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11:26 01.03.2021
Wurde im Februar bezugsfertig: Der KWR-Neubau in der Fehrbelliner Straße 1-2. Fotos: Jessica Kliem

Rathenow. Es riecht noch nach frischer Farbe, Umzugshelfer tragen eingerollte Teppiche durch die Flure des Neubaus der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) in der Fehrbelliner Straße 1 und 2. Das viergeschossige Gebäude im Rathenower Zentrum direkt neben dem Hauptkreisverkehr mit den beiden Bundesstraßen ist vor wenigen Wochen fertiggestellt worden, Anfang Februar hat die Übergabe stattgefunden. In dem neuen Gebäude gibt es 24 barrierearme Zweiraumwohnungen mit einer Größe von 48 bis 65 Quadratmetern. Sie wurden von den in Nauen ansässigen Gemeinschaftswerken angemietet, einem Anbieter für ambulante und teilstationären Pflege im Havelland. Ins Erdgeschoss des KWR-Neubaus ist eine Wohngemeinschaft für von Demenz betroffene Menschen eingezogen.

Auf neun Bewohner ist die neue Wohngemeinschaft der Gemeinschaftswerke ausgelegt. Mit insgesamt 300 Qua­dratmetern finden hier jeweils eigene Zimmer für die Bewohner Platz sowie ein „großzügiger Aufenthaltsbereich mit Kücheneinrichtung für gemeinschaftliches Kochen und gemütliches Beisammensein“, wie Architektin Susanne Müller sagt. Sie ist neben Uli Krieg Geschäftsführerin des für die Planung des KWR-Neubaus verantwortlichen Architekturbüros muellerkrieg aus Brandenburg an der Havel und berichtet, dass die Räume im Erdgeschoss auch sonst an die Bedürfnisse Betroffener von dementiellen Erkrankungen ausgerichtet wurden. So habe jeder Bewohner etwa einen festen Platz in den Waschräumen, es gebe behindertengerechte Duschbäder, wobei eines der Bäder mit einem höhenverstellbaren WC ausgestattet sei, und verschließbare Fenstergriffe.

Große Glasfronten sorgen für eine helle Atmosphäre im Erdgeschoss. An die direkt an den Gemeinschaftsbereich angrenzende Terrasse soll noch eine große Markise angebracht werden, so KWR-Geschäftsführer Danny Harwardt. Außerdem habe man besonderen Ansprüchen an den Brandschutz genügen müssen. Dafür seien etwa untereinander vernetzte Rauchmelder angebracht worden. Generell achte man bei Bauprojekten mittlerweile darauf, dass Menschen möglichst auch in höherem Alter in ihren Wohnungen leben können, so Harwardt. „Das ist bei uns immer ein Thema.“

Enge Türen, hohe Türschwellen oder knapp bemessene Flure sind in dem KWR-Neubau in der Fehrbelliner Straße dann auch nicht zu finden. Die neben der Wohngemeinschaft im Neubau untergebrachten Zweiraumwohnungen sind allesamt barrierearm gestaltet und per Aufzug zu erreichen. Es gibt schwellenfreie Zugänge und die Türbreiten sind so ausgelegt, dass auch Rollatoren hindurchpassen, erklärt Architektin Müller. Die Wohnungen verfügen zudem über wettergeschützte Loggien, Fußbodenheizung und Vinyl-PVC in Holzoptik, eine robuste Alternative zu Laminatboden. Im Dachgeschoss sind Abstellräume für die Mieter untergebracht. Insgesamt 4,2 Millionen Euro hat die KWR in den Neubau an der Fehrbelliner Straße investiert. Es ist das zweite Neubauprojekt der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die mit rund 2600 bewirtschafteten Mieteinheiten der größte Vermieter von Wohn- und Gewerberäumen in Rathenow ist.

Im Frühsommer vergangenen Jahres hatte die KWR ihren ersten Neubau in der Rathenower Forststraße fertiggestellt. Beides Projekte, welche die mit 15 Mitarbeitern recht kleine KWR in den letzten drei Jahren erst einmal stemmen musste. Mit dem fertiggestellten Neubau in der Fehrbelliner Straße, der im Herbst 2019 begonnen worden war, sei er zufrieden, sagt Harwardt. Es gebe keine Baumängel, die Wohnungen seien vermietet und es habe auch keine Corona-bedingten Bauverzögerungen gegeben. Lediglich archäologische Überprüfungen des Baugrundes hätten zwei Wochen beansprucht. Bedeutende Stücke seien dabei aber nicht gefunden worden. Der schlichte Neubau weist im Inneren übrigens ein recht auffällig gestaltetes Treppenhaus auf. Das Geländer mit geschlossenen weiß lackierten Metallplatten und integrierten Handläufen besticht durch moderne Optik und ist ein architektonisches iTüpfelchen. Von Jessica Kliem
  

Bauprojekte der KWR in Rathenow

Die Jahre 2020 und 2021 waren erstmals in der Geschichte der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) neubaureiche Jahre. Bereits m Frühsommer 2020 hatte das städtische Tochterunternehmen sein allererstes Neubauprojekt vollenden können: In der Rathenower Forststraße war ein viergeschossiger Neubau mit zwölf Wohneineinheiten entstanden.
Wie auch im soeben fertiggestellten Neubau in der Fehrbelliner Straße wurde hier im Erdgeschoss eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenzerkrankungen eingerichtet.
Die übrigen Zwei- und Dreiraumwohnungen mit 80 beziehungsweise 97 Quadratmetern Wohnfläche sowie die vier großen Vierraumwohnungen mit knapp 120 Quadratmetern Wohnfläche in der Forststraße richteten sich, anders als in dem soeben fertiggestellten Neubau in der Fehrbelliner Straße, an Mieter mit Wohnberechtigungsschein (WBS) – auch bedingt durch die Baufinanzierung des Gebäudes über das Förderprogramm der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).
Das Gebäude in der Fehrbelliner Straße wurde von der KWR über die Deutsche Kreditbank (DKB) finanziert. Sozialer Wohnungsbau liegt hier nicht vor.
Der Neubau in der Fehrbelliner Straße soll nun das vorerst letzte Großbauprojekt der KWR sein, wie Geschäftsführer Danny Harwardt berichtet. Zumindest in den kommenden drei Jahren. Für 2024 plant die kommunale Wohnungsbaugesellschaft weitere Neubauten am Rathenower Kirchberg. Hier sollen voraussichtlich fünf einzelne Wohnhäuser mit insgesamt neun Wohnungen entstehen, die sich auch an junge Familien richten werden.
Neben den Neubauprojekten hat die KWR in den vergangenen Jahren auch in die Sanierung ihrer Bestandsbauten investiert. Insgesamt flossen in den letzten sieben Jahren rund 23 Millionen Euro in die Fertigstellung des Karrees um die Berliner Straße, die Goe­thestraße und die Forststraße. Zusammengenommen wurden rund 100 Wohnungen gänzlich neu gebaut oder grundlegend saniert.
Fassadensanierungen stehen in den kommenden Jahren bei einigen älteren Blocks der KWR in der Innenstadt an.