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Home Sonderthemen Oberhavel Luke Zippel, Hennigsdorfer Ringerverein: „Wichtig ist mir ein guter Kampf“
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20:48 15.05.2020
Luke Zippel mit dem Pokal von der Deutschen Meisterschaft, auf den er besonders stolz ist. FOTO: STEFAN BLUMBERG

Hennigsdorf. Wenn er seine Gegner mit dem doppelten Beinangriff zu Boden bringt, sollten die Alarmglocken schrillen. Aber bevor es bei denen richtig klick macht, ist es meist schon zu spät. Luke Zippel hat seinen Kontrahenten dann schon zur Strecke gebracht. „Das ist meine Lieblingstechnik“, verrät der vor einem Monat 16 Jahre alt gewordene Ringer. „Ich versuche immer wieder, sie anzuwenden.“ Seit Jahren macht der Hennigsdorfer das mit Erfolg. Deutschlands Ringermatten sind sein zweites Zuhause, vornehmlich die in der Berlin-Brandenburger Region. Luke gilt als eines der großen Talente des 1. Hennigsdorfer Ringervereins (HRV). Er ist noch Nachwuchskämpfer, gehört aber zum Männerkader. „Am Anfang habe ich alle noch gesiezt, jetzt aber nicht mehr.“

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„Raufen nach Regeln“ hieß die erste Berührung von Luke Zippel mit dem Ringsport. Da war er noch Erstklässler. Damals kamen die HRV-Trainer Norman Brennert und Philipp Herrmann in den Sportunterricht, machten Werbung fürs Ringen. „Ich blieb dabei“, erinnert sich das Leichtgewicht (in diesem Jahr startete er in der 51-kg-Klasse). In der Schul-Arbeitsgemeinschaft und im Verein besuchte Luke das Training. Den ersten Wettkampf hat er aus sportlicher Sicht nicht mehr ganz in Erinnerung; außer, dass er Dritter wurde. Und: „Es machte vor allem deshalb Spaß, weil viele Freunde von mir ebenfalls kämpften.“ Aus dieser Zeit ist Luke der einzig Verbliebene.

Nach seiner mäßigen Anfangszeit („das war nicht so toll“) zeigte die Leistungskurve von Luke Zippel im Laufe der Jahre immer mehr nach oben. Bei Landesmeisterschaften ging die Titelvergabe eine Zeitlang nur über den Hennigsdorfer. In den Jahren 2013 bis 2015 holte er dreimal die Brandenburger Meisterschaft, danach avancierte er dreimal zum besten Kämpfer bei der Berliner Meisterschaft. In diesem Jahr ging bei der offenen Sachsen-Meisterschaft Platz 1 an ihn (A-Jugend). „Luke ist ein sehr ehrgeiziger, verbissener und intelligenter Ringer“, sagt Bernd Brennert, Trainer der Leistungsgruppe beim Hennigsdorfer Ringerverein, über das Talent.

Am meisten bedeutet dem Youngster keiner der Landestitel, sondern der 4. Platz bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr. „Bei der DM wurde ich in meinem Pool Zweiter, gewann und verlor je einen Kampf. Die Niederlage ärgert mich, weil sie nicht nötig war. Im Kampf um Platz 3 gegen den Zweiten aus dem anderen Pool hatte ich keine Chance“, so der Schüler des Puschkingymnasiums, der sich auch in diesem Jahr für die DM qualifiziert hat. „Es ist aber fraglich, ob sie stattfindet“, ist Luke skeptisch. So besonders sei für ihn die Meisterschaft gewesen, weil dort die besten Sportler Deutschlands teilgenommen hätten. „Und ich durfte für das Land Brandenburg ringen.“ Luke macht den Erfolg prinzipiell nicht von der Platzierung abhängig. „Wichtig ist mir, dass ich einen guten Kampf zeige. Wenn ich dann gegen Stärkere verliere, ist das eben so“, sagt der 16-Jährige und ergänzt: „Mein Ziel ist es, gegen Schwächere unbedingt zu gewinnen und gegen Gleichwertige möglichst zu gewinnen. Gegen Stärkere möchte ich wenigstens mithalten und nicht deutlich verlieren.“

Luke Zippel ist Bestandteil des Nachwuchskonzeptes des HRV. Danach werden die Talente in der Leistungsgruppe so gefordert und gefördert, dass sie den Sprung in die Männermannschaft schaffen sollen. Das ist Luke Zippel bereits gelungen. „Da ich mich gegen die Sportschule entschieden habe, werde ich bei den Männern an die Härte gewöhnt, auch wenn sie noch nicht mit ganzer Kraft gegen mich kämpfen. Das ist schon ein Unterschied. Aber in der Leistungsgruppe wäre ich jetzt unterfordert“, sagt Luke. Die ersten Ligakämpfe im Männerbereich hat er bewältigt: zwei Siege, zwei Niederlagen (jeweils Freistil und griechisch-römisch). „Ich möchte irgendwann schon in einer höheren Liga kämpfen, um mich zu beweisen“, sagt er. Bernd Brennert ist sich sicher, dass ihm das gelingt. „Man kann sich auf ihn verlassen. Er wird mal eine echte Stütze in unserer Mannschaft werden.“ Von Stefan Blumberg

Der 1. Hennigsdorfer Ringerverein

Gegründet wurde der 1. Hennigsdorfer Ringerverein vor 28 Jahren. Die Ringergeschichte in Hennigsdorf geht aber über Jahrzehnte zurück.

Der Verein hat aktuell 93 Mitglieder. In den Annalen sind 318 Wettkämpfe der Athleten registriert, in denen insgesamt 91 Titel geholt wurden.

Der 1. Hennigsdorfer Ringerverein ist ein moderner, junger, aber erfahrener Verein, der sich auf Beratung, Betreuung und Trainieren männlichen und weiblichen Nachwuchses spezialisiert hat.

In diesen Fachgebieten verfügt der 1. HRV über die erforderliche Kompetenz.

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