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Home Sonderthemen Brandenburg Mit den Händen heilen
17:02 23.03.2020
Chiropraktiker helfen Menschen, die etwa unter Rückenschmerzen leiden.
FOTO: ADOBE STOCK/ADAM GREGOR
AZURIT Seniorenzentrum Sternenblick

Wer es einmal erlebt hat, der versteht, warum der Volksmund meint, ein dämonisches Wesen hätte seine Hände im Spiel. Der Hexenschuss kommt vermeintlich unvorbereitet – und ist ein Fall, bei dem ein Chiropraktiker wahre Wunder vollbringen kann. Durch spezielle Handgriffe können Blockaden gelöst, „eingeklemmte“ Nerven befreit werden.

„Die Chiropraktik ist eine Therapieform, und beim Chiropraktiker handelt es sich leider um keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland“, erklärt Georg Bittcher, ehemaliger Schulleiter und Dozent einer Aus- und Fortbildungseinrichtung, in der eine zertifizierte Ausbildung für Chiropraktiker angeboten wird. Voraussetzung: Die Interessenten müssen bereits eine Heilerlaubnis besitzen, also ein Medizin-Studium absolviert oder eine Ausbildung zum Heilpraktiker erworben haben. Meist berufsbegleitend – oder als Bestandteil der Heilpraktikerausbildung – werden dann die „Handgriffe“ gelernt. Denn der Begriff „Chiropraktik“ kommt ursprünglich aus dem Griechischen und lässt sich mit „mit der Hand behandeln“ übersetzen. „Es wird davon ausgegangen, dass es sich um alte Hirtentechniken handelt, die sich unabhängig voneinander an verschiedenen Orten auf der Welt entwickelt haben“, so Heilpraktiker Bittcher, der eine eigene Praxis in Babelsberg betreibt. Als er sich Anfang der 1980er-Jahre für die Chiropraktik interessierte, musste er sich Seminare und Praktika noch selbst zusammensuchen: „In den 1990er-Jahren hospitierte ich in verschiedenen Chiropraktorenpraxen in den USA.“ Der Kanadier Daniel David Palmer (1845-1913), der den Großteil seines Lebens in Amerika verbrachte, gilt heute als Begründer der modernen Chiropraktik. Georg Bittcher: „Dabei werden ,Blockaden‘ von Gelenken der Wirbelsäule und des übrigen Bewegungsapparates durch Impulstechniken gelöst.“ Wer sich für eine Ausbildung zum Chiropraktiker interessiert, muss diese Zusatzqualifikation meist selbst bezahlen. Die Zusatzqualifikation unterliegt dabei keiner einheitlichen Regelung.

Je nach Fachschule kann die dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung 12 000 bis 20 000 Euro kosten. „Am Ende stehen schriftliche und mündliche Prüfungen“, informiert Bittcher, der sich zudem regelmäßig weiterbildet. Patienten empfiehlt er bei der Wahl eines Behandlers auf eine entsprechende Zertifizierung beziehungsweise ein Qualitätssiegel zu achten, um sicher gehen zu können, dass dieser nicht nur einen dreiwöchigen Kurs absolviert hat. Denn die entsprechenden Handgriffe sollten beherrscht werden, um keinen Schaden anzurichten. Neben Rücken- und Gelenkschmerzen soll die Chiropraktik auch bei Migräne, Menstruationsbeschwerden und anderen Leiden Linderung verschaffen. Nicht angewendet werden darf sie beispielsweise bei offenen Knochenbrüchen, hochgradiger Osteoporose, Muskelabriss, Tumoren.

Vor Behandlungsbeginn sollte daher eine ausführliche Beratung und Diagnostik erfolgen.

„Die Erfolgsaussichten, Menschen helfen zu können, die etwa unter Rückenschmerzen leiden und schon alles versucht haben, sind hoch“, so der Heilpraktiker. Den Patienten alternativ zu helfen, ohne Medikamente und deren Nebenwirkungen, verschaffe eine große Befriedigung. Nach Einschätzung von Georg Bittcher gebe es zudem einen Bedarf an Chiropraktikern, weil sich immer weniger für das Erlernen dieser Therapieform entscheiden. Von Claudia Braun 

IM DIENST DER GESUNDHEIT


Diätassistent

Tätigkeit: Diätassistenten erstellen in Kooperation mit Ärzten Ernährungstherapiepläne für und mit Patienten. Sie beurteilen den Ernährungszustand, ermitteln den Energie- und Nährstoffbedarf und erarbeiten so auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Diättherapien.

Voraussetzungen: Vorausgesetzt wird für die Ausbildung ein mittlerer Schulabschluss. Berufsfachschulen wählen Bewerber nach eigenen Kriterien aus. Es bedarf vor allem auch organisatorischer Fähigkeiten.

Vergütung: Die dreijährige Ausbildung an Schulen wird nicht vergütet. Im öffentlichen Dienst oder in Krankenhäusern mit entsprechenden tariflichen Vereinbarungen werden Vergütungen gezahlt.

Einsatzorte: Diätassistenten arbeiten in erster Linie in Groß-, Diät- oder Lehrküchen.

Neue Ausbildung

Pflegefachkraft für alle Bereiche – auch ein Studium ist möglich

Möchte ich Alten-, Kranken- oder Kinderkrankenpflegerin beziehungsweise -pfleger werden? Seit Anfang Januar stellen sich angehenden Auszubildenden, die sich für einen Beruf in der Pflege interessieren, diese Fragen nicht mehr.

Fit für alle Bereiche der Versorgung

Durch eine Reform sind die Ausbildungen zusammengeführt worden, so dass die Azubis nun Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann werden können. Hintergrund ist, dass die Auszubildenden befähigt werden sollen, Menschen aller Altersgruppen und in allen Versorgungsbereichen zu pflegen. Eingesetzt werden können sie dann in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege. Außerdem gilt der Berufsabschluss auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU. Wer schon früh weiß, dass ihn schwerpunktmäßig die Pflege von alten Menschen oder Kindern interessiert, kann sich im letzten Ausbildungsdrittel darauf spezialisieren.

Azubis bekommen während ihrer Lehrzeit vom Ausbildungsbetrieb eine Vergütung. In Einrichtungen des öffentlichen Dienstes liegt sie bei rund 1140 im ersten Lehrjahr und steigt dann stufenweise auf rund 1300 Euro brutto monatlich an. Neu ist, dass auch an privaten Berufsfachschulen kein Schulgeld mehr gezahlt werden muss.

Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung gibt es das berufsqualifizierende Pflegestudium. Das Studium dauert mindestens drei Jahre, wobei die staatliche Prüfung zur Erlangung der Berufszulassung Bestandteil der Prüfung an der Hochschule ist.

Akademischer Grad durch Studium möglich

Die Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau“ beziehungsweise „Pflegefachmann“ wird nach Abschluss in Verbindung mit dem akademischen Grad geführt.

Speziell für die berufliche Weiterbildung gibt es die Webseite www.wdb-brandenburg.de – in der Rubrik „Pflege im Land Brandenburg“ werden übersichtlich Aus-, Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Region vorgestellt. cb/dpa

Info Weitere Informationen hat die Bundesagentur für Arbeit auf ihrem Portal unter planet-beruf.de zusammengestellt.

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