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Home Sonderthemen Fläming Glück und Eile
09:47 21.11.2019
Heiraten bedeutet derzeit nicht immer Traumwetter, aber fiskalischen Nutzen. FOTOS: P. PLEUL/DPA; DPA

Die Rede ist meist vom „Bund fürs Leben“. Um die steuerliche Vorteile einer Eheschließung am besten nutzen zu können, ist jetzt aber kurzfristig Eile und Glück in der Terminvergabe beim Standesamt gefragt. Den größten fiskalischen Gewinn einer Hochzeit können sich nämlich Paare noch sichern, wenn sie sich bis zum Ende des Jahres das Ja-Wort geben.

Wer bis zum 31. Dezember heiratet, kann die gemeinsame Veranlagung mit Ehegattensplitting für das komplette zurückliegende Jahr in Anspruch nehmen. „Die fällt umso positiver aus, je unterschiedlicher das zuvor getrennt zugrunde gelegte Einkommen war“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Beim Splitting addiert das Finanzamt das Einkommen der beiden Partner und teilt die Summe durch zwei. Für dieses Ergebnis wird dann die Einkommensteuer berechnet und wieder verdoppelt. Heraus kommt die Abgabe, die ein Ehepaar zahlen muss.
  

Bei einem Jahreseinkommen des einen Partners von etwa 50 000 und des anderen von nur 15 000 Euro kann dabei ein Splittingvorteil von knapp 1400 Euro entstehen. Sind beide Einkommen etwa gleich hoch, fällt er dagegen kaum oder gar nicht ins Gewicht. Höhere Vorteile können zudem herauskommen, wenn die Steuerklassen unterschiedlich kombiniert werden, was auf Antrag möglich ist (www.bmf-steuerrechner.de). Von Behörden werden Ehegatten in Steuerklasse IV eingeteilt, doch ein Wechsel ist zuweilen lohnend. Attraktiver kann die Kombination III/V sein. Dabei gibt es eine Faustformel: Wenn ein Partner rund 60 Prozent des Familieneinkommens verdient und der andere 40, wirkt III/V günstiger.

Durch die Wahl der richtigen Steuerklasse bei Ehepaaren können auch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosenund Elterngeld steuerlich optimiert werden. Vorteile ergeben sich nach einer Hochzeit auch bei den Sparerfreibeträgen. „Der verdoppelt sich bei verheirateten Paaren gegenüber einer Einzelperson auf 1602 Euro und kann frei aufgeteilt werden“, so Rauhöft.

Sündhaft teure Hochzeitsgeschenke an den Partner in Form von Geld könnten indes besser auf einen Termin nach der Trauung verschoben werden. Dann steht ein fiskalischer Freibetrag von 500 000 Euro zur Verfügung. Vorher sind nur bis zu 20 000 Euro steuerfrei zu verschenken. Die gleichen Freibeträge wie bei der Schenkungssteuer gelten auch bei der Erbschaftssteuer. Kosten der Hochzeit und Feier lassen sich übrigens nicht von der Steuer absetzen. gd


Auch wenn nicht klar war, ob ein Hundehalter letztlich vom eigenen Vierbeiner gebissen wurde, sprach ihm ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe wegen einer Bissverletzung am Kopf ein Schmerzensgeld von 2000 Euro zu. Nicht nur das: Laut einer Mitteilung der Arag-Versicherung soll er zudem Ersatz für Verdienstausfall in Höhe von 3100 Euro erhalten.

Bei dem Vorfall, der sich bei einem Zusammentreffen zweier Hundehalter im Bereich Weinheim ereignete, konnte nicht geklärt werden, welcher Hund den Kläger bei dem Gemenge gebissen und eine Wunde am Ohr zugefügt hatte. Auf diese Frage komme es aber nicht an, urteilten die Richter. Verursacht worden sei der Vorfall vom Terrier der Beklagten, der unangeleint aus einem Fahrzeug springend auf den Kläger und seine Bulldogge zugestürmt sei.

Info OLG Karlsruhe: Az. 7 U 86/18

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