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Home Sonderthemen Oberhavel Heimelektronik als Stromfresser
10:50 08.01.2019
Bei PC- und Konsolen-Spielen ist der Stromverbrauch sehr hoch. FOTOS: CHRISTIN KLOSE/DPA, FOTOLIA

Von Ulrich Nettelstroth 

Der größte Einzelposten beim Stromverbrauch eines deutschen Durchschnittshaushalts ist der Bereich Informationstechnik und TV mit einem Anteil von 27 Prozent, noch vor Kühl- und Gefriergeräten (17 Prozent) sowie Herd und Backofen (11 Prozent). Die Beleuchtung kommt auf neun Prozent, so eine Aufstellung des von Wirtschaftsverbänden, Energieagenturen und Verbraucherorganisationen herausgegebenen Stromspiegels 2017.

Computer gehören mittlerweile zur Grundausstattung der privaten Haushalte. Meist gibt es sogar für jedes Familienmitglied einen eigenen PC und die Geräte sind oft viele Stunden täglich in Betrieb. Bereits im Ruhebetrieb verbraucht ein gängiger Computer inklusive Monitor rund 90 Watt, so das Online-Portal Heise. Je nach benötigter Rechenleistung kann der Verbrauch massiv steigen. Bei Nutzung eines aufwendig gestalteten 3D-Spiels kann die Leistung von Rechner und Bildschirm auf 230 Watt steigen. Auch eine Spielkonsole erreicht im Betrieb ähnliche Werte.


Verbrauchsärmer sind Notebooks. Sie kommen Heise zufolge selbst unter Volllast nur auf rund 45 Watt. Relativ leicht lässt sich der Verbrauch zudem verringern, wenn ein Stand-by-Betrieb der Geräte vermieden wird. In einem durchschnittlichen Single-Haushalt addieren sich die Stand-by-Verbräuche laut Stromspiegel 2017 auf 400 Kilowattstunden und sind damit für ein Sechstel des Gesamtverbrauchs verantwortlich. Steckdosenleisten mit Schalter trennen beispielsweise auch die HiFi-Anlage mitsamt Boxen vom Netz. Es gibt sogar intelligente Steckdosenleisten, die bei Abschalten des Hauptgerätes automatisch die Stromversorgung sämtlicher angeschlossener Geräte unterbrechen. Nur bei einem Tintenstrahldrucker sollte man da laut Heise eine Ausnahme machen. Beim Ausschalten fährt der Druckkopf in seine Ruheposition und spült beim Hochfahren jedes Mal seine Düsen, wobei viel wertvolle Tinte verloren geht.

Bei TV-Geräten gilt: Je größer die Mattscheibe, desto höher der Verbrauch. Außerdem sind LED-Fernseher prinzipiell sparsamer als Plasmabildschirme. Sparsame TV-Geräte sind ab 30 Watt zu haben, große Plasmabildschirme können bis zu 240 Watt verbrauchen. Laufen solche Geräte zur Dauerberieselung im Hintergrund, können sie sich sehr stark auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Wer seine Heimkinoanlage nur in Betrieb nimmt, wenn er ihr wirklich seine voll Aufmerksamkeit widmen will, kann viel Energie sparen. Übrigens: Alte Röhrenfernseher haben trotz der wenig effizienten Technik meist keinen allzu hohen Stromverbrauch, weil die Mattscheibe in der Regel kleiner ist als bei neueren Geräten. Der Umwelt zuliebe muss sich also niemand von der vertrauten Kiste trennen.

Mit speziellen Messgeräten kann der Verbraucher im Detail den Stromfressern im eigenen Haushalt auf die Spur kommen. Sie sind für rund 20 Euro im Einzelhandel erhältlich und können in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Brandenburg kostenlos ausgeliehen werden. Auch die Energieversorger verleihen solche Geräte an ihre Kunden.

Ein Durchschnittshaushalt in Deutschland mit vier Personen verbraucht laut Stromspiegel 2017 jährlich etwa 4000 Kilowattstunden Strom, für einen Singlehaushalt fallen rund 2300 KWh an. Grundsätzlich gilt, dass Single-Haushalte pro Kopf mehr Strom verbrauchen als Familien. Zudem ist im Eigenheim der Verbrauch höher ist im Mehrfamilienhaus, da im Eigenheim die Heizungspumpe sowie Gartengeräte, Garage und Außenbeleuchtung als Stromverbraucher hinzukommen.

Statt im T-Shirt lohnt es sich, im Winter zumindest im Pullover auf dem Sofa zu sitzen: Jedes Grad Raumtemperatur, was die Heizung nicht erzeugen muss, bringt nach Angaben des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) etwa sechs Prozent Energieeinsparung mit sich. Da will es schon wohl überlegt sein, ob 21 Grad Raumtemperatur im Wohnzimmer ausreichen oder ob es 24 sein müssen. Was sich zusätzlich auszahlt, ist eine Nachtabsenkung.

Dabei ist es wichtig, die Räume nicht zu sehr runterkühlen zu lassen, da sonst die Gefahr von Schimmelbildung an kalten Außenbauteilen steigt. Aber eine Absenkung auf 16 Grad in der Nacht und zu längeren Abwesenheitszeiten kann sich lohnen. Je höher der Wärmebedarf eines Gebäudes, desto mehr lässt sich durch eine Absenkung sparen.

Ebenfalls ins Geld geht falsches Lüften, etwa mit dauerhaft gekippten Fenstern. Wird in einem geschlossenen Raum ein einzelnes Fenster in Heizkörpernähe gekippt, kann es laut IWO passieren, dass der Raum kaum durchlüftet wird, die Wärme des Heizkörpers aber größtenteils ungenutzt durch das Fenster verschwindet. Richtig ist es, mehrfach am Tag kurz mit Durchzug zu lüften. Das führt zu einem Luftaustausch, ohne die Wohnung auszukühlen.

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