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Home Sonderthemen Fläming Mit seelischen Leiden
08:52 19.11.2019
Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen sind in Brandenburg besonders ausgeprägt. FOTO: STOCK.ADOBE.COM; DPA
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Das Land Brandenburg gilt nach Angaben des sogenannten Glücksatlas als das Land mit den am wenigsten zufriedenen Bürgern. Während es hier um Eigenangaben befragter Bewohner zum persönlichen Glücksgefühl geht, gibt es statistische Fakten zur psychischen Befindlichkeit, die wirklich Sorge machen müssten. Psychische Erkrankungen sind in Brandenburg so ausgeprägt, dass die damit verbundenen Krankschreibungen weitaus länger andauern als im Bundesschnitt. Das geht aus Untersuchungen der Barmer-Krankenkasse hervor, die kürzlich präsentiert wurden.

Demnach fehlten Beschäftigte in Brandenburg im vergangenen Jahr wegen psychischer Leiden im Durchschnitt rund 3,9 Tage. Die Zeit solcher Krankschreibungen im Schnitt aller Bundesländer lag indes bei nur 3,5 Tagen.

Eine Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der Barmer ergab zudem kürzlich, dass mehr als jeder vierte Beschäftigte in Brandenburg sich emotional erschöpft fühlt. 28 Prozent der Befragten gaben an, eine mentale Ermüdung zu spüren. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt. Emotional erschöpft fühlten sich demnach vor allem jüngere Menschen. „Angesichts der hohen Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen sollten Unternehmen stärker auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement setzen, das seelische Belastungen am Arbeitsplatz, wie Dauerstress, minimiert“, so Gabriela Leyh, Barmer-Landesgeschäftsführerin in Brandenburg und Berlin.

Entsprechende Erkrankungen sind im Norden des Landes besonders ausgeprägt zu sein. Mit 4,4 Tagen waren Beschäftigte im Landkreis Oberhavel 2018 am längsten wegen psychischer Leiden krankgeschrieben. Aber auch im Havelland liegt die Zahl der durchschnittlichen entsprechenden Fehlzeiten dieser Diagnosegruppe nach Angaben der Barmer bei vier Tagen.

Generell sind die Fehlzeiten bei psychischen Erkrankungen so hoch, weil deren Behandlung zeitintensiv und gegebenenfalls mit einem stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer Rehabilitation verbunden ist. 2018 dauerte eine Krankschreibung wegen psychischer Leiden im Bundesdurchschnitt rund 45 Tage und somit länger als die Fehlzeit bei einer Krebserkrankung. gd


Kälte, Nässe und die dunklen Tage des Herbstes lassen etliche Menschen in ein Stimmungstief fallen – Winterblues genannt. Sie kommen phasenweise kaum aus dem Bett, sind traurig, missgelaunt und lustlos. Die Symptome treten wiederholt auf und ähneln denen einer ernsten Depression: Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit sowie Konzentrationsstörungen. Verbunden ist dies zum Teil mit erhöhtem Schlafbedarf und Heißhunger.

Der Körper steigere im Winterhalbjahr die Bildung des Schlafhormons Melatonin, erklärt Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH Kaufmännischen Krankenkasse in Brandenburg. Regelmäßige Bewegung besonders an der frischen Luft, eine halbe Stunde pro Tag möglichst noch in Gesellschaft mit Freunden, helfe dem Körper, Melatonin abzubauen. Das gleicht auch den durch Lichtmangel bedingten Abbau des Glückshormons Serotonin aus.

Also, öfter mal weg von Fernseher, PC und Smartphone und raus aus den vier Wänden Bewegung und Geselligkeit suchen. Denn auch Rückzug kann Traurigkeit verstärken. Und so ist „Aktivsein“ das Zauberwort gegen Trübsal an Schlechtwetter-Tagen.


Wer Antibiotika nimmt, sollte sich genau an die Verordnung des Arztes halten. Wichtig ist etwa, das Medikament so lange zu nehmen wie empfohlen. Die ganze Packung sollten Patienten aber nicht unbedingt nehmen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie.

Auch für Antibiotika gelte den Angaben nach dieselbe Regel wie für andere Medikamente: So lange wie nötig, so kurz wie möglich. Bei manchen Erkrankungen reicht es, sie nur kurz zu nehmen – bei Harnwegsinfektionen etwa manchmal nur einen Tag.
  

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