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Home Sonderthemen Oberhavel Grabmale brauchen sanfte Pflege
11:45 16.11.2018
Im Lauf der Zeit können glatte Oberflächen eine Pflege benötigen. FOTOS: DPA

Gerade im Gedenkmonat November sind den meisten Menschen in Deutschland Zeichen der Erinnerung an ihre Verstorbenen wichtig. Vor allem ein individuell gestaltetes Grabmal mit Namen und Lebensdaten ist für Hinterbliebene eine Hilfe.

Aus dauerhaftem Stein gefertigt, benötigt es prinzipiell nur wenig Pflege. Aber da der Grabstein auf Dauer im Freien steht, ist er einer ganzen Reihe von belastenden Einflüssen ausgesetzt. Luftverschmutzung durch Abgase und Staub kann dem Stein schaden. Vögel hinterlassen ihren Kot, Moose, Alpen, Flechten, Bakterien und Pilze können sich auf der Oberfläche ansiedeln. Sie scheiden dann Stoffe aus, die sich auf dem Stein absetzen können. Gelegentlich kann deshalb eine Reinigung des Grabsteins sinnvoll sein. Grundsätzlich ist das nicht allzu schwierig. Einfache Verschmutzungen kann man auch selbst beseitigen, sollte dabei aber einige Hinweise beachten, um den Grabstein nicht zu beschädigen. So dürfen keine Reinigungsmittel verwendet werden, die Chlor oder Säure enthalten. Auch Essig, Spülmittel oder ölhaltige Reiniger sind tabu. Am besten ist es, den Grabstein mit Wasser aus der Gießkanne zu befeuchten und mit einer einfachen Wurzelbürste sanft den Schmutz zu entfernen. Für hartnäckigere Flecken gibt es Spezialreiniger für Natursteine, der im Fachhandel erhältlich ist.


Viele Steinmetzbetriebe bieten eine professionelle Reinigung der Grabstein an. Die Spezialisten gehen meist mit einem Hochdruckreiniger vor, dosieren den Wasserstrahl abhängig von der Art des Steins aber so, dass es zu keinerlei Beschädigungen der Oberfläche kommen kann.

Auch sie wenden dann Spezialreiniger und geeignete Bürsten an und wiederholen die Arbeitsgänge so lange, bis der Stein wieder wie neu aussieht. net


Inspektionsgang. FOTO:GDF
Inspektionsgang. FOTO:GDF

Thorsten Piorek ist von Beruf Grabkontrolleur. Aber was macht man in diesem Job eigentlich genau? „Vertraut jemand die Pflege für sein eigenes oder für das Grab eines Angehörigen einem Friedhofsgärtner dauerhaft an, kontrolliere ich regelmäßig, ob die Wünsche entsprechend umgesetzt werden“, gibt Piorek selbst eine Beschreibung seiner Tätigkeit. Dabei verstehe er seine Rolle weniger als die eines strengen Kontrolleurs, sondern vielmehr als die eines vermittelnden Bindeglieds zwischen Gärtner, Kunde und Treuhandstelle.


Der 54-Jährige verfügt als gelernter Friedhofsgärtnermeister mit mittlerweile 15 Jahren Berufserfahrung als Grabkontrolleur über das entsprechende Fachwissen, das er in seinem Beruf gegenüber Kunden und Friedhofsgärtnern umsetzen kann. Michael van Beek aus dem niederrheinischen Uedem wiederum ist selbst Friedhofsgärtnermeister und begrüßt es, dass seine Arbeit von Experten wie Thorsten Piorek einer Kontrolle unterzogen wird: „Ich finde es gut, dass meine Arbeit von einem Außenstehenden begutachtet wird. Wenn ich im Beratungsgespräch mit einem Kunden auf die unabhängige Grabkontrolle hinweise, kommt das gut an.“ Vertrauen sei eben gut, Kontrolle noch besser.

Jede der 19 Dauergrabpflegeeinrichtungen, die sich in der Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner mbH (GdF) zusammengeschlossen haben, beschäftigt mindestens einen Grabkontrolleur. Er bewertet und dokumentiert, ob die Leistungen mit den Vertragsvereinbarungen übereinstimmen.


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