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20:17 06.04.2021
Erzieherin Ute Wedemeyer hat ein Händchen für Bastelarbeiten – ihre Ideen sind schier unerschöpflich. FOTOS: STEFAN BLUMBERG

Herzberg. Sogar der Osterhase in Menschengröße war da und hoppelte übers Gelände. Zur Freude der Kinder bei ihrem Osterfest. Es war nur ein Zeichen dafür, dass der Alltag in der Kindertagesstätte „Eichholzstrolche“ Herzberg in österliche Stimmung getaucht war. Das gesamte Gebäude – vom Eingangsbereich angefangen – erschien in den vergangenen Wochen in Osteroptik. Dafür legten sich das neunköpfige Erzieherteam und die Mädchen und Jungen richtig ins Zeug. „Ute Wedemeyer ist immer die erste, die Schere und Bastelzeug in die Hand nimmt“, sagt Kita-Leiterin Siegrid Redlof über ihre Kollegin. „Sie hat so tolle Ideen, ich weiß gar nicht, wo sie die immer hernimmt.“   

Alle zusammen – Erzieherinnen und Erzieher, Praktikanten, Kitakinder und Hortkinder – lernten in den vergangenen Wochen Lieder und Gedichte („Stups, der kleine Osterhase“) oder stellten herzallerliebste Ostersachen her. Da ist ein Bild, auf dem der etwas schüchtern dreinblickende Osterhase auf dem Rasen neben dem Eierkörbchen sitzt – obendrüber die Sonne und ein paar Wölkchen. Da ist ein Osterhase aus einem Ast gebaut, dessen Kulleraugen lustig dreinschauen und der hochstehende Ohren hat, einen scheinbar nicht zu bändigenden Schnurrbart, einen roten, lächelnden Mund und ein Puschelschwänzchen. Da ist eine Osterhäsin aus Papier, die hochgestylte Augenbrauen, eine Nase aus Watte, einen ernsten Blick und ein aus einer Kaffeefiltertüte bestehendes Kleid trägt.

Vor Corona gab es immer einen Bastelabend mit den Eltern, wo zum Beispiel Körbe hergestellt wurden; adäquat vorm Weihnachtsfest Säcke. „Aber das ging alles nicht. Deshalb musste es auch mal ohne Eltern gehen“, sagt die Leiterin. Die Muttis und Vatis dürfen die Einrichtung derzeit nicht betreten, sie übergeben ihre Kinder morgens an der Eingangstür der Kita und holen sie später an dieser Stelle wieder ab – aus Hygieneschutzgründen.

Die Kinder beschäftigten sich mit dem Thema Ostern in den vergangenen Wochen in Gruppen. Manche malten, manche schnitten mit der Schere Figuren aus, andere rupften Materialien auseinander und klebten die anschließend auf Pappe oder Papier. Die Kleineren schmadderten gern herum. Styropor-Eier wurden bemalt; Zimmer und Fensterschmuck vorrangig.

Durch die veränderten Bedingungen in der Kita bestehen für Kinder und Personal seit dem Herbst 2020 ganz andere Möglichkeiten. Der Anbau an die Kita wurde nach mehrmonatiger Bauphase im Herbst 2020 fertiggestellt, eine halbe Million Euro kostete er. „In dieser Zeit hatten wir schon einigen Stress, zusätzlich auch noch wegen Corona. Klar war es zwischendurch laut. Aber die Baufirmen haben auch Rücksicht auf uns genommen, sie arbeiteten mitunter am Wochenende“, sagt Siegrid Redlof. Das Richtfest im Sommer war in kleinem Rahmen begangen worden. „Eine richtige Einweihungsfeier konnten wir gar nicht machen. Das wollen wir aber nachholen“, kündigt die Leiterin an und äußert einen großen Dank an den Träger der Einrichtung, das Amt Lindow (Mark), für die Umsetzung des Projektes.

Die beengten Verhältnisse, in denen Räume verschachtelt waren und die Erzieher keinen eigenen Raum, geschweige denn einen Spind besaßen, gehören der Vergangenheit an. Zwei neue Räume entstanden, insgesamt ist nun alles großzügiger und angemessen gestaltet. Sogar eine Klimaanlage wurde installiert. „Was mir außerdem sehr gut gefällt: Wir kommen von jedem Raum nach draußen. So stören wir keine Gruppe, indem wir durch den jeweiligen Raum laufen müssen“, sagt Siegrid Redlof, die seit 1995 die Kindertagesstätte in Herzberg leitet. Und auch jetzt – zu Corona-Zeiten – sei das sehr hilfreich. „Wir haben einfach mehr Platz. Den Bewegungsraum können wir dank einer zu öffnenden Trennwand sogar noch vergrößern“, so die 63-Jährige.

Die Kita ist beliebt bei Kindern und Eltern, nicht nur bei denen aus dem Amtsbereich. 68 Mädchen und Jungen werden aktuell betreut (74 sind laut Betriebserlaubnis möglich). „Das Team ist ein absoluter Glücksgriff“, freut sich die Leiterin über die Harmonie bei den Kollegen untereinander. „Wahrscheinlich haben wir auch deshalb einen geringen Krankenstand. So können fast immer zwei Kollegen eine Gruppe betreuen. Das kommt den Kindern zugute.“ Der Nachwuchs wird am Osterwochenende auf seine Erzieher verzichten müssen, denn Ostern wird zu Hause gefeiert. Einige der selbstgebastelten Ostersachen zieren nun Wand, Fenster oder Tisch in der Wohnung oder im Haus. Stefan Blumberg

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