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Home Sonderthemen Zossen Ein Haus für die Menschen
12:09 18.06.2019
Das Klubhaus in Ludwigsfelde wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. FOTO: KRISCHAN ORTH

Von Thomas Seifert  

Ludwigsfelde. Die Stadt Ludwigsfelde feiert in diesem Jahr das 60-jährige Bestehen ihres Klubhauses. In der damals kleinen Gemeinde wurde im Jahr 1954 im gerade entstandenen Dichterviertel der erste Spatenstich für ein Klubhaus gesetzt. Es sollte kulturvoll zugehen im Arbeiterort.

Seit dem 7. Oktober 1959 bereichert das Klubhaus, damals noch unter dem Namen Klubhaus „Arthur Ladwig“, das kulturelle Leben der Stadt Ludwigsfelde. Später gehörte der Bau wie so vieles in Ludwigsfelde – seit dem Jahr 1965 Stadt – zum IFA-Kombinat. Konzerte, Aufführungen, Bälle und Veranstaltungen verschiedener Art fanden dort statt. Auf der Bühne, im großen Saal und im Seitenflügel, im Foyer oder im Vestibül wurden und werden bis heute Generationen von Abc-Schützen mit Einschulungsfeiern im Schülerleben begrüßt, dort werden bis heute Jugendweihefeiern zelebriert, Abiturienten treffen sich auf den Klubhaus-Stufen zum Abi-Foto.
              

Viele Jahre standen Boxringe mitten im Saal, in denen sich einst auch der junge Henry Maske erste Sporen verdiente. Es gab Radball-Vorführungen und Wettkämpfe. Im Jahr 1996 war auch Prinz Charles zu Gast bei einem Planungswochenende. Dort sangen Dagmar Frederic, Chris Norman und Mike Krüger, es luden und laden das Ohnsorg-Theater Hamburg, das Amateurtheater Ludwigsfelde und das russische Staatsensemble zu Vorstellungen ein.
               

In dem Haus hatten oder haben Fotografen, Keramiker, Schachfreunde und Briefmarkensammler ihr Domizil. Und dort werden heutzutage Bürgerpreise und Sportler-Ehrungen vergeben. Die ins Kulturhaus angegliederte Flamingo-Bar war vor allem in den 1960- er und 1970er Jahren bis weit über die Stadtgrenzen von Ludwigsfelde hinaus bei vielen Menschen bekannt. Der Tresen rund um die dortige Flamingosäule – Symbol für die aufstrebende Luftfahrtindustrie in Ludwigsfelde – war immer von vielen Gästen umgeben.
                 

Endspurt bei der Rekonstruktion des Klubhauses des IFA-Autowerks Ludwigsfelde im Jahr 1980.              FOTO: DIETER LANGE
Endspurt bei der Rekonstruktion des Klubhauses des IFA-Autowerks Ludwigsfelde im Jahr 1980.              FOTO: DIETER LANGE
Die Flamingosäule in der „Flamingo“- Bar. FOTO: STADTARCHIV
Die Flamingosäule in der „Flamingo“- Bar. FOTO: STADTARCHIV

In den Jahren von 2011 bis 2014 wurde das denkmalgeschützte Haus komplett saniert. Von außen sind Veränderungen sichtbar: ein riesiges lichtdurchflutendes Vordach über dem Haupteingang, ein zeitgemäßes, kupfernes Logo an der Fassadenfront, zwölf runderneuerte Bleiglasfenster und eine neue Dacheindeckung.

Wichtig war die Energetik. Fernwärme statt Gas, neue Belüftungs- und Kühlungsanlagen, leistungsfähige Elektrik. Gleichzeitig wurde das Haus auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Nun sorgt das neue Akustiksegel für einen optimalen Klang im Saal und ein absenkbarer Orchestergraben vervielfacht die gestalterischen Möglichkeiten von Veranstaltungen im Klubhaus.

Doch nicht nur der Saal hat umfassende Sanierungsarbeiten erfahren. So ist unter anderem ein moderner Lounge-Bereich mit Durchgang zum Restaurantbereich entstanden sowie ein Filmvorführraum, der für das Klubhaus-Kino genutzt wird.
               

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