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Gesundheit & Pflege

Schutzlos droht Hautkrebs

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Ein Hautarzt untersucht in seiner Praxis die Haut einer Patientin bei einer Hautkrebs-Früherkennung. FOTO: KARL-JOSEF HILDENBRAND/DPA

Untersuchungen zur Früherkennung sind dramatisch eingebrochen

Innerhalb nur eines Jahrzehnts haben die Diagnosen für hellen Hautkrebs in Brandenburg um bald ein Drittel zugenommen. Das geht aus einer Analyse der Barmer-Krankenversicherung hervor. Demnach stellten Ärzte 2010 noch in rund 52 000 Fällen die Hauterkrankung im Rahmen von Untersuchungen fest. Zehn Jahre später wurde schon bei 67 000 Patienten eine entsprechende Diagnose gestellt. Hauptursache für diesen gerade in der Frühphase relativ gut behandelbaren Krebs ist übermäßige UV-Strahlung durch die Sonne, der sich wohl auch in der aktuellen Urlaubssaison wieder viele Menschen unzureichend geschützt aussetzen.

Vor allem solche ausbleibende Vorsorge mit Sonnencreme oder entsprechender Kleidung begünstigt die Entwicklung der Hautkrankheit. Mediziner warnen, dass sie unterschätzt wird und sich durch verändertes Freizeit- und Reiseverhalten immer mehr verbreitet.

„Angesichts der Tatsache, dass sich das Risiko für hellen Hautkrebs durch einen angemessenen Sonnenschutz erheblich reduzieren lässt, sind die Betroffenenzahlen viel zu hoch", sagt auch Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Brandenburg.

Empfohlene Frühuntersuchungen, um die Erkrankung rechtzeitig vor einer Ausbreitung festzustellen, sind in Brandenburg indes dramatisch zurückgegangen. Das alle zwei Jahre als Kassenleistung mögliche Hautkrebsscreening soll helfen, Krebsvorstufen zu erkennen und einen Tumor zu entdecken, bevor er in umliegendes Gewebe einwächst oder Metastasen bildet. Hierfür sieht sich der Arzt die Haut von Kopf bis Fuß genau an. Gesetzlich Versicherte können sich als Teil der allgemeinen „Check-up"-Vorsorge, bei der Ärzte überprüfen, ob häufige Erkrankungen oder gesundheitliche Vorbelastungen vorliegen, auf Hautkrebs hin untersuchen lassen.

Die Inanspruchnahme solcher Inspektionen ist nach Angaben der Barmer vor allem durch die Corona-Pandemie dramatisch eingebrochen. Nahmen 2019 in Brandenburg noch 92700 gesetzlich Versicherte dieses Vorsorgeangebot wahr, waren es 2020 nur noch 49200 - ein Rückgang um 47 Prozent.

Neben dem allgemeinen ,,Check-up" haben gesetzlich Versicherte auch die Möglichkeit, alle zwei Jahre in einer Hautarztpraxis einen gesonderten Termin für ein Hautkrebsscreening zu vereinbaren. Der Einbruch bei diesen Vorsorgemöglichkeiten war in Brandenburg nicht ganz so drastisch. Dennoch ging auch dieses Screening von 2019 noch 166400 Untersuchungen auf nur noch 159700 im Jahr 2020 zurück. ,,Wer aus Angst, sich im Wartezimmer mit Corona zu infizieren, in den vergangenen Jahren auf Früherkennungsuntersuchungen verzichtet hat, sollte diese schleunigst nachholen", so Leyh. Gerald Dietz

Mythen zum richtigen Eincremen in der Sonne

FOTO: ADOBE STOCK/ILYA RUMYANTSEV

Sommer und Sonnenschein - eigentlich sollte klar sein, dass Schutz Pflichtprogramm für alle Sonnenanbeter ist. Doch über den richtigen Umgang mit Sonnencreme kursieren viele Mythen.

Oft erfolgt der Rat, sich 20 Minuten vor dem Sonnenbad einzucremen. Das muss nicht unbedingt sein, heißt es von den Herstellern. Sonnencremes schützen demnach sofort, da mineralische wie chemische Filter physikalische Effekte der Reflexion nutzen.

Wasserfeste Sonnencreme wird oft im Glauben gekauft, die Eincreme-Prozedur nach dem Baden nicht wiederholen zu müssen. Ein Irrtum, denn Wasserkontakt kann Schutzwirkungen um bis zu 50 Prozent verringern. Das anschließende Abtrocknen schwächt den Sonnenschutz noch weiter ab. Bei starker Hitze sollte das Eincremen - unabhängig vom Baden - alle zwei Stunden erneuert werden, da durch Schweiß, Kleidung und das Liegen auf Handtüchern die Sonnencremeschicht dünner wird.

Kleidung kann zwar vor Sonne schützen, aber je nach Materialart und Fertigungsverfahren durchdringen Sonnenstrahlen auch Stoffe. Es gelten die Faustregeln: Je engmaschiger die Textilie, desto besser schützt sie. Locker geschnittene Kleidung hat eine größere Schutzleistung als enge. Gerade unter dünner Kleidung kann Sonnencreme zusätzlichen Schutz bringen, wenn man sich etwa bei Wanderungen oder beim Sport länger in der Sonne aufhält.

Auch im Schatten ist Sonnenschutz hilfreich, denn hier gelangen UV-Strahlen ebenso an die Haut. Am Strand etwa werden bis zu 80 Prozent reflektiert.

Badekur als Pflichtleistung

Mit den Erfahrungen der Pandemie ist eine zuvor ins Ermessen der Versicherung gestellte gesundheitliche Maßnahme Pflichtleistung mit Zuschüssen der Kassen: die gern als Badekur bezeichnete ambulante Vorsorgeleistung.

Seit dem vergangenen Sommer haben Versicherte in der Bundesrepublik bei medizinischem Bedarf gesetzlichen Anspruch auf einen dreiwöchigen Aufenthalt mit Präventionsmaßnahmen in Kureinrichtungen. Neben den therapeutischen Anwendungen steht so auch der Kururlaub auf der Maßnahmenliste, um folgenschwere Erkrankungen zu vermeiden, wie sie oft durch Stress, unausgewogene Ernährung oder Bewegungsmangel ausgelöst werden.