe sei bei Besuchern ein beliebtes Fotomotiv, sagt Pressesprecherin Brunow. Im südwestlichen Teil des Parks wurden auf einer Sandfläche zudem drei neue Spielgeräte für die jüngeren Besucher aufgebaut: Ein buntes Holzhaus zum Spielen und Verstecken für Kinder um die vier Jahre, eine Federwippe in Fischform und eine niedrige Rutsche mit Kletteranbau. Am Ausgang des Parks entstand vor wenigen Wochen eine neue Kräuterpyramide. Das von Auszubildenden der Rathenower Maschinen- und Apparatebau Produktions GmbH (MAP) aufgestellte, dreistöckige Beet sieht bis auf vereinzelt eingesetzte Stiefmütterchen noch etwas karg aus. Bohnenkraut, Salbei, Liebstöckel und andere Kräuter müssen erst noch heranwachsen – und sollen dann auch mit Schildchen kenntlich gemacht werden.

Noch etwas kahl wirkt es auch rund um ein weißes Gitterbettchen, das in einer etwas versteckten Ecke des Optikparks steht. Ein vergessenes Überbleibsel einer Wohnungsräumung? Keineswegs. Wie auch im vergangenen Jahr schon sollen aus dem Möbelstück bald neue Pflanzen ranken. „Wir wollen mal zeigen, wie man auch im Garten bestimmte Dinge bepflanzen kann“, sagt Katja Brunow. Derzeit sei sie noch auf der Suche nach einer kleinen Kommode, um das Ensemble zu vervollständigen. Bis zur geplanten Eröffnung am 17. April soll das ungewöhnliche Gartenmobiliar begrünt sein.

In Arbeit seien zudem neue Informationsmöglichkeiten für Parkbesucher, so die Pressesprecherin. Und zwar zum Hören. Im Sommer soll ein Audiosystem im Park installiert werden. Besucher können dann per Hearonymus-App – einer kostenlosen Audioguide-Anwendung fürs Smartphone – oder direkt vor Ort per Knopfdruck mehr über einzelne Ausstellungsstücke des Parks erfahren. Einen Infotext zum Hören soll es etwa für den Rolfschen Refraktor geben, das raffiniert konstruierte Teleskop mit einer Brennweite von knapp 21 Metern, das am östlichen Rand des Geländes steht. Oder für die Farbpyramiden zwischen den einzelnen Strahlenbeeten. Die dazugehörigen Texte habe sie bereits geschrieben, sagt Brunow. Die Vertonung stehe noch aus. Auch nach der Eröffnung gibt es für das Optikparkteam also viel zu tun. Ende Mai steht dann auch die Sommerbepflanzung mit Petunien und anderen saisonalen Blumen an. Jessica Kliem

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