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16:15 23.07.2021
Ins Stocken geraten: die Impfkampagne. Fotos: Kay Nietfeld/dpa; dpa

Nach einem zuletzt erfreulich hohen Tempo ist die Impfkampagne ins Stocken geraten. Häufig wird über Impfanreize, aber auch gesetzliche Verpflichtungen diskutiert. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) warnt in diesem Zusammenhang vor Zwangsmaßnahmen wie einer allgemeinen Impfpflicht oder Strafen für Vakzinationsunwillige. Neben intensiver Information und Beratung bedürfe es jetzt mehr Impfangebote direkt in den Lebenswelten der Menschen, so die Organisation, die Patienten kostenlos berät, unabhängig davon, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind.

„Die Impfung muss nun zu den zu Impfenden kommen – wegen der Ausbreitung der Delta-Variante zählt jede verabreichte Dosis“, sagt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede. Impfzentren und Vakzin-Verabreichungen in Arztpraxen seien für die ersten Phasen der Impfkampagne sehr wichtig. „Terminvereinbarung und Anreise können aber für einige Bevölkerungsgruppen hohe Hürden darstellen – sei es aus Impfskepsis, mangelnder Gesundheitskompetenz oder individueller Prioritätensetzung“, so Krumwiede. Auf dem Weg zur Herdenimmunität dürfe es daher keine falsche Scheu vor ungewöhnlichen Lösungen geben: „Mit Impfungen etwa in Supermärkten, Einkaufszentren oder auf Partymeilen und in Fußballstadien können viele Menschen erreicht werden, die von selbst oft keine Impfstelle aufsuchen würden.“

Aktuelle Zahlen zeigen schon seit einiger Zeit einen Rückgang der Impfbereitschaft. Nun müssen auch schwerer erreichbare Menschen und Bevölkerungsgruppen zur Impfung mobilisiert werden.

Der immer weiter erleichterte Zugang zum Impfen muss laut UPD durch eine groß angelegte Informations- und Aufklärungskampagne begleitet werden. „Denn die Gespräche zum Thema Impfen werden länger und komplexer“, sagt der ärztliche Leiter dort, Johannes Schenkel, zu den Erfahrungen aus Beratungen. Mit Aufklärungskampagnen in Fernsehen, Radio und den Sozialen Medien könnten viele zusätzliche Menschen für die Impfung sensibilisiert werden.

Mit Impfpflicht oder Strafgeldern lässt sich demnach das Tempo der Impfkampagne keinesfalls wieder erhöhen. Im Gegenteil: „Zwangsmaßnahmen könnten leicht den gegenteiligen Effekt haben, wie ein Blick in andere Länder zeigt“, so Krumwiede. gd


Enkeltrick mit neuer Nummer

Die Polizei warnt vor einem neuen Enkeltrick. Der kommt nach Angaben der Arag-Versicherung per WhatsApp. Dabei informiert der vermeintliche Enkel ahnungslose Großeltern oder andere Familienmitglieder per Messenger-Nachricht, dass er eine neue Handynummer habe. Und schwupps – ist die fremde Nummer im Handy gespeichert. Im nächsten Schritt geht es direkt um das liebe Geld. In einer weiteren Nachricht informiert der falsche Enkel, dass mit dem neuen Handy (noch) kein Online-Banking möglich sei, er aber Geld benötige. Klar, kein Problem für Oma und Opa, schnell ist das Geld an die übermittelte Kontonummer überwiesen. Die Arag-Experten raten Betroffenen, bei WhatsApp-Nachrichten von unbekannten Nummern wachsam und misstrauisch zu sein. Ein Anruf beim echten Enkel kann schon die nötige Klärung bringen.