Menü
Anmelden
Wetter Gewitter
23°/18°Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Fläming Licht als Falterfalle
08:25 02.06.2020
Sparsame und gezielte Beleuchtung stört Insekten nur wenig.
FOTOS: DJD/PAULMANN LICHT, FOTOLIA

Das Insektensterben beunruhigt viele Menschen in Brandenburg. Studien zufolge nehmen die Populationen fast aller Insektenarten in Deutschland deutlich ab. Als Hauptursache wird die Intensivierung der Landwirtschaft vermutet, mit wachsenden Feldgrößen und starkem Einsatz von Insektiziden. 

Ein weiterer Faktor, der vor allem nachtaktiven Insekten zu schaffen macht, sind künstliche Lichtquellen. Die Tiere orientieren sich normalerweise am Licht von Mond und Sternen. Die massive künstliche Aufhellung ihres Lebensraums stört ihre Orientierung. Viele werden von oft heißen Lampen angelockt und verenden dort. Der Naturschutzbund (Nabu) schätzt, dass jährlich mindestens einige hundert Milliarden Insekten hierzulande an Straßenlaternen verenden. 

Aber auch die private Beleuchtung kann eine Rolle spielen. Durch die Verfügbarkeit von leistungsstarken und gleichzeitig energiesparenden LED-Lampen ist es möglich, Freiflächen stärker zu beleuchten oder sein Haus nachts in Szene zu setzen. Umweltschützer schätzen, dass die sogenannte Lichtverschmutzung in Deutschland jährlich um etwa sechs Prozent zunimmt. Unter Lichtverschmutzung wird die künstliche Aufhellung der Landschaft verstanden.

Auf nachtaktive Insekten wirken helle Lichtquellen vor allem dann anziehend, wenn es rundherum dunkel ist. Hell angestrahlte Fassaden etwa von einem Burggemäuer auf einem Hügel oder Reklametafeln am Ortsrand können nach Erfahrungen der Umweltschützer wie „Insektenstaubsauger“ wirken und Nachfalter noch aus fünf bis zehn Kilometer Entfernung anlocken. Auch beleuchtete Hausfassaden in Wohngebieten werden oft zum Anziehungspunkt für die nachtaktiven Tiere. Gefährdet sind nicht nur Insekten, sondern auch Fledermäuse und Vögel.

Immobilienbesitzer sollten daher Haus und Garten möglichst sparsam und gezielt beleuchten. Für Wege und Eingangsbereiche eignen sich automatische Beleuchtungssysteme, die mit einem Bewegungsmelder ausgestattet sind.

Die Lichtkegel von Lampen sollten immer nach unten gerichtet sein, wo die Beleuchtung gebraucht wird, um Stürze in der Dunkelheit zu verhindern. Eine Beleuchtung von Terrasse und Rasenflächen sollte nur ausnahmsweise bei Gartenfesten stattfinden und auf das Anstrahlen von Hauswänden, Objekten oder einzelnen Pflanzen wird möglichst ganz verzichtet.

Nach oben hin sollten die eingesetzten Lampen möglichst abgeschirmt sein. Außerdem sollte das Leuchtengehäuse möglichst gut gegen das Eindringen von Spinnen und Insekten geschützt sein. Bei der Auswahl der Leuchtmittel bieten sich LEDs mit einem sogenannten warmweißen Licht unter 3000 Kelvin an. Von Ulrich Nettelstroth

Noch bis zum 7. Juni findet die erste Etappe des NABU-Insektensommers statt. Bei der Mitmachaktion steht in diesem Jahr der Marienkäfer im Mittelpunkt. Die Teilnehmer sollen in diesem Jahr vor allem beobachten, wie oft sie den Asiatischen und den heimischen Siebenpunktmarienkäfer entdecken konnten.

Eine zweite Etappe des Insektensommers findet vom 31. Juli bis 9. August statt.

Die Regeln: Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll insgesamt nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung. Gezählt wird genau eine Stunde lang.

Gemeldet werden die Beobachtungen online unter www.insektensommer.de oder mit der kostenlosen App NABU Insektenwelt.

7
/
7
Anzeige
Datenschutz