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Home Sonderthemen Oberhavel Gebrannt für die Ewigkeit
15:45 08.10.2019
Keramik gibt einen Großteil der Wärme als wohltuende Strahlung ab. FOTOS: ADK, FOTOLIA

Von Ulrich Nettelstroth 

An keinem anderen Material ist die Entwicklung der menschlichen Kultur so unmittelbar ablesbar wie an Keramik. Schon sehr früh haben Menschen entdeckt, dass sich aus gebranntem Ton wasserundurchlässige Gegenstände in jeder beliebigen Form herstellen lassen. Die Töpferei ist eine seit etwa 20 000 Jahren bekannte Technik. Bereits Jäger- und Sammlerkulturen benutzten Keramikgefäße zum Kochen. Auch Figuren meist religiöser Natur tauchten früh auf. Die ersten Schrifttafeln der Sumerer bestanden aus Ton.

Auch als Baustoff hat Ton eine lange Geschichte. Die Bauwerke der ersten Hochkulturen wurden aus Lehmziegeln gebaut und teilweise mit Ton verkleidet. Später wurden Mauerziegel aus reinem Ton genutzt, wie sie etwa am Ischtar-Tor aus Babylon zu sehen sind. Auch Dachziegel waren bereits in der Antike bekannt.


Mit keramischen Ofenkacheln verkleidete Öfen sind seit dem Mittelalter bekannt. Sie waren vor allem in Klöstern, beim Adel oder bei wohlhabenden Bürgern anzutreffen. Das Material ist ein guter Wärmespeicher. Außerdem geben klassische Kachelöfen einen Großteil der Wärme in Form von Strahlung an den Raum ab. Wie die Energie der Sonne geht diese Form der Wärme direkt unter die Haut und sorgt so für ein wohliges Gefühl. Gleichzeitig wird zirkulierende Luft erwärmt und gleichmäßig im Raum verteilt.

Hergestellt wird die Ofenkeramik in speziellen Kachelmanufakturen aus den Naturmaterialien Ton, Schamotte, Kaolin und Wasser. Ton entsteht aus der Verwitterung von Gesteinen, vor allem Feldspat, einem Mineral, das aus Silizium- und Aluminiumverbindungen besteht. In feuchtem Zustand kann Ton sehr gut geformt werden, beim Brennen unter hohen Temperaturen wird er aber sehr hart.

In Kachelmanufakturen sind viele Arbeitsschritte und viel Erfahrung notwendig – von der Rohstoffauswahl, der Modellherstellung und dem Glasieren bis hin zum Brennen. Aktuelles Keramik-Design ermöglicht es, die lebendige Wärme des Holzfeuers in vielfältigen Stilvarianten zu inszenieren. Dazu gehören Retro-Kachelöfen ebenso wie puristisch-sachliche Ofenlösungen mit großformatigen Keramiken oder besonders strukturierten Oberflächen. Für eine dauerhaft schöne und leicht zu reinigende Oberfläche sorgen hochwertige Glasuren.

Der 10. Oktober ist der Tag des Kachelofens. Deshalb stehen im Ofen- und Keramikmuseum Velten, Wilhelmstraße 23/33, gleich eine Woche lang, vom 8. bis zum 13. Oktober, die Wärmespender im Mittelpunkt.

Sonderführungen gibt es täglich um 15 Uhr. Sie führen durch die einstige Ofenfabrik A. Schmidt, Lehmann & Co., durch das Ofen- und Keramikmuseum und das Hedwig-Bollhagen-Museum. Der Eintritt ins Museum kostet 4,50 Euro, die Führungen sind kostenfrei.

Eine Ton-Entdecker-Werkstatt für kleine Gäste wird von Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils in der Zeit von 10 bis 12 Uhr angeboten. Es gibt die Möglichkeit, unter Anleitung eine eigene kleine Gefäßkeramik zu gestalten, etwa eine Dose, Schale oder Vase. Kosten: 3 Euro. Der Platz in der Werkstatt ist auf 20 Kinder beschränkt, Anmeldungen sind unter 03304/31760 möglich.

Am Mittwoch steht die Ton-Entdecker-Werkstatt im Zeichen des Sparöfchens. Diese gibt es in unterschiedlichsten Varianten und sie sind seit Generationen ein beliebtes Veltener Souvenir. In der Werkstatt wird ein Öfchen persönlich farblich gestaltet. Kosten: 15 Euro.

Info Weitere Informationen gibt es unter www.okmhb.de

Ans Tageslicht angepasste Beleuchtung. FOTO: DYSON/AKZ-O
Ans Tageslicht angepasste Beleuchtung. FOTO: DYSON/AKZ-O

Wir verbringen immer mehr Zeit in Innenräumen, wo wir künstlichen Lichtquellen ausgesetzt sind. Dabei unterschätzen wir häufig, welche Bedeutung die Qualität der eingesetzten Lichtquelle für unser Wohlbefinden hat. Je nach Helligkeit, Lichtfarbe und Kontrast entfaltet das Licht eine andere Wirkung. In manchen Situationen benötigen wir direktes Licht, am Arbeitsplatz vor allem, in Wohnräumen ist dagegen eher eine indirekte Beleuchtung gefragt, die ein weiches Wohlfühllicht schafft.

Mehrere Lichtquellen ergänzen sich gut

Behaglichkeit entsteht in der Wohnung am besten durch eine Kombination verschiedener Lichtquellen. Die Hintergrundbeleuchtung etwa durch einen Deckenfluter ist gleichmäßig im Raum verteilt, bietet ein warmes Licht und blendet nicht. Hinzu tritt eine punktuelle Beleuchtung, mit der zum Beispiel einzelne Möbelstücke oder Bilder gezielt angestrahlt werden. Eine solche Rolle können auch dekorative Leuchten spielen. Beim Lesen auf Sofa, beim Arbeiten in der Küche oder am Schreibtisch tritt eine zielgenaue Beleuchtung hinzu.

In beleuchteten Innenräumen stehen die Lichtfarbe und Intensität häufig im Widerspruch zum natürlichen Tageslicht, an dem sich unsere innere Uhr orientiert. Selbst wenn wir es nicht direkt bemerken, können schwaches Licht oder Flackern die Augen belasten und ermüden, zu starkes Licht dagegen blendet uns. Die Beleuchtung der Innenräume hat somit einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.

Viele Leuchten haben ein statisches Licht, dass sich nicht an individuelle Bedürfnisse und Aufgaben anpassen lässt. Je nach Tätigkeit können jedoch unterschiedliche Lichtstärken und Farbtemperaturen nützlich sein. So brauchen wir zum Beispiel für Schreibtischarbeit stärkeres Licht und eine höhere Farbintensität, während warmes Licht am Ende des Spektrums die Entspannung fördert. Hersteller geben häufig die Intensität des Leuchtmittels an, die in Lux gemessen wird.

Beim Kauf einer neuen Leuchte sollte man aber auch auf den Kelvinwert achten, der die Farbtemperatur ausweist. Auch die Langlebigkeit des Leuchtmittels ist ein zunehmend wichtigeres Kaufkriterium im Sinn der Umwelt, denn Leuchten mit kurzer Lebensdauer verursachen viel Abfall, der sich vermeiden ließe. Besonders nachteilig sind zum Beispiel fest verbaute LEDs. Sind sie defekt, können sie nicht einzeln ausgewechselt werden. Vielmehr muss dann die komplette Lampe entsorgt werden.

Automatische Anpassung an das Tageslicht

Inzwischen gibt es Leuchten, die sich dem jeweiligen Stand des Tageslichts automatisch anpassen. Sie gleichen ihre Farbtemperatur und Helligkeit durch eine Steuerung per App von alleine den Gegebenheiten des Tagesablaufs an. Bei der Arbeitsleuchte Lightcycle von Dyson beispielsweise simulieren drei kühle und drei warme LEDs das Sonnenlicht mit einer von 2700 bis 6500 Kelvin variierenden Farbtemperatur und einer Helligkeit bis zu 1000 Lux. Damit ist die Lampe sowohl für die Arbeit am Schreibtisch wie auch für ruhige Momente im Sessel oder auf der Couch geeignet.


Wohnen hinterlässt Spuren auf Holzböden oder Laminat. Doch nicht immer müssen Mieter beim Auszug dafür geradestehen. „Entscheidend ist, ob es sich um normale Abnutzung handelt oder ob die Schäden darüber hinausgehen“, sagt Michael Rempel von der R+V Versicherung. Oberflächliche Kratzer sind auf Dauer unvermeidbar. Dasselbe gilt für hellere Flächen und Abdrücke an Stellen, wo ein Möbelstück stand. Tiefe Kratzspuren etwa von Tieren, Wasserflecken oder starker Abrieb von Stuhlrollen sind hingegen vermeidbar. „Der Mieter ist dazu verpflichtet, das Parkett schonend zu behandeln, zumindest in einem zumutbaren Umfang“, erklärt Rempel.

Weist der Boden übermäßige Gebrauchsspuren auf, kann der Vermieter Schadenersatz fordern, abhängig von Mietzeit und Alter des Bodens. Dabei gilt: Ein Parkettboden muss ohnehin nach zehn bis zwölf Jahren mindestens abgeschliffen und versiegelt werden. „Solche Maßnahmen sind aber grundsätzlich Sache des Vermieters und gehören nicht zu den Schönheitsreparaturen“, sagt Rempel.

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