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Home Sonderthemen Prignitz Kein Abschluss, aber viel Berufserfahrung
10:25 26.03.2019
Durch „ValiKom Transfer“ können Ungelernte beruflich relevante Kompetenzen nachweisen. FOTO: KURHAN/FOTOLIA
IHK Potsdam
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Von Claudia Braun 

Sie jobben im Restaurant, sind Quereinsteiger im IT-Bereich oder koordinieren bei mittelständischen Unternehmen den Vertrieb – ohne all dies je gelernt zu haben. Das bedeutet, sie sind „formal unterqualifiziert“. Jeder zweite Arbeitnehmer arbeitet ohne formale Ausbildung als Fachkraft, so eine Studie des Lehrstuhls für Empirische Wirtschaftsforschung der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

„Meist verdienen sie weniger als ihre Kollegen mit Berufsausbildung und haben es schwerer, sich in einer anderen Firma auf eine ähnliche Stelle zu bewerben, weil sie ihre Kenntnisse nicht nachweisen können“, sagt Yvonne Meyer von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. Um das zu ändern und diesen ungelernten Fachkräften ein Zertifikat über ihre beruflichen Kompetenzen ausstellen zu können, startete im Januar das Projekt „ValiKom Transfer“. Für die Teilnehmer kostenfrei, bietet es ein sogenanntes Validierungsverfahren an. „Es besteht im Prinzip aus vier Terminen“, erklärt Meyer, die zuständige IHK-Fachberaterin für das Projekt.

„Zuerst erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem auf Wunsch auch Weiterbildungsmöglichkeiten besprochen werden können.“ Im Idealfall schreiben die Interessenten zuvor ihren Lebenslauf samt ihrer beruflichen Erfahrungen auf. „Beim Selbsteinschätzungsbogen leisten wir auf Wunsch aber auch Hilfestellung“, so Yvonne Meyer. Dann folgen zwei Gespräche mit einem Berufsexperten sowie der praktische Teil. Wer im Restaurant arbeitet, deckt zum Beispiel eine Hochzeittafel ein. Im handwerklichen Bereich werden typische Tätigten ein Zertifikat über ihre beruflichen Kompetenzen ausstellen zu können, startete im Januar das Projekt „ValiKom Transfer“. Für die Teilnehmer kostenfrei, bietet es ein sogenanntes Validierungsverfahren an. „Es besteht im Prinzip aus vier Terminen“, erklärt Meyer, die zuständige IHKFachberaterin für das Projekt. „Zuerst erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem auf Wunsch auch Weiterbildungsmöglichkeiten besprochen werden können.“ Im Idealfall schreiben die Interessenten zuvor ihren Lebenslauf samt ihrer beruflichen Erfahrungen auf. „Beim Selbsteinschätzungsbogen leisten wir auf Wunsch aber auch Hilfestellung“, so Yvonne Meyer. Dann folgen zwei Gespräche mit einem Berufsexperten sowie der praktische Teil. Wer im Restaurant arbeitet, deckt zum Beispiel eine Hochzeittafel ein. Im handwerklichen Bereich werden typische Tätigkeiten ausgeführt. „Dabei handelt es sich nicht um theoretische und praktische Prüfungen. Die Teilnehmer zeigen einfach ihr Können“, ist es Meyer wichtig zu ergänzen. Denn viele scheuten Prüfungen.

Am Ende erhalten die Teilnehmer das Zertifikat der IHK, in dem bescheinigt wird, dass sie einige oder sogar alle geforderten Tätigkeiten des jeweiligen Berufs beherrschen. Das Validierungsverfahren stellt nicht nur eine Wertschätzung der Leistung dar, sondern ist für viele auch der erste Leistungsnachweis.

In Potsdam interessierten sich bislang Mitarbeiter aus Büromanagement, Lager und Logistik von 30 bis 50 Jahren für „ValiKom Transfer“ – viele davon sind in beruflichen Umbruchsituationen.

Info www.validierungsverfahren.de oder bei Yvonne Meyer unter Tel.: 0331/2786439.

Berufserfahrene, die keinen Berufsabschluss haben oder nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, und mindestens 25 Jahre alt sind, können sich für das Verfahren anmelden – auch Arbeitsuchende.

Das Kammer-Zertifikat bescheinigt ihnen, dass sie – je nach Erfahrung – einige oder alle Tätigkeiten des Berufs beherrschen. Einen Berufsabschluss ersetzt es nicht, aber es erleichtert die Jobsuche.

Künftigen Arbeitgebern gegenüber werden vorhandene Kompetenzen glaubhaft und verlässlich sichtbar gemacht. Das erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und in Gehaltsverhandlungen.

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