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15:33 21.06.2021
Foto: vhs

In der Straßenbahn sitzen grölende junge Erwachsene und pöbeln Schulkinder an, die vor ihnen sitzen. Kinder auf dem Schulhof beobachten, wie eine Klassenkameradin zu einer unangenehmen Mutprobe angestachelt wird. Wir alle kennen solche oder ähnliche Situationen aus unserer eigenen Kindheit. Wie erstarrt steht man als Kind da und weiß nicht, was zu tun ist. Wie verhalte ich mich, wenn ein Streit ausbricht oder wie reagiere ich, wenn jemand beleidigt oder gar verletzt wird? In solchen Situationen sind Kinder und Jugendliche oft überfordert.

Wie so vieles im Leben kann auch der Umgang mit solchen schwierigen Alltagsmomenten geübt werden. Der junge, engagierte Theaterpädagoge Nicolai Raab hat bereits in der Vergangenheit zum Thema „Zivilcourage“ an Schulen Projekte durchgeführt und genau solche Situationen geübt. Die Theatermethode, die hierbei angewandt wurde, nennt sich „Forumtheater“ und wurde von dem brasilianischen Theaterpädagogen August Boal entwickelt, der sogar schon für einen Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Von genau dieser Methode ist der junge Theaterdozent der Volkshochschule Brandenburg an der Havel ganz begeistert: „Es geht darum, seine eigenen Erfahrungen einzubringen und zu schauen, was könnte ich denn ändern.“ Doch wie genau kann man sich diese Methode vorstellen? Raab erklärt: „Es geht darum, wie kann ich einschreiten, um zu verhindern, dass etwas Unangenehmes passiert. Es werden immer wieder Szenen aufgeworfen und die Kinder arbeiten damit. Sie können in die Szenen immer wieder eingreifen und sagen ‚Stopp, hier würde ich etwas ändern‘. Anschließend wird darüber diskutiert.“ Die Kinder lernen spielerisch, wie sie sich für eine andere Person oder für sich selbst einsetzen können. Zum Beispiel bei Mobbing-Opfern: Was kann ich dafür tun, dass eine andere Person nicht beleidigt wird. Wie kann ich mich für andere Personen einsetzen, die unter Mobbing leiden. „Dabei kann es auch ganz befreiend sein, eine andere Person zu spielen“, führt Raab weiter an.


"Es geht darum, seine eigenen Erfahrungen einzubringen."


Das hört sich nach ganz schön ernsten Themen an. Doch der junge Theaterpädagoge versichert, dass der Spaß am Theaterspielen und in der Gruppe dabei nicht zu kurz kommt. Im Gegenteil, für den Entwickler dieser Theatermethode, August Boal, sollte das Theaterspielen dazu beitragen, das Leben ein bisschen spielerischer zu sehen.

Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren, die Interesse daran haben, das Leben zu spielen, können sich bei der Volkshochschule dafür anmelden. Der Kurs „Res(p)e(c)t – Wiederhole und ändere schwierige Situationen mit dem Forumtheater“ findet vom 2. bis 6. August 2021 statt. Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist dieser Kurs kostenfrei.


Buntes Programm in den Ferien

In den Sommerferien rattern wieder die Nähmaschinen in der Volkshochschule Brandenburg an der Havel. Kinder nähen Plüschtiere und Jugendliche zaubern aus der alten Bluse von Oma ein neues Erinnerungsstück. Auch in anderen Kursen wird kreativ gewerkelt: Es entstehen Drachen aus Pappmaché, verrückte Haustiere aus Filz und Schmuck aus bunten Perlen. All dies hilft gegen Langeweile und fördert die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder. Einige Angebote sind für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren sogar kostenfrei dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dazu gehört auch der „Zero-Waste-Workshop“. Hier lernen Teilnehmende nicht nur, wie Müllreduzierung im Alltag möglich ist, sie stellen auch ganz ohne Mikroplastik Kosmetikartikel wie Badekugeln oder Zahnpasta selbst her. In der letzten Ferienwoche bereitet der Kurs „Plaudern auf Englisch“ spielerisch auf den Englischunterricht vor.

Eine Übersicht dieser Kurse gibt es auf www.vhs-brandenburg.de unter „Junge VHS“.
  

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