Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Rathenow Goldene Regeln des Brauchs
12:05 20.04.2019
Für viele Gemeinden ein beliebter Treffpunkt: das Osterfeuer. FOTO: MAURIZIO GAMBARINI/DPADPA

Von Gerald Dietz 

Am Karsamstag gehen in Brandenburg wieder wie in jedem Jahr Hunderte von aufgetürmten Holzstößen aus Baum- und Strauchschnitt in Flammen auf. Osterfeuer gehören zwar zur Liturgie der katholischen Kirche (s. Infokasten), gehen in ihrer Tradition aber auf vorchristliche Epochen zurück und sollen die Geister des Winters vertreiben. Dabei stehen sie symbolisch wohl für die Sonne als Mittelpunkt des menschlichen Lebens, die mit den Flammen als Sieger über die kalte Jahreszeit begrüßt wird.

Gerade in der Mark ist die Tradition verbreitet, weithin sichtbar auf Feldern oder auch Hügeln einen Brand vor dem Fest der Auferstehung zu entfachen. Oft sind schon Wettstreite darum ausgefochten worden, welches Feuer denn am höchsten lodert. Aus manchen Gegenden wird gar von Spielen mit Geldeinsätzen für gemeinnützige Zwecke wie etwa die Feuerwehrkasse berichtet. Dort wird dann auf die Dauer des Feuers oder das Umknicken eines im Holzstapel aufgestellten Stammes gewettet. Es gibt wenig ähnliche Gelegenheiten, zu denen Bewohner von Gemeinden so zahlreich und gesellig zusammenkommen.

Zum Teil werden in der Region spektakuläre Brände entfacht. In Trechwitz (Potsdam-Mittelmark) etwa, mit wohl einem der imposantesten Osterfeuer im Land, wird es dieses Jahr politisch aktuell. Die Veranstalter des Freizeit- und Jugendvereins wollen wie jedes Jahr nicht nur einen Haufen Holz abfackeln, sondern ein mühevoll zusammengefügtes Bauwerk. Das wohl berühmteste Wahrzeichen Londons, die Tower-Bridge, wird in Flammen aufgehen – um den „Brexit zu veranschaulichen“, wie Organisator Sebastian Geidecka meint. Die Trechwitzer haben schon viel abgefackelt: Im vergangenen Jahr ging ein aus mehren Tonnen Holz aufgeschichtetes Kolosseum in Flammen auf.

Der kleine Ort ist auch ein Beispiel für die inzwischen lauter werdende Kritik an dem Brauch. Im vergangenen Jahr etwa wurde im Ortsbeirat der Nachbargemeinde die Menge des verbrennenden Holzes problematisiert.

Die Diskussion um die ökologischen Folgen der Tradition reicht weit über Brandenburg hinaus. So hat kürzlich die Fraktion der Grünen in der Stadtvertretung Norderstedt bei Hamburg ein Aus für einen Großteil der – zumindest privaten Osterfeuer – gefordert.

Die Gründe sind inzwischen allseits bekannt. So stellen die Grünen in Norderstedt Luft belastende Emissionen ins Zentrum ihrer Kritik. Gewarnt wird auch immer wieder davor, dass in den zuweilen Tage vor dem Feuer aufgestapelten Holzstapeln Vögel Nistplätze und andere Kleintiere Rückzugsorte gefunden haben. Nicht zuletzt mit dem aktuell thematisierten Insektensterben wird der Flammentod für Kerbtiere gebrandmarkt.

Gleichwohl wollen die Grünen in Brandenburg „die Kirche im Dorf lassen“, wie der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Benjamin Raschke sagt. Feuer zu Ostern zu entzünden, sei eine „wirklich schöne Tradition“, bei der man aber unterscheiden müsse zwischen von Gemeinden entfachten und privaten. Gleichwohl sieht Raschke „keinen Regelungsbedarf auf Landesebene“. Selbst der Bund für Umweltund Naturschutz ist in Brandenburg „nicht prinzipiell dagegen“, sagt Naturschutzreferent Axel Heinzel-Berndt. Für viele Dörfer sei das Osterfeuer „ein echter Höhepunkt“. Natürlich müssten Grundsätze in Bezug auf Tierschutz, Müllverbrennung und die Einhaltung von Beschnittverbotszeiten für Pflanzen eingehalten werden.

Auch das Landesamt für Umwelt verweist auf die „zehn goldenden Regeln“, mit denen ein Ostfeuer entfacht werden könne. Die reichen von der rechtzeitigen Beantragung über die Berücksichtigung der Wetterlage und Entfachungsmethoden bis hin zum Tierschutz. Demnach sollte das Feuerholz erst kurz vor dem Anzünden zusammengetragen oder vorher noch einmal komplett umgeschichtet werden, um Lebewesen vor dem Feuertod zu bewahren, so der Referent des Präsidenten Thomas Frey.

In der katholischen Liturgie wird zur Beginn der Osternacht ein kleines Feuer entfacht. Nachdem sich die Gemeinde hier versammelt hat, entzündet der Priester die Osterkerze, die als Licht in die zunächst noch dunkle Kirche getragen wird.

Sie versinnbildlicht nicht nur Jesus Christus als Licht der Welt. Die Liturgie reicht weiter zurück. Wie einst die Israeliten der Feuersäule durch die Wüste beim Auszug aus Ägypten gefolgt sein sollen, werden die Gläubigen hier im Sinne der Auferstehung auf dem Weg vom Tod zum Leben geleitet.

Mit Spinat und Eiern ist die Torta Pasqualina gefüllt, eine Spezialität aus der Ligurien. FOTO: SARATM - STOCK.ADOBE.COM
Mit Spinat und Eiern ist die Torta Pasqualina gefüllt, eine Spezialität aus der Ligurien. FOTO: SARATM - STOCK.ADOBE.COM

In Italien ist Ostern ein Fest mit großer Bedeutung. Am Ostersonntag kommen die Familien zusammen und natürlich spielt dabei das Essen eine große Rolle. Ein typisches Rezept aus der Region Ligurien ist die Torta Pasqualina, eine herzhafte Ostertorte, die mit Spinat, Mangold oder Artischocken, Frischkäse und Eiern gefüllt ist.

Auch in anderen Regionen der italienischen Halbinsel ist sie heute ein traditioneller Teil des Ostermenüs. Sie kann sowohl warm als auch kalt gegessen werden und eignet sich daher gut für das Picknick im Grünen. Das machen viele italienische Familien traditionell am Ostermontag und treffen sich dabei auch mit Freunden treffen.

Die Ursprünge der Ostertorte reichen wahrscheinlich ins Mittelalter zurück – mindestens aber bis ins 16. Jahrhundert, als sie erstmals in einem Buch erwähnt wurde. Das Gebäck ist voll von symbolischen Anspielungen, die sich sowohl auf das Christentum als auch auf vorchristliche Frühlingsrituale beziehen. So sollte der Blätterteig der Legende zufolge aus 33 einzeln ausgerollten Teigstücken zubereitet werden, für jedes Lebensjahr Christi eines. Die wichtigste symbolische Zutat aber sind die Eier, das klassische Symbol der Fruchtbarkeit.

Etwas vereinfacht kann die Ostertorte auch mit fertigem Blätterteig aus dem Kühlregel zubereitet werden. Wer es dagegen traditionell haben möchte, bereitet zunächst aus 500 Gramm Weizenmehl, sechs Esslöffeln Olivenöl, 250 Millilitern Wasser und etwas Salz einen glatten Teig. Dieser wird in zwölf gleich große Portionen geteilt und muss mit einem feuchten Tuch bedeckt eine Stunde ruhen. In der Zwischenzeit kann die Füllung zubereitet werden. Dazu wird in einem Topf eine Mischung aus einem Kilo kurz vorgekochtem frischen Blattspinat oder Tiefkühlspinat, 500 Gramm Ricotta (italienischer Frischkäse), zwei gehackten Knoblauchzehen, 50 Gramm Parmesan, etwas Salz, Pfeffer, Muskat und Kerbel zubereitet. Dann heißt es, die sechs Teigkugeln zu sehr dünnen Fladen auszurollen, dünn mit Öl zu bepinseln und übereinander in eine Springform zu legen. Dabei ist etwas Geschicklichkeit gefragt. Die Füllung in der Form verstreichen. Mit einem Löffel sechs Mulden in die Füllung drücken und in jede Mulde ein rohes, aufgeschlagenes Ei gleiten lassen. 25 Gramm geriebenen Parmesan darüber streuen. Dann die restlichen sechs Teigkugeln als Fladen ausrollen, mit Öl bepinseln und übereinander als Deckel auflegen. Bei 180 Grad etwa 90 Minuten backen. net


Hornveilchen bilden immer wieder neue Blüten. FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA
Hornveilchen bilden immer wieder neue Blüten. FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA

Ostern steht vor der Tür und der Garten sieht noch immer trist und winterlich aus? Wer das auf die Schnelle ändern will, kann zum Beispiel Hornveilchen pflanzen, die manchmal auch als Mini-Stiefmütterchen bezeichnet werden. Ihre Blüten sind zwar kleiner als die der Stiefmütterchen, die üppige Blütenfülle macht sie jedoch zu beliebten Frühlingsboten. Die Blüten locken Bienen und Hummeln an und helfen mit ihrem Nektar, die Tiere zu ernähren. Werden sie unter Obstbäume gepflanzt, können sie die Insekten anlocken und damit zur Bestäubung der Bäume beitragen. Durch Teilung der Staude kann die Lebenszeit der Pflanzen verlängert werden. Wer die Hornveilchen außerdem Samen bilden lässt, gibt ihnen die Gelegenheit, sich von alleine im Garten zu verbreiten. Viele Unterarten kreuzen sich dann auch von ganz allein, so dass immer neue Farbvariationen im Garten zu finden sind.

Die Blüten sind übrigens nicht nur hübsch, sondern auch essbar, sowohl roh als auch gebacken oder kandiert. Das gleiche gilt für die Blüten von Stiefmütterchen und Duftveilchen. Allerdings sollten in der Küche nur Blüten verwendet werden, die selbst gesät und aufgezogen wurden. Pflanzen aus dem Blumenladen oder Gartenmarkt sind in der Regel mit Kunstdünger großgezogen worden und meist auch mit Pestiziden behandelt worden. net


Nicht nur das Osterei schmeckt ohne feines Tafelsilber viel besser. FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA
Nicht nur das Osterei schmeckt ohne feines Tafelsilber viel besser. FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA

Wer zum Osterfrühstück das feine Tafelsilber deckt, riskiert dabei unappetitliche Begleiterscheinungen. Das gilt zumindest, wenn Ostereier auf dem Tisch sind. Gerät das Eiweiß mit Silber in Kontakt, beginnt das Ei zu stinken und nach Metall zu schmecken, warnt eine Familienzeitschrift. Außerdem laufe das Silber dann häufig schwarz an. Grund ist eine chemische Reaktion zwischen dem Silber und dem Eiweiß, bei der Silbersulfid entsteht. Für die Ostereier eignen sich daher besser Plastik- oder Edelstahllöffel.

3
/
3
Datenschutz