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Home Sonderthemen Oberhavel Der Wunschfüller
16:05 20.03.2020
Eine besondere Herausforderung für den Hennigsdorfer stellen hochwertige Füller aus den unterschiedlichsten Materialien dar.
FOTOS (6): PRIVAT

Hennigsdorf. Jetzt baut er auch noch Füller. Dosen, Schalen, Ringe, Anhänger, Skulpturen oder Kerzenhalter produziert er schon lange. Seit einiger Zeit schießt er sich auf Füller ein. Den Füllfederhalter, wie er korrekt heißt. „Das ist mein neuester Schrei“, sagt Arnim Sotzko. Als er das sagt, sitzt er in seiner gemütlichen Werkstatt und beschreibt mit leuchtenden Augen, warum und wie er Füller baut. „Für mich ist ein Füller Ausdruck von Kultur. Schreibkultur. Lebenskultur. Und von Individualität.“ Zudem ermögliche ein Füller eine schöne Handschrift. Als Lehrer (des Puschkin-Gymnasiums Hennigsdorf) weiß er das nur zu gut.

Arnim Sotzkos Frau Sabine – ebenfalls Lehrerin – wollte vor einiger Zeit einen neuen Füller haben. Ihr Mann baute gleich drei: für grüne, blaue und rote Tinte; wie sie Lehrer in der Regel benutzen. Auch für sich stellte er zwei her. Der Anfang des Sotzkoschen Füller-Zeitalters. Die Eigenproduktion blieb nicht unbemerkt. Hier und da wollten auch andere eine solch ganz persönliche Marke haben. Die sollten sie auch bekommen. Und da Arnim Sotzko seine Arbeiten regelmäßig auch auf Märkten feilbietet, ist das Werbung genug. Dabei ist er auf Märkten wie die in Hennigsdorf, Velten, Borgsdorf oder Potsdam präsent.

„Ich fertige die Füller nach Wunsch an. Design und Zweck müssen dabei Hand in Hand gehen“, sagt der handwerkliche Tausendsassa, der mit 18 Jahren sein erstes Projekt in die Tat umsetzte und einen Dudelsack baute.

Arnim Sotzko aus Hennigsdorf.
Arnim Sotzko aus Hennigsdorf.

Die Füller bestehen aus ganz verschiedenen Materialien. Arnim Sotzko favorisiert Holz, mehr als 100 Sorten hat er auf Lager. Und wer glaubt, dass sich eine vom Pilz befallene Rosskastanie nicht verarbeiten lässt, täuscht sich gewaltig. Sie sorgt für eine todschicke Optik. Füller aus Geweih, Mammutelfenbein, Kunststoffen oder Malachitimitaten baut er auf Wunsch ebenfalls. Der Kunde kann sich in der Hennigsdorfer Werkstatt das Material aussuchen. Prinzipiell gilt: Über Maße, Hölzer und Oberflächen darf und soll der Käufer möglichst selbst bestimmen; auch über die Strichstärken der Federn (es gibt drei). Kunden können sich ihr individuelles Produkt zusammenstellen.

Arnim Sotzko kauft für den Füller lediglich die Federn („Sie schreiben sich super!“) und die Hülse für den Tintentank. Es bleiben in den Füllern, die er baut, noch zwei kleine Metallteile (bei der früheren Bauweise war der Metallanteil höher). Das Material: von 24-karätigem Gold bis hin zu Edelstahl. Alles andere stellt er mit seinen Händen her. Das wollte er so. „Ich hatte vorher zu wenige Gestaltungsmöglichkeiten.“ Mittlerweile gibt es sie.

Die Füller gehören auch deshalb zu seinen Lieblingsprodukten, „weil sie auf unvergleichliche Art und Weise die einzigartige Schönheit des Holzes repräsentieren“. Das Holz, das er braucht, muss zwei Jahre liegen, ehe er es in die Hände nimmt, die Details sichtbar macht und dabei die Wünsche der Kunden berücksichtigt.

Der Künstler überrascht seine Kunden immer wieder durch besondere Formen, Farben und Materialien.
Der Künstler überrascht seine Kunden immer wieder durch besondere Formen, Farben und Materialien.

Für die Oberflächenbearbeitung nutzt er unter anderem Sekundenkleber: drei Schichten auftragen und schleifen; dann wieder drei Schichten auftragen und schleifen; und ein drittes Mal drei Schichten auftragen und schleifen. Damit ist das Material für die Hochglanzpolitur bereit. Der Vorteil der „neuen Bauweise“ sei, dass er im Bedarfsfall alles nachbearbeiten kann. Das ist sein Service, den er mit anbietet. Die Preise für die einzigartigen Füller fangen bei 60 Euro an. „Da ist der Materialeinsatz, die Arbeitszeit und die Individualität mit drin. Einen Füller im Baumarkt kaufen kann jeder. Das möchte ich nicht. Mir macht das viel Spaß, ich weiß aber auch, dass es ein Hobby ist und ich nicht darauf angewiesen bin, meine handgefertigten Dinge zu verkaufen.“

Das nächste Mal soll Arnim Sotzko auf dem 10. Kunsthandwerkermarkt in Hennigsdorf zu sehen sein. Am Sonntag, 17. Mai, von 10 bis 18 Uhr werden Handwerker der verschiedensten Branchen auf dem Hof der „Alten Feuerwehrwache“ (Hauptstraße 3) zeigen, welche Schätze sie hervorzaubern. Die Füller von Arnim Sotzko liegen dann auch auf den Verkaufstischen.

Von Stefan Blumberg

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