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Home Sonderthemen Jüterbog & Luckenwalde Kaltes Wasser hält fit
14:17 14.07.2020
Kneipp-Anwendung zu Hause: Ein Gießschlauch ist besonders wirksam, die Brause tut es aber auch. FOTOS: HLC/DORNBRACHT, FOTOLIA

Wasser hilft bei vielen Leiden, wie der Pfarrer Sebastian Kneipp herausfand. Die von ihm entwickelte Hydrotherapie ist auch heute, mehr als 120 Jahre nach seinem Tod, noch aktuell. Grundlage ist es, den Körper abwechselnd mit warmem und kaltem Wasser zu konfrontieren, etwa in Form von Wechselbädern oder Wassertreten. Hydrotherapie regt den Kreislauf an, entspannt die Muskulatur, kann den Blutdruck senken und Rheumaschmerzen lindern.

Kneipp entwickelte rund 120 Anwendungen. Dazu zählen unter anderem Waschungen, Güsse, Wickel, Bäder für Füße oder Arme, Wassertreten, Wechselbäder und Bürstenmassagen. Einiges davon lässt sich relativ einfach im heimischen Badezimmer durchführen. In der Kneipp- Therapie wird warmes Wasser mit einer Temperatur von 34 bis 38 Grad Celsius im Wechsel mit kaltem Wasser (acht bis zwölf Grad) verwendet. Es sollte also möglichst ein Thermometer angeschafft werden. Im Badezimmer sollte es angenehm warm sein, um nicht durch die Kaltwasser-Anwendungen ins Frösteln zu geraten. Beim Wechselbad werden die Füße etwa zehn Minuten in warmes Wasser gehalten und anschließend 30 Sekunden lang in kaltes Wasser getaucht. Alternativ kann eine Wechseldusche durchgeführt werden, indem der Körper abwechselnd erst mit warmem und dann kurz mit kaltem Wasser abgebraust wird.

Besonders wirksam sind Güsse, für die ein im Fachhandel erhältlicher spezieller Gießschlauch genutzt wird, aus dem das Wasser praktisch druckfrei fließt. Der Beinguss wirkt entspannend und unterstützt die Abwehrkräfte: Beginnend an der rechten äußeren Fußspitze einen kalten Wasserstrahl an der äußeren Seite des rechten Beins entlang zur Leiste führen. Kurz verweilen und anschließend auf der Innenseite wieder abwärts führen. Die Anwendung am linken Bein wiederholen. Der Armguss wird in ähnlicher Weise von der Hand bis zur Schulter ausgeführt, erst rechts, dann links. Der Gesichtsguss, auch „Schönheitsguss“ genannt, wirkt hautstraffend: Beginnend an der rechten Schläfe kühles Wasser über die Wange abwärts und wieder aufwärts gießen – insgesamt drei Mal. Den Vorgang auf der linken Seite wiederholen. Anschließend den Wasserstrahl drei Mal über die Stirn führen. Zum Schluss das Gesicht drei Mal mit dem Wasserstrahl umkreisen.

Wassertreten funktioniert natürlich am besten in einem Kneipp-Parcours, der mit kaltem, klarem Quellwasser gespeist wird. Solche Anlagen sind in zahlreichen Kurorten zu finden. Zu Hause können wir stattdessen kaltes Wasser in die Badewanne bis zur Wadenhöhe einfüllen. Bis zu einer Minute treten wir mit den Füßen auf der Stelle und heben sie dabei jeweils komplett aus dem Wasser. Wer die Kälte als unangenehm empfindet, bricht die Übung früher ab. Anschließend werden die Füße durch Bewegung erwärmt, wer will, zieht Socken an.

Achtung: Personen mit Vorerkrankungen wie Herzleiden, Durchblutungsstörungen oder chronischem Rheuma sollten die Hydrotherapie nur in Absprache mit ihrem Arzt durchführen, weil einzelne Anwendungen für sie nicht geeignet sein könnten. Von Ulrich Nettelstroth


Badmöbel müssen robust sein

Im Bad ist es mal feucht und warm, mal trocken und kalt. Das verträgt nicht jeder Schrank und jedes Regal gut. Verbraucher sollten deshalb im Badezimmer nur Möbel verwenden, die für den Einsatz dort vorgesehen sind, rät die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Sonst könne es zu Wasser- und Quellschäden kommen oder Schimmelpilze könnten wachsen. Nach einem heißen Bad kann die Luftfeuchtigkeit auf über 90 Prozent steigen - weit jenseits der idealen 40 bis 60 Prozent. Für Badezimmer kommen den Experten zufolge unterschiedliche Materialien infrage. Neben der Kennzeichnung als Badezimmer-Möbel können Käufer sich an Qualitätssiegeln orientieren. Etwa dem RAL Gütezeichen für Möbel. Die DGM zeichnet damit Möbel aus, die unter anderem als sicher, gesundheitsverträglich und langlebig geprüft worden sind.

Dennoch müssen Bewohner ihre Einrichtung richtig behandeln. Badezimmermöbel sollten sie vollständig trocken wischen, um Flecken und Schäden zu vermeiden, so die Experten. Nasse Handtücher seien zudem aufzuhängen, statt sie längere Zeit auf Möbeln abzulegen. Außerdem empfiehlt es sich, nach dem Duschen oder Baden das Fenster rund zehn Minuten lang ganz zu öffnen.


Verband rät zu mehr Badumbau

Mit Blick auf die durch das Corona Virus ausgelösten Belastungen für das Gesundheitssystem in Deutschland empfiehlt der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) der Bundesregierung, den präventiven Umbau privater Bäder zu Gesundheitsstandorten voranzutreiben.

„Ohne Ausbau der ambulanten Pflege in den eigenen vier Wänden, wird die stetig steigende Anzahl an Pflegebedürftigen nicht mehr zu bewältigen sein“, heißt es in einer aktuellen Empfehlung des Verbands. Die Erhöhung des Fördervolumens für entsprechende Umbauten von privaten Bädern sei dafür ein geeigneter erster Schritt. Durch die öffentliche Förderung würden gleichzeitig erhebliche Investitionen aus privatem Kapital ausgelöst, so die Erwartung des Branchenverbands. Der ZVSHK ist die Standesorganisation von insgesamt rund 30 000 Handwerksbetrieben aus den Bereichen Heizungsbau, Installateure, Klempner, Behälter- und Apparatebauer in Deutschland. net
   

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