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20:00 20.09.2021
Das neue Wohnhaus der PWG gegenüber vom Bahnhof beherbergt zwölf Wohnungen. Foto: PWG

Premnitz. Es liegt direkt gegenüber dem Bahnhof und leuchtet selbst an einem regnerischen Spätsommertag in freundlichem Gelb: Der Neubau, den die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) an der Heinrich-Heine-Straße errichtet hat und der kürzlich fertiggestellt wurde. Auffällig ist nicht nur der Laubengang zur Straße hin mit milchig verglasten Brüstungen und weißen Säulen, der auf den ersten Blick an Balkone erinnert. An der Vorderseite des Wohnhauses prangt auch groß das Logo der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Ein Bau, der trotz einer eher konservativen Bauweise, wie PWG-Geschäftsführer Heiko Ebers es nennt, ein Blickpunkt werden sollte – und über einige architektonische Besonderheiten verfügt. Das wichtigste Merkmal des Gebäudes, in das die PWG rund 2,3 Millionen Euro investiert hat, dürfte wohl die barrierefreie Gestaltung sein, inklusive großzügigem Aufzug.

Die zwischen 60 und 75 Quadratmeter großen Zwei- und Dreiraumwohnungen waren begehrt. Über 50 Bewerber hätten sich anfänglich für eine Wohnung in dem Neubau mit der Hausnummer 37 interessiert, wie PWG-Geschäftsführer Heiko Ebers sagt. Zu ihrer Auswahl nahm die PWG ein Losverfahren vor. Die Schlüssel für das dreigeschossige Gebäude mit insgesamt zwölf Wohnungen wurden der PWG am 20. August übergeben, mittlerweile sind die neuen Mieter eingezogen. Nach einer verhältnismäßig kurzen Bau- und Planungsphase. Besonders das Genehmigungsverfahren sei ungewöhnlich schnell vonstatten gegangen, sagt Heiko Ebers. Ende Oktober vergangenen Jahres hatten die Arbeiten begonnen, mit denen die Premnitzer Rampf Bau GmbH beauftragt war. Das Unternehmen baute schlüsselfertig. In nur drei Monaten stand der Rohbau, Anfang September rollten die ersten Umzugswagen vor. Die einzelnen Baufortschritte hat die PWG auf ihrer Website mit zahlreichen Bildern dokumentiert. Sie können hier nach wie vor unter www.pwg-premnitz.de angesehen werden.

Für Heiko Ebers, der schon länger bei der PWG arbeitet, ist es das erste fertiggestellte Projekt, das in seine Zeit als Geschäftsführer fällt. Seit August 2020 leitet er als Nachfolger von Dietmar Kästner die Geschäfte der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Und zeigt sich zufrieden mit dem neuen Wohnhaus. Die Wohnungen sind großzügig geschnitten und mit Vinylboden in Holzoptik ausgestattet. In den Bädern finden sich großflächige Fliesen. Alle verfügen über Dusche und Badewanne und sind wie das gesamte Gebäude barrierefrei gestaltet. Jede Mietpartei verfügt über ein großzügiges Kellerabteil, in dem etwa Fahrräder untergebracht werden können, und einen Balkon.

Alle Wohnungen verfügen über einen modernen Vinylboden in Holzoptik und über Balkone. Foto: PWG
Alle Wohnungen verfügen über einen modernen Vinylboden in Holzoptik und über Balkone. Foto: PWG

Beheizt werden die Wohnungen über Fußbodenheizung – in den Bädern gibt es zusätzlich Rohrheizkörper, auf denen auch Handtücher Platz finden. Die Fernwärme wird vom Kraftwerk im Industriepark geliefert. Damit und mit einer entsprechenden Gestaltung der Gebäudehülle entspricht der Neubau dem energiesparenden Standard KfW 40, der besagt, dass nur 40 Prozent der Primärenergie verbraucht wird, die nach der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben ist. Die Heizkosten für die Mieter dürften dementsprechend verhältnismäßig niedrig ausfallen.

Der Aufzug, der alle zwölf Wohnungen bedient und vom Keller bis in den dritten Stock fährt, wurde größentechnisch darauf hin angepasst, auch bequem Fahrräder beherbergen zu können. Und ist auch einer der Gründe, warum sich die PWG für den Bau eines Laubengangs entschieden hat.

Bei dem architektonischen Element, das bereits auf das Mittelalter zurückgeht und im Wohnungsbau der 1920er-Jahre an Beliebtheit gewann, liegen die Wohnungstüren an einem gemeinsam genutzten, offenen Gang. Diese Gestaltung führt dazu, dass alle zwölf Wohneinheiten über einen einzigen Aufzug erreicht werden können. Bei den verhältnismäßig hohen Kosten, die etwa mit der Wartung der Aufzüge verbunden seien, auch ein wirtschaftliches Argument, wie Heiko Ebers sagt.

Die Finanzierung des Neubaus erfolgte ohne öffentliche Förderung. Dadurch könnten die Wohnungen auch an Mieter ohne Wohnberechtigungsschein vergeben werden, was die Vermietung erleichtere. „Wir haben genügend leerstehende Wohnungen, um die Mieter zu versorgen, die vielleicht auch ein geringeres Einkommen haben“, so der PWG-Geschäftsführer.

Die PWG ist mit über 1400 Wohnungen die größte Vermieterin in der Stadt. Heiko Ebers berichtet, dass die neuen Wohnungen in der Heinrich-Heine-Straße 37 mit einer Kaltmiete von 7,50 Euro pro Quadratmeter eher im gehobenen Segment der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft anzusiedeln seien. Gemeinsam mit dem Wohnhaus mit Demenz-Station und den zwölf Stadtvillen, die die PWG zwischen 2015 und März 2020 am Mühlenweg neu errichtet hat.  Jessica Kliem

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