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Home Sonderthemen Fläming Bevor die Leitung platzt
13:26 10.12.2019
Auch in Zeiten der Erderwärmung kann es frostige Temperaturen geben. FOTOS: SEBASTIAN GOLLNOW/DPA, FOTOLIA

Von Ulrich Nettelstroth 

Das Land Brandenburg ist in den vergangenen Jahren von harten Wintern mit strengem Frost verschont geblieben. Das muss aber auch in Zeiten des Klimawandels nicht immer so bleiben. Es ist gut, sich vorsorglich darauf einzustellen, sonst drohen eingefrorene Wasserleitungen. Auch eine gute Wärmedämmung bietet für sich allein keinen ausreichenden Schutz vor Frostschäden. Darauf weist das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) der öffentlichen Versicherer hin. Unbeheizte Bereiche seien daher immer frostgefährdet.

Dachgeschosse und Keller können betroffen sein

Auch Wohnräume, die vorübergehend oder dauerhaft nicht genutzt werden, müssen so in der Frostperiode ausreichend beheizt werden, um die Leitungen zu schützen. Das kann zum Beispiel ein ausgebautes Dachgeschoss betreffen, das nach dem Auszug der erwachsenen Kinder nicht mehr bewohnt ist. Aber auch Kellerräume können gefährdet sein. Vorsicht ist aus Sicht der IFS-Experten vor allem dann geboten, wenn sich etwas verändert. So könne es beispielsweise sein, dass ein alter Heizkessel durch Wär-Von Ulrich Nettelstroth meverluste die Temperaturen immer über Null Grad gehalten hat. Wird eine neue, effizientere Heizung eingebaut, ist das möglicherweise nicht mehr der Fall und es müssen Heizkörper in den Raum eingebaut werden.
   

Bei Nebengebäuden ohne Möglichkeit der Beheizung oder Räumen, die dauerhaft nicht geheizt werden sollen, muss die Trinkwasserinstallation entleert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Entleerung vollständig durchgeführt wird und die Leitungen trockengeblasen werden. Aber aufgepasst: Das Entleeren der Leitungen kann wiederum Korrosionsschäden und Hygienemängel hervorrufen. Zur Erhaltung der Trinkwasserqualität müssen deshalb die Leitungen nach dem Winter bei der Wiederinbetriebnahme vollständig gespült werden. Auch eine Kontrolluntersuchung ist empfehlenswert.

Ebenso an andere Geräte und Behälter, die mit Wasser gefüllt sind, ist zu denken, zum Beispiel an Regentonnen, Gartenschläuche, Wasserhähne und Teichpumpen. Solange sich nur eine dünne Eisschicht auf einer im Freien stehenden Wassertonne bildet, besteht noch keine Gefahr. Aber spätestens wenn dass Gefäß bis zum Boden hin zugefroren ist, kann es durch die Ausdehnung des Eises platzen.


Noch werden zu wenige Heizungen in Deutschland erneuert. FOTO: JAN WOITAS/DPA
Noch werden zu wenige Heizungen in Deutschland erneuert. FOTO: JAN WOITAS/DPA

Wärmedämmung und effizientere Heizungen sollten eigentlich dafür sorgen, dass der Energieverbrauch in Gebäuden sinkt. Das ist aber bisher nicht der Fall, wie die Deutsche Energie-Agentur (Dena) feststellt. 2017 wurden in Deutschland 870 Terawattstunden für Raumwärme und Warmwasser in Gebäuden aufgewendet, etwas mehr als die 865 Terawattstunden von 2010. „Es wird Zeit, dass die Energiewende im Gebäudebereich wieder Fahrt aufnimmt“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. Ohne zusätzliche Anstrengungen seien die Klimaziele im Gebäudebereich nicht zu erreichen.

Grund für die Stagnation ist aus Sicht der Dena der fehlende Anreiz für Sanierungsmaßnahmen und den Einsatz von innovativen Technologien. Nur ein Prozent aller Gebäude wird jedes Jahr energetisch saniert. 1,5 Prozent müssten es mindestens sein, um die Klimaziele zu erreichen. Immerhin bestehe durch das Klimapaket der Bundesregierung Aussicht auf eine neue Dynamik im Markt, so heißt es im Dena-Gebäudereport 2019. Dem Report zufolge stiegen die Energiekosten privater Haushalte 2018 deutlich an, vor allem wegen höherer Preise für Heizöl. Negativ bemerkbar mache sich auch der zunehmende Einsatz von energieintensiven Klimaanlagen vor allem bei Nichtwohngebäuden. Energiesparmaßnahmen haben dem Report zufolge kaum Auswirkungen auf Miet- und Immobilienpreise, sondern führten vielmehr langfristig zu einer Kostenentlastung.

Eine wichtige Rolle könnten der Dena zufolge im städtischen Bereich auch Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärmenetze spielen. Hier sollten entsprechende Förderprogramme ausgebaut werden. In den Städten sei es auch wichtig, Potenziale zur Solarstromerzeugung besser zu nutzen. Derartig produzierter Mieterstrom sollte gestärkt werden, indem etwa steuerliche Barrieren und Unsicherheiten beseitigt werden. net


Ist die Heizung optimal gewartet und eingestellt, geht keine Energie verloren. FOTO: EPR/THERMONDO
Ist die Heizung optimal gewartet und eingestellt, geht keine Energie verloren. FOTO: EPR/THERMONDO

Wenn die Heizung ihren Dienst tut, zieht sie nur wenig Aufmerksamkeit auf sich. Tag für Tag sorgt sie für mollig warme Temperaturen im Haus, während draußen bald der Winter Einzug hält. Automatisch über Thermostat gesteuert, werden die Heizkörper jeden Morgen zur passenden Zeit warm. In vielen Fällen wird dabei allerdings deutlich zu viel Energie verbraucht, warnt das Informationsprogramm Zukunft Altbau. Die vom Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg geförderten Experten haben Tipps für Verbraucher parat.

Am einfachsten und effektivsten ist es, auf die richtige Raumtemperatur zu achten. Für häufig genutzte Wohnräume beträgt die optimale Innentemperatur 19 bis 20 Grad Celsius. Dazu muss das Thermostat im Winter in der Regel auf Stufe drei gedreht werden. Auf die Stufen 4 und 5 sollten die Bewohner verzichten. Sie ermöglichen es, je nach Einstellung der Heizungsregelung im Keller, den Raum auf Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius zu erwärmen – das ist viel zu warm. „Räume im Winter auf unnötig hohe Temperaturen aufzuheizen, die wir im Sommer vermeiden wollen, ist nicht sinnvoll, kostet unnötig Geld und schadet dem Klima“, sagt Frank Hettler, Leiter von Zukunft Altbau. „Dass höhere Thermostatstufen einen Raum schneller erwärmen, ist zudem ein Irrglaube.“ Mit den Stufen 3, 4 und 5 des Thermostats wird die Wohlfühltemperatur von 20 Grad Celsius innerhalb der gleichen Zeit erreicht. Die Stufen 4 und 5 heizen jedoch über die optimale Innentemperatur hinaus weiter, bis hochsommerliche Temperaturen erreicht sind.

Nicht durchgehend genutzte Räume wie Schlafzimmer, Bad und Küche haben ihre optimale Temperatur bereits bei 16 bis 18 Grad Celsius erreicht. Das entspricht Thermostatstufe 2. Sind die Bewohner nicht zu Hause, reicht eine Temperatur von 15 bis 16 Grad bei Thermostatstufe 1 bis 2. Das gilt auch in der Nacht. Es spart zudem, wer die Heizung eine Stunde vor dem Schlafengehen herunterdreht.

Hierzu eignet sich besonders gut die Zeitschaltuhr des Heizungsreglers: Dort kann man für die Nachtstunden eine niedrigere Raumtemperatur einstellen. Eine Stunde vor dem Aufstehen sollte die Temperatur dann wieder auf den normalen Sollwert für den Tagbetrieb eingestellt werden. So ist es bereits angenehm warm, wenn die Bewohner aufwachen. Auch tagsüber, wenn niemand zuhause ist, empfiehlt sich eine niedrigere Temperatureinstellung. Am Heizungsregler kann im Übrigen auch die Heizkurve verändert werden, also das Heizungswasser nur gerade so weit aufgeheizt werden, dass die Räume ausreichend warm werden.

Regelmäßiges Entlüften der Heizkörper sorgt ebenfalls für eine ausreichende Aufheizung. Mit einem Heizungsschlüssel ist das Entlüften auch für Laien kein Problem. Damit sich die Heizwärme optimal im Raum verteilt, gilt es zudem, einen Wärmestau zu vermeiden. Dazu sollten Möbelstücke nie direkt vor den Heizkörpern stehen. Außerdem sollten Fenster nachts möglichst außen durch Rollläden oder Jalousien verdeckt werden. Auch die Kleidung der Bewohner hat Auswirkungen: Die richtige Kleidung kann die Wohlfühltemperatur um ein bis zwei Grad Celsius pro Raum senken. Dicke Socken und kuschelige Pullis sorgen für wohlige Gefühle in den kalten Monaten. net
  

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