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23:03 24.11.2020
Mit dem Projekt „Live Counselling“ versucht die Technische Hochschule Wildau Schüler für den Mint- Bereich zu interessieren. Foto: Patrick Grabasch/TH Wildau

Der mit der Pandemie verbundene konjunkturelle Einbruch macht sich auch in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen bemerkbar. Gleichwohl fehlen in den Jobs des sogenannten Mint-Bereichs (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) nach wie vor mehr als 100 000 Fachkräfte in Deutschland. Das geht aus dem aktuellen Mint-Report hervor, der vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt wird. Die Lücke an qualifizierten Mitarbeitern sank demnach im Herbst gegenüber dem langjährigen Mittel um 54 Prozent auf 108 700 fehlende Kräfte.

Das IW geht in den kommenden Jahren von einer auch strukturell weiter stark wachsenden Nachfrage nach ausgebildeten Mitarbeitern aus. „Langfristig wird der Bedarf aufgrund der Demografie, der Digitalisierung und der Dekarbonisierung steigen“, sagte Axel Plünnecke, Leiter des Kompetenzfelds Bildung und Zuwanderung am IW. Berufsausbildung und die Sicherung des Nachwuchses seien „für die Industrie besonders wichtig, um über Innovationen die Weichen für die Digitalisierung und die Dekarbonisierung und damit für nachhaltiges Wachstum zu stellen“, so Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall zum Report.

Der aktuelle Rückgang des Bedarfs im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt zeigte sich am stärksten in den Maschinen- und Fahrzeugbauberufen. Für Elektro- und Energie-, den Bau- sowie IT-Jobs zeigten sich bei der Lücke jedoch kaum Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Hier bleibt die Nachfrage trotz Corona-Krise fast ungebremst, wie aus dem Mint-Report hervorgeht. „In den produktionsnahen Facharbeiterberufen ist die Lücke um 70 Prozent gesunken, in den forschungsnahen Mint-Expertenberufen um 30 Prozent“, so Plünnecke.

Neben der langfristigen Nachfrage dürfte auch die Pandemie den Bedarf nach ausgebildeten Fachkräften noch einmal steigern. Die Corona-Krise hat das Tempo der Veränderung in der Ökonomie laut IW deutlich gesteigert. Zudem hätten die Schulschließungen dazu geführt, dass erhebliche Lerndefizite gerade im Hinblick auf die erforderlichen Mint-Kompetenzen entstanden sind. Dies dürfte die Gewinnung künftiger Fachkräfte noch erschweren. „Erste internationale Erkenntnisse zu den Effekten der Schulschließungen auf die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zeigen, dass die Schließungen zu hohen Einbrüchen bei den Mint-Kompetenzen geführt haben“, sagt Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Nationalen Initiative „Mint Zukunft“. Von Gerald Dietz
  

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