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Home Sonderthemen Zossen Umfangreiches Programm in Paplitz
10:38 21.08.2019
Der Umzug wird auch in diesem Jahr zu den Höhepunkten des Kreiserntefestes gehören. FOTOS: FRANK PECHHOLD (2)

Von Heidrun Voigt 

Paplitz. Das Kreiserntefest des Landkreises Teltow-Fläming hat Tradition. In diesem Jahr findet es zum 17. Mal statt. Und mit dem Ortsteil Paplitz ist die Stadt Baruth zum dritten Mal Ausrichter der beliebten Familienveranstaltung, die am 24. August über die Bühne geht. Im Jahr 2000 fand das erste Kreiserntefest in Baruth statt und elf Jahre später das elfte im Ortsteil Ließen.

„Paplitz ist kein unbekanntes Fleckchen. 2018 wurde der Ort zum Super-Landschleicher-Dorf des RBB gewählt. Und auch im Feste veranstalten sind die Paplitzer geübt. Aller zwei Jahre findet das Dorffest statt, welches von der Dorfgemeinschaft Paplitz e.V. vorbereitet und durchgeführt wird“, sagt Thomas Kreutzmann, bei der Stadt Baruth für Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er hat bei der Organisation des Kreiserntefestes den Hut auf und wird von einer Agentur und vor allem von der Dorfgemeinschaft Paplitz dabei unterstützt. Er verweist darauf, dass es drei Festflächen geben wird. Das Programm auf der Hauptbühne, auf der Wiese zwischen Feuerwehrgerätehaus und Dorfbackofen, wird von der Stadt auf die Beine gestellt. Um die Bühne im Birkenhain, den Dorfbackofen und das Kranzstechreiten kümmern sich die Vereinsmitglieder.
 

Los geht es um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Paplitzer Kirche. Mit Blasmusik zieht ab 11.30 Uhr ein bunter Festumzug durchs Dorf. „Wir erwarten auch in diesem Jahr wieder viele liebevoll geschmückte Wagen und Traktoren der verschiedenen Vereine aus dem Stadtgebiet sowie angrenzender Gemeinden. Gezeigt wird aber auch Landtechnik von der Sense bis zur vollautomatischen Erntemaschine“, erzählt Thomas Kreutzmann.


"Wir erwarten auch in diesem Jahr wieder viele liebevoll geschmückte Wagen und Traktoren."

Thomas Kreutzmann, Mitarbeiter Stadt Baruth


Einer der Höhepunkt ist das traditionelle Kranzstechreiten. Bei diesem uralten Brauch wird die Geschicklichkeit der Reiter getestet. Aufgabe eines jeden Reiters ist, beim Durchreiten dreier Tore mit einem Stab den Kranz, der an jedem Tor hängt, zu durchstechen und abzureißen und ihn über die Ziellinie zu bringen. Zu beobachten ist das Spektakel um 14 Uhr auf dem Sportplatz.

Auf der Bühne am Birkenhain hat die Dorfgemeinschaft Paplitz für ein abwechslungsreiches Programm aus Musik und Artistik gesorgt. „Wie bei dem Dorffest gibt es auch beim Kreiserntefest ein 45-minütiges Bühnenprogramm der Paplitzer Kinder“, verrät Thomas Kreutzmann.
 

Auch für ein Kinderprogramm ist gesorgt.
Auch für ein Kinderprogramm ist gesorgt.

Auf der Hauptbühne geht es natürlich auch rund. Um 13 Uhr wird das Fest ganz offiziell von Baruths Bürgermeister Peter Ilk, Landrätin Cornelia Wehlan, Silvia Fuchs, der Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming, und Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger eröffnet. Den musikalischen Rahmen gestaltet das Landespolizeiorchester. Gegen 16.30 Uhr können sich die Besucher auf die Big Band der Kreismusikschule Teltow-Fläming freuen. Auf der Hauptbühne stehen mit Feuerherz und Lichtblick angesagte Schlagersternchen, die eine originelle Mischung aus Pop, Dance und Schlagern bieten. Zudem werden die Hitpiraten mit einem bunten Partymix musikalisch einheizen. Eine Lasershow und ein Feuerwerk gegen 22 Uhr beenden den Tag. Natürlich kommen auch die kleinen Besucher nicht zu kurz. Bastelstraße, Spielmobil, Kinderschminken, Riesenseifenblasen, Wasserbälle, Zirkus und eine Kleintierausstellung lassen keine Langeweile aufkommen. Staunen werden nicht nur die Mädchen und Jungen, wenn sie am Dorfbackofen Handwerkern, die wie anno dazumal arbeiten, über die Schulter schauen können. Spinnen, weben, sticken, stricken und Mehl mahlen gehören dazu.

Einen Überblick über das Festgeschehen kann man sich in luftiger Höhe von einem Kran aus verschaffen. „Es wird auch ein umfangreiches kulinarisches Angebot geben – unter anderem Backschwein, Wildbratwürste, Lángos und frischen Blechkuchen aus dem Dorfbackofen“, verspricht Thomas Kreutzmann.

Ein kostenloser Busshuttle vom Baruther Bahnhof zum Festgelände wird eingerichtet.


Kerstin Richter und ihre Hündin Antonia sind seit über fünf Jahren bei der Rettungshundestaffel aktiv. FOTO: IRIS KRÜGER
Kerstin Richter und ihre Hündin Antonia sind seit über fünf Jahren bei der Rettungshundestaffel aktiv. FOTO: IRIS KRÜGER

Von Iris Krüger

Paplitz. Beim Kreiserntefest gibt es zahlreiche Kunst- und Handwerksangebote, Informationsstände, ein vielfältiges Bühnenprogramm mit regionalen Tanzgruppen, Blasmusik und vielem mehr.

Eine der Vorführungen, der man am Samstagnachmittag auf dem Sportplatz beiwohnen kann, ist die der Hundestaffel der Johanniter-Unfallhilfe. Mittendrin wird auch Antonia zu finden sein, die mit Sicherheit viel Spaß an dem bunten Treiben haben wird. Antonia ist eine neunjährige Labrador-Dame, die seit 2014 als geprüfter Flächenhund und bald auch als ausgebildete Therapiehündin im Einsatz ist. Ihre Hundeführerin, Kerstin Richter, kommt aus Luckenwalde.

„Wie ich zur Rettungshundestaffel kam, war eher ein Zufall“, erzählt sie. Damals war Antonia gerade sechs Monate alt und noch sehr verspielt. Durch Mundpropaganda erfuhr Kerstin Richter von der Möglichkeit, Hunde bei der Johanniter-Unfallhilfe ausbilden zu lassen. „Ich habe mich dort gemeldet und wurde zunächst beraten, dann habe ich einen Schnupperkurs absolviert“. Da Antonia als geeignet erschien, begann die dreijährige Ausbildung. „Diese gilt sowohl für den Hund als auch für den Hundeführer“, sagt Kerstin Richter.

Denn auch der Mensch muss sich für die anspruchsvolle Aufgabe vorbereiten. So absolvierte sie eine Ausbildung als Sanitätshelfer und zum Funker, es folgten Seminare in Sachen „Karte, Kompass, GPS“ und „Versicherung und Recht“. Zudem bestand sie einen Erste-HilfeKurs für den Hund, ein Kriseninterventionsseminar und erlernte die Verhaltenslehre des Hundes, die Kynologie. „Auch das Fahren mit Blaulicht gehört zur Ausbildung“, fügt sie schmunzelnd hinzu, da sie weiß, dass das viele spannend finden. „Ansonsten sollte man wissen, dass ein Hundeführer der Rettungshundestaffel mindestens drei Mal in der Woche trainieren muss. Wir sind rund 300 Stunden im Jahr aktiv und das natürlich ehrenamtlich“. Oft sei man auch nachts unterwegs und muss für alles gewappnet sein. Das, was Hund und Herrchen leisten, um verschollene Menschen aufzuspüren, ist oft zermürbend und schwere Arbeit. „Für die Hunde sind jedoch Training und Einsatz so aufgebaut, dass es wie ein Spiel anmutet“.

Zum diesjährigen Kreiserntefest möchten die Mitglieder der Rettungshundestaffel einen kleinen Einblick in ihre Arbeit geben. „Da wir jedoch keinen richtigen Einsatz darstellen können, müssen wir auf eine Trainingssequenz in puncto ‚Gehorsamkeit‘ ausweichen“, informiert Kerstin Richter. Ein Hundeführer muss sich auf sein Tier 100-prozentig verlassen können. Daher werden verschiedene Kommandos trainiert, die die Hunde einzuhalten haben. „Wir zeigen aber auch, wie sie sich an der gefundenen Person verhalten. So müssen die Hunde zum Beispiel so lange bellen, bis ihr Hundeführer kommt“.

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