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Home Sonderthemen Wittstock Mehr als sichere Reifen
09:38 10.11.2020
Auch die Beleuchtung sollte im Winter überprüft werden. fotos: Stephan Tournee/adobe Stock, dpa

Wenn der Winter mal wieder überraschend vor der Tür steht, sind viele froh, noch rasch einen Termin für den Reifenwechsel zu bekommen. Doch ein winterfestes Auto bedeutet mehr als sichere Pneus. Besonders Antrieb, Stromversorgung und Leuchten wollen richtig gewartet und eingestellt sein.

■ Batterie

Batterieversagen am ersten richtig kalten Tag des Jahres ist ein Klassiker. Doch es gibt Warnhinweise auf einen schwächelnden Stromspeicher, heißt es in einer Tippsammlung von Fachleuten der Arag-Versicherungsgruppe. Batterien, die zwischen fünf und sechs Jahren alt sind, seien aufgrund ihrer Lebensdauer bereits stärker ausfallgefährdet. Ein langsam zündender Motor oder Aussetzer des Autoradios können demnach Anzeichen einer nicht mehr voll leistungsfähigen Stromversorgung sein. Für die eigene Batterieprüfung wird ein sogenanntes Multimeter benötigt. Damit lässt sich die Spannung der Batterie messen. Der Test sollte am besten gemacht werden, wenn das Auto einige Stunden gestanden hat. Beträgt die Spannung zwischen 12,4 und 12,7 Volt, ist das Akku in Ordnung. Liegt sie unter zwölf Volt, sollte eine Werkstatt aufgesucht werden.

■ Licht

In der dunklen Jahreszeit wird das Sehen problematischer. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, überprüft vor der Fahrt, ob Scheinwerfer, Rück-Von Gerald Dietz licht, Blinker und Nebelleuchten einwandfrei funktionieren. Eine defekte Beleuchtung ist nicht nur gefährlich, sie kann auch Bußgelder nach sich ziehen.

■ Frostschutz

Die Kühlanlage eines Autos verfügt über eine Mischung aus Kühlmittel und Frostschutz, die beim richtigen Verhältnis sowohl gegen Hitze als auch Kälte schützt. Im Handbuch des Fahrzeugs finden sich Informationen über das richtige Frostschutzmittel und Mischverhältnis. Es empfiehlt sich, die Flüssigkeit in der Kühlanlage zu überprüfen, bevor die Temperaturen in den Negativbereich rutschen.

■ Winterreifen

Seit 2010 gilt nach Angaben der Arag laut Paragraf 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung die sogenannte situative Winterreifenpflicht in Deutschland. Das bedeutet: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf das Fahrzeug nur gefahren werden, wenn es mit geeigneten Reifen ausgerüstet ist. In welchem Zeitraum eine Winterreifenpflicht gilt, ist hingegen nicht festgelegt. Die Hersteller empfehlen den Wechsel auf Winterreifen, wenn die Außentemperaturen auf unter sieben Grad Celsius sinken. Viele Autofahrer orientieren sich an der sogenannten O-bis-O-Regel, nach der man am besten von Oktober bis Ostern mit Winterreifen fährt.

■ Vorteile

Winterreifen haben bei Schnee und Schneematsch einen deutlich kürzeren Bremsweg. Sie kennzeichnen sich durch ein gröberes Profil, welches nicht weniger als vier Millimeter Tiefe aufweisen sollte. Unter vier Millimeter sind die Winterreifen laut Arag nicht mehr wintertauglich. Reifen, die weniger als die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter aufweisen, dürfen demnach überhaupt nicht mehr gefahren und müssen ausgetauscht werden. Wer dagegen verstößt, muss mit 60 Euro Bußgeld und auch einem Punkt in Flensburg rechnen. Winterreifen sind unter anderem an dem alpinen Symbol (Berg mit Schneeflocke) oder an dem Zeichen m+s (Matsch und Schnee) erkennbar. Das Bergpiktogramm ist eine Pflichtkennzeichnung für seit 2018 produzierte Winterreifen. Von Gerald Dietz


Mängelquote bei Pkw sinkt

77,7 Prozent erhalten Tüv-Siegel

Die Quote der Autos in Brandenburg und Berlin, die beim ersten Anlauf zur Tüv-Hauptuntersuchung wegen erheblicher Mängel scheitern, ist teils rückläufig. Das geht aus einer Analyse beim Tüv Rheinland hervor, die jetzt in einer Autozeitschrift publiziert wurde. Demnach sank der Anteil der Pkw, die zunächst keine Tüv-Plakette bei der Organisation erhielten von 23,8 Prozent im Vorjahr auf 22,3. Das bedeutet auch, dass 77,7 Prozent die Hauptuntersuchung dort auf Anhieb schafften.

Demnach ist die Qualität der gebrauchten Pkw in Brandenburg und Berlin schlechter als der Bundesdurchschnitt. Insgesamt scheiterten demnach bundesweit nur 19,9 Prozent beim ersten Anlauf zur Tüv-Untersuchung. Ein Jahr zuvor waren es 21,5 Prozent. Untersucht wurden 8,8 Millionen Fahrzeuge. Am häufigsten sind Mängel an der Beleuchtung, gefolgt von Bremsen, Ölverlust, Auspuff sowie Achsen, Rädern und Reifen.

Regional gibt es deutliche Unterschiede – beispielsweise zwischen dem Saarland mit 24,2 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 20,3 Prozent Autos, die erhebliche Mängel hatten. Dies kann verschiedene Gründe haben, über die sich nur spekulieren lässt. So kann ein unterschiedlicher Fahrzeugbestand ebenso eine Rolle spielen wie die wirtschaftliche Kraft und Bevölkerungsstruktur der Autobesitzer in den Ländern. Besonders auffällig sind die Fahrzeuge, bei denen der Hauptuntersuchungstermin um mehr als zwei Monate überzogen wurde. Diese wiesen bei allen Fahrzeugarten vermehrte Mängel auf.
  

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