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10:33 28.12.2021
Emma (r) bekommt von ihrer Mutter Susanne Wahrenburg viel Halt und Unterstützung. Fotos: Peter Lenz, Adobe Stock/Anna

Neuruppin/Kyritz. Susanne Wahrenburg dachte, ihre Familie könne die Adventszeit mit all ihren Weihnachtsvorbereitungen genießen. Insbesondere deshalb, da bei Tochter Emma auch die letzte von vielen Operationen auf Grund ihrer Hemihypertrophie (einseitiger Riesenwuchs) erfolgreich abgeschlossen wurde. Aber durch den Anruf aus der Schule am 15. November änderte sich das. Emma habe sich beim Sport verletzt, hieß es. Niemand dachte an etwas Schlimmes. „Wir gingen zum Arzt. Er vermutete, dass etwas mit den Nieren nicht stimmen konnte“, sagt die zweifache Mutter. Eine Vermutung, die bei ihr und ihrer Tochter die schlimmsten Erinnerungen wach werden ließen „und unser Leben von jetzt auf gleich völlig durcheinanderbringen sollte“.


„Wir gingen zum Arzt. Er vermutete, dass etwas mit den Nieren nicht stimmen konnte.“

Susanne Wahrenburg
Emmas Mutter


Bereits im Alter von nur einem Jahr war Emma an einer schweren Bronchitis erkrankt, in deren Verlauf zusätzlich noch ein bösartiger Tumor an beiden Nieren diagnostiziert wurde. Schon damals musste Emma immer wieder Chemotherapien und Operationen über sich ergehen lassen, bis nach etwa drei Jahren der Krebs zunächst besiegt schien. Eine Hoffnung, die sich nach nunmehr acht Jahren in Luft auflösen sollte. „Bei der als Nephroblastomatose bezeichneten Krankheit handelt es sich um eine bösartige Veränderung des Nierengewebes, welches sich bereits während der Schwangerschaft ausbilden kann. Doch nicht nur für Emma und ihre Mutter war die erneute Diagnose ein Schock, auch für ihre Freunde aus der Schule und der Tierschutzkindergruppe kam die Nachricht völlig überraschend. Letztlich hatten die 13 Jungen und Mädchen gerade erst angefangen, die bestellten Adventskränze zu Gunsten des Tierschutzes zu basteln. Für Emma war klar: Sie wollte auf jeden Fall mit dabei sein. „Es war für uns sehr schwierig“, so Susanne Wahrenburg, „ihr diesen Wunsch nicht zu gewähren und so suchten wir nach Möglichkeiten, dies auch auf Distanz zu realisieren.“ Die Kinder durften sich nicht sehen, da Emma bereits Chemotherapie bekommen hatte und somit ihr Immunsystem stark geschwächt war.

Die Kinder des Tierschutzes blieben nicht untätig. Als eine der ersten Aktionen bastelte Emmas Freundin Hannah Krügel ein dickes Fotoalbum mit dem Titel „Sechs Jahre Freundschaft mit Emma“, was sich die Freundinnen an der Wohnungstür überreichen durften. Beide Mädchen hatten nicht nur den Kindertierschutz gegründet und zählen hier über Jahre hinweg mit zu den aktivsten Mitgliedern. Eine besondere Weihnachtsaktion wird es von den Kids sowie dem gesamten Tierschutz speziell für Emma geben. Hannah und ihre Mitstreiter haben Hunderte von Postkarten verteilt, wo jeder Emma einen lieben Gruß aufschreiben kann, welcher ihr zugeschickt werden wird. Außerdem haben die Mädchen und Jungen ein Spendenkonto eröffnet, auf das Geld für die Familie überwiesen werden kann. Emma selbst wünscht sich zu Weihnachten, dass sie bald wieder ganz gesund wird und irgendwann nach Disneyland oder zu den Ehrlich Brothers in die Bühnenshow fahren kann. Ein Wunsch, der für Susanne Wahrenburg auf Grund ihrer finanziellen Gesamtsituation kaum zu realisieren sein dürfte.

Bis dahin stehen noch viele Chemotherapien und eine mögliche Operation an. „Wir hangeln uns von Monat zu Monat und können eigentlich nur hoffen und beten.“ Emma selbst hat sich für den Fall, dass ihr jetzt auch noch die Haare ausfallen, eine bunte Mütze gehäkelt und macht damit dem Weihnachtsmann Konkurrenz. Peter Lenz

Info Wer für Emma spenden möchte, kann dies über das Konto: Julia Krügel, IBAN: DE 06 1207 0024 0068 2070 00; Verwendungszweck: „Spende Emma Wahrenburg“

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