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Home Sonderthemen Oberhavel Grabpflege im Herbst
06:57 12.09.2020
Im Herbst steht auf den Grabstellen eine Neubepflanzung an. fotos: BDF, dpa

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, das ist im September auch auf den Friedhöfen zu spüren. Viele Sommerblumen sind verblüht, und das Laub an Büschen und Bäumen färbt sich gelb. In der Natur stellt sich Abschiedsstimmung ein.

Das ist das Signal, dass auf dem Grab eine Neubepflanzung ansteht. Denn auch im Spätsommer ist es noch möglich, mit einigen Blütenpflanzen farbige Akzente zu setzen. Die Friedhofsgärtnerei kann bei der Auswahl der passenden Pflanzen helfen. Beliebte Sorten für die Herbstpflanzung sind zum Beispiel Astern, Anemonen, Chrysanthemen, Heidekraut und Alpenveilchen.

Cornelia Leymann Gärtnerei & Blumenpavillon

Astern kommen bereits ab August zur Blüte und begleiten uns bis in den Winter hinein. Auch strengeren Frost überstehen sie oft spielend. Es gibt sie in sanftem Rosa, in Weiß, Blau oder Lila. Neben den hohen Sorten gibt es auch niedrigwachsende Varianten, die kleine Kissen bilden.

Bestattungshaus Günter Tolg

Die Herbstanemone gibt es in zahlreichen Varianten, von denen viele bis in den Oktober hinein Farbe in den Garten bringen. Rosa- und pinkfarbene Sorten sind in der Regel etwas anspruchsloser als weiße. Eine enorm lange Blütezeit weisen auch viele Sorten der Chrysantheme auf. Die Farbpalette reicht von Weiß über Gelb und Orange bis hin zum Rosa. Besonders spätblühende Sorten bieten sich für die Grabbepflanzung an.

Ein besonders farbenfroher Grabschmuck ist schließlich das Alpenveilchen. Früher galten die damals noch sehr frostempfindlichen zarten Blumen eher als Zimmerpflanzen. Moderne Neuzüchtungen sind allerdings robuster und halten auch Minusgrade spielend aus.

Robust ist auch die Erika, auch als Heidekraut bekannt. Insbesondere die Heide trotzt der Kälte und bietet farbenfrohe Blütenteppiche. Die Zwergsträucher mit nadelförmigen, immergrünen Laubblättern gedeihen am besten an sonnigen Standorten, tolerieren aber auch halbschattige Plätze.

Anders als bei der Frühjahrs- oder Sommerbepflanzung werden die Pflanzen jetzt in einem geringeren Abstand gesetzt, denn in der kühleren Jahreszeit wachsen sie kaum noch. Sie müssen deshalb jetzt auch nicht mehr gedüngt werden und das regenreichere Herbstwetter sorgt meist dafür, dass nicht gegossen werden muss. Allerdings, ganz ohne Arbeit geht es auf dem Friedhof auch jetzt nicht. Oft sammelt sich in großen Mengen nasses Laub auf den Gräbern, das weggeharkt werden muss, schon allein, um die blühenden Stauden nicht zu beeinträchtigen. Von Ulrich Nettelstroth

Tag des Friedhofs am 20. September

Bundesweit findet im September traditionell der Tag des Friedhofs statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Natürlich erinnern“.

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es allerdings keine zentralen Veranstaltungen. Gleichwohl haben einzelne Friedhöfe Aktivitäten wie Rundgänge vorbereitet.

Grabmal muss standsicher sein

Verantwortung der Angehörigen wird in der Friedhofssatzung geregelt

Für die Standsicherheit eines Grabmals und der Grabeinfassung ist der sogenannte Nutzungsberechtigte – in der Regel ist das ein Angehöriger, der die Bestattung veranlasst hat, meist der Erbe – allein verantwortlich. Darauf machen Experten der Arag-Versicherung aufmerksam.

In einem konkreten Fall hatte sich die Steinumrandung eines Grabes an der hinteren Seite abgesenkt. Die Stadt forderte den Nutzer des Grabes auf, die Grabeinfassung ordnungsgemäß herzurichten und darüber hinaus die in Gefahr geratene Standsicherheit des Grabsteins zu gewährleisten. Doch dieser weigerte sich mit der Begründung, dass eine benachbarte Grabstätte ein niedrigeres Erdniveau habe und nur aus diesem Grund die eigene Grabumrandung abgesackt sei.

Im anschließenden Prozess verriet jedoch ein Blick in die örtlich gültige Friedhofssatzung, dass Nutzungsberechtigte dafür Sorge tragen, dass Grabmale und sonstige bauliche Anlagen (zum Beispiel Umrandungen) dauerhaft standsicher seien und auch beim Öffnen benachbarter Gräber nicht umstürzten oder sich senkten. Die Situation auf benachbarten Grabstätten spielte in Bezug auf diese Pflicht keine weitere Rolle. (Verwaltungsgericht Mainz, Az.: 3 K 782/14.MZ).
      

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