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Home Sonderthemen Zossen Fördernde Mühsal
09:27 25.01.2021
Auch Äpfel können neben Getreide und Leinsamen ein guter Ballaststofflieferant sein. foto-Catherine Waibel/dpa; dpa

Die Bezeichnung klingt unnütz und störend. Dabei sind Ballaststoffe für unsere Gesundheit essenziell. Sie können vor Krebs, Herzinfarkt, Bluthochdruck und Diabetes schützen. „Ballaststoffe fördern die Darmgesundheit und damit auch das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit“, sagt Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Und ein gut funktionierendes Immunsystem ist gerade in Zeiten der Corona-Pandemie von entscheidender Bedeutung. Ballaststoffe haben verschiedene Eigenschaften und „vielfältige Effekte wie die Sicherstellung einer geregelten Verdauung und die Unterstützung der Ansiedlung nützlicher Darmbakterien“, so die Abteilungsleiterin Physiologie des Energiestoffwechsels. Schlecht nur, dass die empfohlenen Mindestmengen beim Lebensmittelverzehr um rund ein Fünftel unterschritten werden, wie Forscher jetzt herausgefunden haben.

Die schützende Wirkung gegen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Darmkrebs haben erst kürzlich neuseeländische Forscher belegt. In einer Studie auf Basis von 60 klinischen Untersuchungen – allein in Deutschland mit 5000 Teilnehmern – und 200 Veröffentlichungen wiesen sie nach, dass die Risiken für besagte Krankheiten mit Zufuhr von etwa 30 Gramm Ballaststoffen täglich um bis zu einem Drittel gesenkt werden können. Allein ein großer Apfel zwischendurch kann schon rund ein Zehntel dieser Menge decken.

Aber 90 Prozent der Menschen hierzulande erreichen die auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Mindestmenge an Ballaststoffen nicht. Im Schnitt kommen sie auf höchstens 24 Gramm. Dadurch entsteht eine „Ballaststoff-Lücke“ von rund 20 Prozent.

Ballaststoffreiche Kost führt dazu, dass im Darm besondere Fettsäuren produziert werden, die Erkrankungsrisiken reduzieren. Sie dienen bestimmten Bakterien hier als Nahrungsquelle, die sogenannte kurzkettige Fettsäuren bilden. Ein Schlüssel für gute Gesundheit scheint die Fähigkeit dieser speziellen Fettsäuren zu sein, das Mikrobiom des Darms gezielt positiv zu verändern.

Ihre Schutzfunktion kann auch Entzündungen im Körper verhindern und vor einem Angriff des menschlichen Organismus auf körpereigene Zellen schützen, der Ursache für viele Autoimmunerkrankungen – wie etwa Multiple Sklerose, Schuppenflechte oder Rheuma. Weitere neuere Forschungen legen sogar nahe, dass kurzkettige Fettsäuren auch helfen, Knochen stabiler zu machen und Gelenkentzündungen zu lindern.

Ballaststoffe sind vor allem Bestandteil pflanzlicher Lebensmittel. „Sie finden sich in Vollkornprodukten, aber auch in Gemüse und Obst, etwa in Äpfeln“, so Klaus. Die Wirkungskraft von Äpfeln nutzen jetzt auch Gesundheitspräparate mit Komprimaten, die zu drei Vierteln aus Fasern des Apfels und zu einem Viertel aus dem Pektin der Schalenfrucht bestehen. Die „Ballaststoff-Lücke“ zu schließen bedeutet im Alltag aber vor allem eins: gezielt und nachhaltig die Ernährung umzustellen – ein hehres Ziel, das die meisten nicht erreichen. Die Wissenschaft unterscheidet zwei Arten: lösliche Ballaststoffe wie Pektine aus den Schalen von Äpfeln sowie unlösliche im sogenannten Pflanzengerüst, die sich etwa in der Schale verschiedener Getreidearten oder im Leinsamen der Naturfaser Flachs befinden. gd


Vorbeugung gegen den Mausarm

Überlastungen im Homeoffice

Viele arbeiten seit Monaten im Homeoffice an provisorischen Arbeitsplätzen und plötzlich streikt der Arm: Jeder Klick mit der Computermaus verursacht Schmerzen. Sie sind Ausdruck einer ständig anhaltenden Belastung. Das „Repetitive-Strain-Injury-Syndrom“ (RSI-Syndrom) bezeichnet verschiedene Beschwerden im Bereich der Arme und Hände – etwa infolge Überlastung. Treten Schmerzen vorrangig im Unterarm auf, so spricht man vom Mausarm. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfiehlt neben einer allgemeinen Stärkung des Rückens drei Übungen für die Hand, um dem Phänomen vorzubeugen.

- Hände schütteln: Mehrmals stündlich beim Schreiben Hände und/oder Arme ausschütteln.
- Hände dehnen: Eine Faust machen, dabei den Daumen in die Faust nehmen. Kurz halten und die Hand dann wieder öffnen und Finger spreizen. Übung zehnmal wiederholen.
- Hände kreisen: Kreisende Bewegungen mit der Hand machen, abwechselnd mit gespreizten Fingern und geballter Faust, dabei mehrfach die Richtung wechseln.