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08:12 28.12.2020
Foto: adobe stock/ Syda Productions

Es ist an der Zeit, die Kisten mit dem Weihnachtsschmuck vom Dachboden zu holen. Was da nicht alles zum Vorschein kommt: Lichterketten, Strohsterne, Glasfiguren, Räuchermänner, Glöckchen … und natürlich Kugeln in allen Farben, Materialien und Größen. In all dem steckt eine tiefe Symbolik voller Geschichte und Geschichten.
 

Äpfel gehören seit jeher zu Weihnachten wie Krippe und Adventsstern. Unsere Vorfahren schmückten die Weihnachtsbäume mit polierten, roten Äpfeln als Erinnerung an den Paradiesbaum. Erst in der Biedermeierzeit wurden die echten Früchte durch Kugeln aus Glas abgelöst, die im Laufe der Zeit farbiger und glitzernder wurden. Frisch und knackig gehören Äpfel neben Nüssen, Früchten und Gebäck traditionell auf den Bunten Teller. Aber welche Sorte lieben die Brandenburger?
 

Im Hofladen des Werderaner Obstbauern Stefan Lindicke gibt es eine große Auswahl an Äpfeln. Foto: Brigitta Sonntag
Im Hofladen des Werderaner Obstbauern Stefan Lindicke gibt es eine große Auswahl an Äpfeln. Foto: Brigitta Sonntag

„Da hat jeder seine eigenen Favoriten“, weiß Stefan Lindicke, der gemeinsam mit Ehefrau Bettina den Obsthof Lindicke in Werder betreibt, zu dem auch ein Hofladen gehört. Auf rund fünf Hektar in und um Werder wächst auf verschieden en Flächen das Kernobst. „Waren es früher meist knallig-rote Äpfel, die auf die Bunten Teller kamen, sind heute vor allem zweifarbige Sorten beliebt“, so der Gärtnermeister, der mit der Apfelernte in diesem Jahr halbwegs zufrieden ist. „Knapp unterm Durchschnitt, aber besser als 2019“, kommentiert er das Ergebnis. Vor allem der späte Frost im Frühjahr und der trockene Sommer reduzierten die Erträge.
 

Über 20 Apfelsorten baut Obstbauer Lindicke an. Darunter Klassiker wie Braeburn, Goldparmäne und Jonagold, aber auch Pilot und Pinova, die in Pillnitz gezüchtet wurden – dafür steht das „Pi“ im Namen – und heute in ganz Mitteleuropa wachsen. Eine junge und zunehmend beliebte Sorte ist Wellant, der mit einer matten, dunkelroten Farbe genauso punktet wie mit seinem festen, knackigen Fruchtfleisch und dem aromatischen Geschmack. „Bemerkenswert ist, dass der Wellant bei Allergikern kaum Beschwerden auslöst“, so Stefan Lindicke. 20 bis 25 Jahre trägt ein Apfelbaum Früchte. Auf dem Werderaner Obsthof lagern die geernteten Äpfel im optimalen Temperaturbereich zwischen sechs bis acht Grad Celsius. Das garantiert, dass sie bis zur nächsten Apfelsaison knackig wie am Erntetag sind. Und welche Apfelsorten schaffen es bei Lindickes auf die Bunten Teller?
 

Ob rot, grün oder zweifarbig: Äpfel gehören zu Weihnachten. Fotos: adobe stock/ visions-AD, t. wejkszo, Markus Mainka
Ob rot, grün oder zweifarbig: Äpfel gehören zu Weihnachten. Fotos: adobe stock/ visions-AD, t. wejkszo, Markus Mainka

„Ich mag feste Äpfel mit säuerlichem Aroma wie Braeburn, Pilot oder Topaz“, nennt Stefan Lindicke seine Favoriten, während Ehefrau Bettina bekennt, dass sie die größten und schönsten roten Exemplare auswählt, die sie poliert, damit sie in voller Schönheit wirken können.

Äpfel haben in der Weihnachtszeit weit mehr Auftritte als auf dem Bunten Teller: Sie sind aromatischer Bestandteil von Desserts, Kuchen und Punsch, geben dem Rotkohl eine fruchtige Note, verschwinden als Füllung im Bauch des Weihnachtsbratens, werden zu köstlichen Bratäpfeln oder pur gegessen wie der Baum sie schuf. Von Brigitta Sonntag

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