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Home Sonderthemen Potsdam Zu Forschungszwecken im Eis-Korsett
14:43 12.06.2019
GRAFIK: AWI
HZB Helmholtz Zentrum Berlin
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Von Gerald Dietz 

Potsdam. Die Herausforderungen klingen, als könnten sie mit dem ersten bemannten Flug der Menschheit zum Mond konkurrieren. Fachleute des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit seinem Standort in Potsdam auf dem Telegrafenberg lassen sich ab dem Herbst samt dem 17 300-Tonnen-Forschungseisbrecher der Wissenschaftseinrichtung „Polarstern“ auf einer Scholle in der zentralen Arktis einfrieren, um so über die Polkappe zu driften. Mit dabei: weitere Spezialschiffe, 50 Kollegen aus 17 Ländern, 50 Mann Schiffsbesatzung Flugzeuge, Helikopter und Raupenfahrzeuge. Selbst für den international erfahrenen Forschungsreisenden Markus Rex vom Potsdamer AWI, der die „Mosaic“ getaufte Expedition leitet, ist das Vorhaben in den Dimensionen etwas bislang nie Dagewesenes.

Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Telegrafenberg

Besucher der Langen Nacht der Wissenschaft am kommenden Sonnabend auf dem Telegrafenberg indes sollen in Eigenregie herausfinden können, welchen Weg das Team samt der Polarstern durch das ewige Eis nehmen wird. Nicht nur das: Es wird auch um den Kurs gehen, um nach einem Jahr wieder in die Freiheit des offenen Ozeans zu gelangen. „Sie werden die Expedition quasi selbst am Computer in einem Mitmachexperiment planen können“, kündigt Rex an.

Neben der eingefrorenen Polarstern (u.) sind auch andere Schiffe, Flugzeuge, Transporter und Forschungscamps in das Projekt „Mosaic“ integriert. FOTO: AWI
Neben der eingefrorenen Polarstern (u.) sind auch andere Schiffe, Flugzeuge, Transporter und Forschungscamps in das Projekt „Mosaic“ integriert. FOTO: AWI


Tropfsteine berichten über die Erderwärmung

Tropfsteine dienen Höhlenforschern des Pik als Klimaarchive. FOTOS: PIK
Tropfsteine dienen Höhlenforschern des Pik als Klimaarchive. FOTOS: PIK

Spezielle Ausrüstungen sind dafür nötig.
Spezielle Ausrüstungen sind dafür nötig.

In Indien geht es um den Monsun und sein Wirken sowie Ausbleiben in gewissen Phasen der Erdgeschichte. Marwans Fokus sind die vergangenen 10 000 Jahre, aber die Stalagmiten und Stalaktiten sind zum Teil bis zu einer Millionen Jahre gewachsen. Klimaforscher nutzen die in den Tropfsteinhöhlen gespeicherten Informationen über die Vergangenheit, um Projektionen für die Zukunft machen zu können.

Neben den Steinen und Aufnahmen von den Touren werden die Gäste eine Puppe in Menschengröße in Höhlenforscher-Ausrüstung erleben. Kinder dürfen Teile auch anprobieren und sich außerdem einen Stempel für das Telegrafenberg-Forscherdiplom abholen. Zudem wird das Pik bei der Langen Nacht auf Entdeckungstour zum Südpol gehen, eine Klimazeitmaschine starten, die Erderwärmungen direkt in Brandenburg verfolgen und erkunden, was sie mit einem Kochtopf zu tun hat. gd


In Kürze

Ein Computer heizt den Neubau

Potsdam. Im Untergeschoss des Forschungsneubaus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung befindet sich ein Hochleistungscomputer, der mit 212 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde bei Anschaffung zu den 400 schnellsten weltweit gehörte. Der Clou: Mit der Abwärme des Rechners wird der gesamte Neubau beheizt, zusätzliche Wärmequellen werden nicht benötigt. Die Experten dort informieren am 15. Juni von 17.30 bis 23.30 Uhr.

Einladung in die Wetterküche

Potsdam. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung lädt am 15. Juni in die Wetterküche ein – das interaktive kleine Forschungszentrum. Dort geht es um den Meteorologen Reinhard Süring, um eine Rekord-Ballonfahrt, um Wettermessung und den Einfluss von Wetterdaten auf die Klimaforschung. Geöffnet ist von 17.30 bis 22 Uhr (Nebengebäude Haus A 62).

Das Labor im Einsteinturm

Potsdam. Das Leibniz-Institut für Astrophysik lädt am 15. Juni ab 17 Uhr dazu ein, das Labor im Einsteinturm auf dem Telegrafenberg zu besichtigen. Der Turm wurde zwischen 1919 und 1924 gebaut und dient noch heute der Beobachtung der Sonne. Sie ist der einzige Stern, dessen Oberfläche der Mensch im Detail beobachten kann.

Wasser, Eis und bunte Tinte

Potsdam. Wie durch Temperaturunterschiede in den Ozeanen Strömungen entstehen, das können junge Forscher im Institut für Klimafolgenforschung nachvollziehen. Dabei helfen Wasser, Eis und Tinte. Forscher erläutern wissenschaftliche Hintergründe. Interessierte kommen am 15. Juni zwischen 17.30 und 21 Uhr in die Rotunde.

Informationen und Anreise

Potsdam. Alle Infos zur Langen Nacht der Wissenschaften finden Sie unter www.lndw19.de. Dort gibt es auch Karten. Zwischen Potsdam-Hbf und dem Telegrafenberg pendelt alle 15 Minuten ein Bus. Zwischen dem Telegrafenberg und dem Helmholtz-Zentrum Berlin pendelt alle 80 Minuten ein Bus.

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