Menü
Anmelden
Wetter Gewitter
23°/18°Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Oberhavel Oranienburg: Mundschutz mit österlichen Motiven aus der Caritas-Werkstatt
18:43 14.04.2020
Eine Auswahl der Mund- und Nasenschutze, die in der Caritas- Werkstatt produziert werden. Einige Stoffe waren schon vorrätig, andere wurden dazugekauft.

Oranienburg. Da sind sie flexibel: Das Corona-Virus begann Mitte März gerade, in Deutschland richtig zu wüten. Und schon stand die Caritas- Werkstatt St. Johannesberg bereit, um zu helfen. Mit der Produktion von Mundschutzen. Überall werden sie gebraucht. Und heute, Wochen später, gibt es immer noch nicht genug. „Wir erhielten mehrere Anfragen – und dann ging es auch schon los“, sagt Werkstatt-Leiter Christoph Lau. Die Stadtverwaltung Oranienburg, Krankenhäuser, Hebammen – aus diesen Richtungen seien Wünsche gekommen. Und passend zum größten kirchlichen Fest zieren die Nasen- und Mundschutze jetzt sogar Ostermotive. Auf denen tänzeln Osterhasen putzig umher, Eier liegen auf einem „grünen Teppich“

Dabei ist der Betrieb der Caritas-Werkstatt Oranienburg wegen der Pandemie aktuell sehr weit heruntergefahren worden. Die meisten der etwa 430 Menschen mit Behinderungen stehen wegen der Corona-Krise zurzeit nicht an ihrem Arbeitsplatz. Nur etwa 30 Caritas-Mitarbeiter seien im Einsatz, um die kritische Infrastruktur wie Wäscherei oder Kantine aufrechtzuerhalten. Das hochmoderne Fertigungs- und Dienstleistungsunternehmen bündelte die Kräfte und technischen Ressourcen. Die Produktionsstrecke fürs Nähen der Mundschutze sei, so Christoph Lau, in einem zurzeit stillgelegten Bereich aufgebaut worden. „Zehn Frauen haben sich bereiterklärt, um den Mund-Nasen- Schutz zu nähen“, sagt Produktionsleiter Sören Neubert. Darunter sind auch festangestellte Mitarbeiterinnen.
               


Man habe Schnittmuster ausgewählt. Sören Neubert: „Wer bei Google sucht, wird sehr viele Varianten finden. Wir entschieden uns für zwei Muster.“ Ein rechteckiges und ein eher rundes. Die Motive sind ganz unterschiedlicher Art; originellerweise ist auch ein Ostermotiv dabei. „Das ist eher Zufall, denn wir hatten den Stoff bereits“, sagt Katrin Dewitz, eine der Näherinnen. In der Caritas- Werkstatt findet in jedem Jahr immer ein Osterbasar statt, auf dem selbsthergestellte Produkte angeboten werden. Die Vorbereitungen für den Basar waren schon längst angelaufen, Stoffe gekauft. Aber dann kam Corona … Aus dem Stoff mit den Ostermotiven wären sonst Tischsets oder Taschen genäht worden. Nun sind es die Mund-Nasen-Schutze.

Alexandra Schöneberg erklärt den Arbeitsablauf nach dem Waschen der Stoffe: „Erst werden die Stoffe mit Hilfe einer Schablone zurechtgeschnitten, danach der Oberund Unterstoff zusammengenäht. Dann bügeln und falten wir den entstehenden Mund- und Nasenschutz. Anschließend wird an den Seiten jeweils ein schmaler Stoffstreifen angenäht; dort kann der Gummi durchgefädelt werden. Um die Stoffe steril zu bekommen, werden sie zum Abschluss gebügelt."          

Sie sind ein Teil der Mannschaft, die in der Caritas-Werkstatt in Oranienburg einen Mund- und Nasenschutz nach dem anderen herstellen (von rechts): Katrin Dewitz, Ines Höft, Alexandra Schöneberg. FOTOS: STEFAN BLUMBERG (3), ADOBE STOCK/ROMOLO TAVANI (1)
Sie sind ein Teil der Mannschaft, die in der Caritas-Werkstatt in Oranienburg einen Mund- und Nasenschutz nach dem anderen herstellen (von rechts): Katrin Dewitz, Ines Höft, Alexandra Schöneberg. FOTOS: STEFAN BLUMBERG (3), ADOBE STOCK/ROMOLO TAVANI (1)

Sören Neubert erläutert, dass die Schutze aus Baumwolle, möglichst feiner Baumwolle, doppellagig genäht werden. „Sie sollen die Verbreitung des Virus durch Tröpfchen minimieren, bestenfalls verhindern und vor allem die anderen Menschen schützen. Aber niemand darf sich in falscher Sicherheit wiegen. Der nötige Abstand zu anderen Menschen ist trotz des Schutzes einzuhalten“, betont er.

Etwa vier Schutze, so Katrin Dewitz, schafft jede der Frauen in der Stunde. Jede der Damen hätte etwas mit dem Nähen am Hut – „und außerdem viel Spaß“, so Alexandra Schöneberg. Wenn eine entsprechende Menge der Schutze genäht wurde, werden sie in der Caritas-Werkstatt verpackt und sind für die Auslieferung bereit.

Was vor ein paar Tagen in Bezug auf das neue Produkt noch nicht ganz klar war: die Höhe des Preises für einen Mund-Nasen-Schutz. Die Recherchen von Sören Neubert ergaben, dass für günstige Einmal-Schutze 1,30 Euro das Stück genommen werden. Eine Firma bietet eine wiederverwertbare Schutzmaske für zwölf Euro an. „Wir haben es noch nicht komplett durchkalkuliert, könnten aber bei etwa fünf Euro das Stück landen.“ Die Schutze „Made in Oranienburg“ sind waschbar und wiederverwertbar.

Info:

Wer Anfragen zur Mund- und Nasenschutz-Produktion der Caritas-Werkstätten hat, kann sich per E-Mail (schnittstelle@caritas-werkstatt.de) an die Oranienburger Einrichtung wenden. Von Stefan Blumberg

2
/
5
Anzeige
Datenschutz